Schallenberg empfiehlt 'Joy Pam'

Bilderbergerin als 'EU-Fauci': Ex-SPÖ-Chefin will Seuchenbehörde ECDC leiten

Politik
Bild: SPÖ-Parlamentsklub/Clemens Schmiedbauer, Flickr, CC BY-SA 2.0

Wer in den Systemparteien infolge dauerhafter Erfolgslosigkeit aussortiert wird, braucht sich dennoch keine Sorgen zu machen: Meistens fallen solche Persönlichkeiten weich, gibt es doch ein breites Spektrum an Versorgungsposten. So auch im Fall der glücklosen Ex-SPÖ-Chefin Joy Pamela Rendi-Wagner. Sie will sich nämlich um die Leitung der EU-Behörde "European Centre for Disease Control and Prevention" (ECDC) bewerben. Im schwarzen Außenministerium unterstützt man die Bewerbung der politischen Ex-Kontrahentin.

Nach Polit-Aus will sie "EU-Fauci" sein

Weder als Kurzzeit-Gesundheitsministerin noch in 5 Jahren als SPÖ-Parteichefin gelangen der Diplomaten-Gattin große Sprünge. Entgegen dem Anspruch einer Arbeiter-Partei kam Rendi-Wagner nicht sonderlich volksnah rüber. Nachdem man bei der EU-Wahl 2019 das historisch schlechteste Ergebnis haarscharf vermied, fuhr man es bei der Nationalratswahl im selben Jahr (21,18%) ein. Nach einem Umfragehoch im Jahr 2022 vollbrachte es Rendi-Wagner schließlich, einen Vorsprung von 8 Prozent auf die FPÖ binnen eines halben Jahres in einen Rückstand von 5 Prozent zu verwandeln. Reden über "soziale Gerechtigkeit" im noblen Innenstadt-Palais halfen dem Image auch wenig.

Entsprechend schlecht standen die Vorzeichen bei der SPÖ-Mitgliederbefragung im Frühjahr, unter allen drei Bewerbern kam sie auf den letzten Platz. Daraufhin zog sie sich vom Parteivorsitz zurück, aus der Kanzlerinnen-Traum. Doch nun wittert Rendi-Wagner eine neue Gelegenheit: Denn die bisherige ECDC-Leiterin Andrea Ammon hängt ihren Job an den Nagel - und so bewirbt sich die Ex-Chef-Rote für die Leitung der im schwedischen Solna angesiedelten EU-Behörde. Die Aufgabe des EU-Pendants zur lange von Bidens Corona-Einflüsterer Anthony Fauci geleiteten US-Seuchenbehörde CDC ist die Überwachung von Infektionskrankheiten und "Pandemie"-Vorbereitung im EU-Raum. 

Corona-Hetze als "Empfehlung"?

Laut eines Inseratenkaiser-Mediums hat Rendi-Wagner anscheinend reale Chancen, den Posten tatsächlich zu bekommen: "[Sie] hat gute Karten, das Rennen zu machen, die ausgewiesene Gesundheitsexpertin gilt dank ihrer politischen Erfahrung als Idealkandidatin." Freilich ist möglich, dass der Wunsch hier Vater des Gedankens ist: Denn außer ihren Medizin-Abschluss an die große Glocke zu hängen, war die Corona-Politik unter Rendi-Wagner kein Ruhmesblatt: So forderte sie jeweils als Erste die 3G-Schikanen am Arbeitsplatz und eine Impfpflicht für Neueinstellungen im Gesundheitsbereich.

Als die schwarz-grün-rot-pinke Einheitsfront den allgemeinen Stichzwang beschloss, war sie eine der stärksten Befürworterinnen - sie erhoffte sich eine Herdenimmunität. Im Vorjahr darauf angesprochen, wollte sie die Impfpflicht-Abstimmung nicht als Fehler bezeichnen (Der Status berichtete). Als ihr Parteigenosse Peter Hacker, SPÖ-Gesundheitsstadtrat in Wien, sogar eine Impfpflicht am Arbeitsplatz vorschlug, hatte sie ebenfalls kein Problem damit. Diese Haltungen kam der SPÖ teuer zu stehen: Als einzige Partei verlor sie im Vorjahr bei allen drei Landtagswahlen. In Kärnten rettete man den Landeshauptmann-Sessel, doch in Gemeinden mit niedriger Impfquote waren die Verluste zweistellig. 

Regierung unterstützt Kandidatur

Am Ende kam, was kommen musste: Rendi-Wagner verlor sogar unter den eigenen Genossen den Rückhalt und verabschiedete sich aus der Politik. Während die SPÖ den ebenfalls als einstiger Corona-Hardliner bekannten Andreas Babler in mehreren Anläufen zum Parteichef zählte, zieht es "Joy Pam" nun dorthin, wo ihre (Fehl-)Entscheidungen nicht dem kritischen Blick des Wählers unterworfen sind - und das mit schwarz-grünem Sanktus.

Denn Unterstützung für ihre Kandidatur kommt wenig überraschend vom grünen Gesundheitsminister Johannes Rauch - aber auch vom Außenministerium von Alexander Schallenberg (ÖVP), der Ungeimpften damals "ungemütliche Weihnachten" wünschte und in dessen Kurzzeit-Kanzlerschaft die Impfpflicht-Planung fiel. Man unterstütze diese Kandidatur "selbstverständlich", da sie "aufgrund ihrer einschlägigen medizinischen Ausbildung [...] für diese Funktion ausgezeichnet geeignet" sei.

Bilderberger empfiehlt Bilderbergerin

Neben des Faibles für die knallharte Corona-Gängelung des Volkes verbindet Schallenberg und Rendi-Wagner allerdings noch etwas: Nämlich eine Reise zur Bilderberger-Geheimkonferenz. Während Rendi-Wagner im Juni 2018 - also wenige Monate vor ihrer Kür zur roten Parteichefin - am illustren Globalisten-Treffen teilnahm und sich über die diskutierten Inhalte bis heute bedeckt hält, folgte Schallenbergs Visite im Vorjahr. Auch dieser hüllte sich im Anschluss in Stillschweigen. Als die FPÖ in einer parlamentarischen Anfrage nachhaken wollte, verweigerte er eine inhaltliche Auskunft, indem er seine Teilnahme als reines Privatvergnügen titulierte...

Zu Gedankenspielen lädt auch ein weiterer Konnex ein: Denn der Bilderberger-Gruppe wird immer wieder eine Nähe zur Freimaurerei nachgesagt. Das österreichische Freimaurermuseum befindet sich im Schloss Rosenau, das sich einst im Schallenberg-Familienbesitz befand. Ein Ahnherr des Außenministers von adeligem Geblüt soll dort im 18. Jahrhundert sogar eine Loge eingerichtet haben. Umgekehrt sind die Logenbrüder insbesondere in der Wiener SPÖ-Landesgruppe so prominent vertreten, dass der renommierte "Plagiatsjäger" Stefan Weber postulierte, dass die dortige Landespolitik zuerst von Freimaurern und erst sekundär von gewählten Politikern gemacht würde.

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