Zündeln im Pulverfass...

Serbien auf NATO-Abschussliste: 'Bild' & Co. provozieren Krieg am Balkan

Politik
NATO-Bombardement in Serbien 1999: Wikimedia Commons (AGPL), Screenshots: Twitter; Komposition: Der Status.

Während zuletzt alle Augen auf die Ukraine gerichtet waren, droht ein anderer bereits lange Jahrzehnte schwelender Konflikt erneut richtig zu eskalieren. Zwischen Kosovo und Serbien stehen derzeit alle Zeichen auf Sturm. Die Auseinandersetzung zwischen im Kosovo lebenden Serben und KFOR-Kräften könnte nun als Grund für weitere NATO-Einmischung herhalten um Serbien endgültig gefügig zu machen.

Bild & Co. wollen den Krieg

Wieder einmal zeigen sich die Folgen US-amerikanischer Einmischung und Befriedungspolitik. Vor allem der von den USA und der NATO sowie der EU geschaffene Konfliktherd im Kosovo könnte nun erneut zu einem Anlass für die Kriegstreiber im politischen und auch medialen Establishment werden, einen Krieg zu inszenieren. Immerhin ist Serbien, trotz Massenbombardements und dem Einsatz von Uran-Munition, mit dessen Folgen das Land noch immer zu kämpfen hat, nicht im Sinne der USA und der NATO "befriedet".

Die kürzlichen Zusammenstöße zwischen Serben und KFOR-Soldaten, bei denen "30 NATO-Friedenssoldaten" und nach serbischen Angaben 52 Serben verletzt wurden, könnten nun den geeigneten Grund liefern. Zumindest "Bild"-Journalist Julian Röpcke zeigt auf Twitter bereits einen propagandistischen Kriegsgrund und ruft zur umfassenden Ausdehnung des Konflikts auf. Als Deutscher hat er aber auch Erfahrung damit, was es heißt, zurückzuschießen...

Auch Österreichs No.1-NATO-Lobbyist Günther Fehlinger, der in den USA bereits um die Unterstützung der internationalen Freimaurerei bat, um Putin zu stoppen, gefiel sich mit rabiaten Worten der Vergeltung. Er forderte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zur Bereitschaft auf, im Zweifelsfall Serbien "sofort zu bombardieren". 

Wahl im Konfliktherd

Dabei ist es seit Jahren absehbar, dass der vom Westen installierte Kleinstaat Kosovo, der lediglich von 115 von insgesamt 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen anerkannt wird - Serbien spricht von weniger als der Hälfte, weil einige Staaten die Anerkennung wieder zurückgezogen hätten - nicht zur Entspannung der Situation am Balkan beiträgt. Und wie sich nun zeigt, genügt eine Kommunalwahl, um den Konflikt wieder heiß werden zu lassen.

So weigerten sich die Serben, die in der nördlichen Region des Kosovo die Mehrheit bilden, an den Kommunalwahlen im April teilzunehmen. In den betreffenden vier Gemeinden gewannen bei einer Wahlbeteiligung von 3,5 Prozent die albanischen Kandidaten. Während Pristina das Wahlergebnis und die Bürgermeisterbesetzungen durchdrücken will, erklären die Serben der Provinz, mit Rückendeckung aus Belgrad, dass sie die Bürgermeister nicht akzeptieren würden und dass diese sie nicht repräsentierten.

Gesteuerte Eskalation

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach den weiteren Schritten in dem Konflikt. Serbien, das bisher dem Druck der EU widersetzte, die nach seinem Verständnis abtrünnige Provinz als unabhängigen Staat anzuerkennen, versetzte zuletzt seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft. Verteidigungsminster Milos Vucevic befahl zudem die Verlegung von Truppen an die Grenze um, wie er erklärte, die Sicherheit der Serben im Kosovo zu gewährleisten. Diese sei aufgrund der der Aktionen des albanischen Ministerpräsidenten der selbsterklärten Republik, Albin Kurti, gefährdet.

Der Status-Redakteurin Bernadette Conrads stellte dazu nicht umsonst mahnend im Bezug auf die Destabilisierungspläne des Westens fest:

Schöne Worte ohne Bedeutung

Der Konflikt wäre also der "richtige" Anlass, um Serbien zu schwächen und erneut in die Schranken zu verweisen. Auch wenn sich derzeit maßgebliche Politiker noch zurückhalten. So schrieb NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf Twitter: "Pristina und Belgrad müssen sich jetzt an dem von der EU geführten Dialog beteiligen, da dies der einzige Weg zu Frieden und Normalisierung ist. Pristina muss deeskalieren und darf keine einseitigen, destabilisierenden Schritte unternehmen. Die NATO-KFOR wird weiterhin für ein sicheres Umfeld sorgen."

"Bringing the Serbs to Heel"

Doch wie sicher dieses Umfeld ist, für welches die NATO seit dem Krieg gegen Serbien in der Region sorgt, zeigte sich erst wieder. Auch die Kritik an Pristina wird erst glaubwürdig, wenn ihr Taten folgen, und dazu gehört nicht unbedingt ein einseitiger Dialog mit der NATO-hörigen EU. Allerdings könnte die Verweigerung eines solchen durch Serbien als mangelnder "Friedenswillen" ausgelegt werden und den Grund für eine neuerliche "Friedensintervention" der USA und der NATO liefern - zumal auch die letzten Massenproteste für keinen "serbischen Maidan" sorgten. Und auch die Begründung ist bereits geliefert.

Mit dem "Z" ist für alle Welt klar, Russland trägt die Schuld. Und da dieses derzeit der Parias ist, kann man daran gehen, auch Südosteuropa endlich nach den Vorstellungen der NATO bzw. der USA zu formen. Der Vizechef des Soros-finanzierten "European Council on Foreign Relations" (ECFR), Carl Bildt, zu dem auch die österreichische Bundesregierung ein amikables Verhältnis unterhält, forderte die Umkrempelung des Balkans im Sinne des Werte-Westens wiederum schon vor Jahren auf dem WEF-Blog. Dabei nimmt er neben Moldawien nun auch Serbien ins Visier. Allerdings kündigten Russland und China - beide gehören zu den Staaten, die den Kosovo bisher nicht anerkennen - Serbien volle Unterstützung zu.

Im Westen hielt man die Strategie "Frieden schaffen mit tödlichen Waffen" schon länger für ein probates Mittel, gegen Serbien vorzugehen: 

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