Prestigeprojekt am Ende: Endgültiges Aus für Intel-Chipfabrik in Magdeburg
Der Weg zum Super-High-Tech-Land ist ein steiniger. Nun sind die Pläne für eine Chipfabrik des Herstellers Intel in Magdeburg nach einem Baustopp seit vergangenem Jahr, komplett ad acta gelegt. Denn der Chip-Riese befindet sich in der Krise und muss sparen. Daran ändert auch nichts, dass der Bund rund ein Drittel der Baukosten an Subventionen zuschießen wollte.
Job-Schwund in deutscher Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft hat ein veritables Problem. Denn immer mehr Arbeitsplätze brechen weg. Zuletzt verkündete auch das Traditionsunternehmen Bosch, dass weitere Stellen abgebaut werden sollen. Bereits im Mai diesen Jahres erklärte das Unternehmen, dass weltweit 12.000 Stellen wegfallen, davon allein mehr als 6.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Nun wird der Sparkurs verschärft, in Reutlingen fallen rund 1.100 Stellen weg. Insgesamt summiert sich damit der Stellenabbau mittlerweile auf rund 14.000 bis 15.000 Arbeitsplätze insgesamt.
Aber auch andere Industriezweige und Unternehmen, wie die Stahlindustrie befinden sich in der Krise. Neben weiter wegfallenden Arbeitsplätzen - im vergangenen Jahr waren es rund 68.000 - werden auch keine neuen geschaffen, bis vielleicht in Kabinetten und Behörden.
Keine 3.000 Stellen in Magdeburg
So sind nun auch die geplanten 3.000 Arbeitsplätze bei Intel in Magdeburg futsch. So meldete der Konzern zuletzt einen Verlust im vergangenen Quartal von 2,9 Milliarden Dollar. 2024 hatte die Verluste des US-Konzerns 1,6 Milliarden Dollar betragen. Damit stehen nun Umstrukierungen an, weltweit sollen rund 24.000 Mitarbeiter entlassen werden, zudem wird ein harter Sparkurs gefahren. Damit ist auch die geplante Chip-Fabrik in Sachsen-Anhalt vom Tisch.
Bereits im September 2024 kam es aufgrund der wirtschaftlichen Lage zu einem Baustopp. "Unsere Projekte in Polen und Deutschland werden wir aufgrund der erwarteten Marktnachfrage um etwa zwei Jahre verschieben", hieß es damals noch. Nun erfolgt die endgültige Kehrtwende. "Wir optimieren unsere Produktionskapazitäten und konzentrieren uns auf die wichtigsten Wachstumsbereiche", so der Konzern. Und weiter: "Intel wird die geplanten Projekte in Deutschland und Polen nicht weiter vorantreiben."
Selbst Subventionen helfen nicht
Dabei wollte die Bundesregierung den Bau der Chip-Fabrik, der mehr als 30 Milliarden Euro kosten sollte, sogar großzügig fördern. Fast ein Drittel, 9,9 Milliarden Euro wollte der Bund zuschießen. Für den damaligen SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz war es "wichtiger Schritt für den Hightech-Standort Deutschland – und für die Widerstandsfähigkeit".
"Die Verständigung mit Intel ist ein großer Erfolg und eine starke Investition in die Zukunft [...] Wir spielen im globalen Wettbewerb vorn mit und sichern nachhaltige und qualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Wir haben jetzt die Chance, ein neues florierendes und hochmodernes Chip-Ökosystem in Deutschland und Europa zu schaffen", hatte der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck im Sommer 2023 noch erklärt.
Aber im Mai 2023 hatte der grüne Wirtschaftsminister ja auch groß getönt: "Mit den nächsten Schritten bei Northvolt kann sich Deutschland auf eines der wichtigsten Leuchtturmprojekte der Energie- und Verkehrswende freuen, das Tausende von Green-Tech-Arbeitsplätzen schaffen wird." Das Scheitern dieses Leuchtturmprojekts ist inzwischen schon Geschichte und der Schaden für den Steuerzahler enorm. Und es ist nicht das einzige...
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