Jetzt ist es an der Zeit, aufzuwachen

Künstliche Intelligenz: Etwas Großes kommt

Wirtschaft
Symbolbild: Freepik

Was im Februar 2020 wie ein fernes Gerücht begann, veränderte binnen Wochen die Welt. Genau so fühlt sich KI gerade an: noch wirkt alles normal. Doch unter der Oberfläche hat sich etwas verschoben, das unser aller Alltag schneller verändern wird, als wir glauben.

Teil 1 eines redaktionell bearbeiteten Essays über KI von Matt Shumer im Rahmen unserer Kooperation mit InfoWars. Übersetzung aus dem Englischen: Der Status.

Es ist Zeit, sich vorzubereiten

Denk zurück an Februar 2020.

Wenn du genau hingeschaut hast, hast du vielleicht ein paar Leute bemerkt, die über ein Virus sprachen, das sich irgendwo im Ausland ausbreitete. Aber die meisten von uns haben nicht genau hingeschaut. Der Aktienmarkt lief großartig, deine Kinder gingen zur Schule, du gingst in Restaurants, hast Hände geschüttelt und Reisen geplant. Wenn dir jemand gesagt hätte, er lege sich einen Vorrat an Toilettenpapier an, hättest du gedacht, er verbringt zu viel Zeit in irgendeiner seltsamen Ecke des Internets. Und dann, innerhalb von etwa drei Wochen, veränderte sich die ganze Welt. Dein Büro schloss, deine Kinder kamen nach Hause, und das Leben ordnete sich neu – in etwas, das du dir einen Monat zuvor nicht hättest vorstellen können.

Ich glaube, wir befinden uns gerade in der Phase „Das scheint übertrieben“ von etwas, das sehr viel größer ist als Covid.

Ich habe sechs Jahre damit verbracht, ein KI-Startup aufzubauen und in diesem Bereich zu investieren. Ich lebe in dieser Welt. Und ich schreibe das für die Menschen in meinem Leben, die das nicht tun… meine Familie, meine Freunde, die Menschen, die mir wichtig sind und mich ständig fragen: „Also, was hat es mit KI auf sich?“ und dann eine Antwort bekommen, die dem, was tatsächlich passiert, nicht gerecht wird. Ich gebe ihnen immer die höfliche Version. Die Cocktailparty-Version. Weil die ehrliche Version klingt, als hätte ich den Verstand verloren. Und eine Zeit lang habe ich mir eingeredet, das sei ein guter Grund, das, was wirklich passiert, für mich zu behalten. Aber die Lücke zwischen dem, was ich sage, und dem, was tatsächlich geschieht, ist zu groß geworden. Die Menschen, die mir wichtig sind, verdienen es zu hören, was kommt. Selbst wenn es verrückt klingt.

Ich möchte eines gleich vorweg klarstellen: Obwohl ich in der KI arbeite, habe ich fast keinen Einfluss auf das, was bevorsteht - und die meisten in der Branche auch nicht. Die Zukunft wird von einer erstaunlich kleinen Anzahl von Menschen gestaltet: ein paar Hundert Forscher in einer Handvoll Unternehmen… OpenAI, Anthropic, Google DeepMind und einige andere. Ein einzelner Trainingslauf, betreut von einem kleinen Team über ein paar Monate, kann ein KI-System hervorbringen, das die gesamte Entwicklung der Technologie verschiebt. Die meisten von uns, die in der KI arbeiten, bauen auf Fundamenten auf, die wir nicht gelegt haben. Wir beobachten das genauso wie ihr… wir stehen nur nah genug dran, um das Beben zuerst zu spüren.

Aber jetzt ist es Zeit. Nicht im Sinne von „Irgendwann sollten wir darüber reden“. Sondern im Sinne von „Das passiert gerade, und ich muss, dass du es verstehst“.

Rasanter Fortschritt

Ich weiß, dass es real ist, weil es zuerst mir passiert ist.

Hier ist das, was außerhalb der Tech-Welt noch kaum jemand versteht: Der Grund, warum so viele Menschen in der Branche jetzt Alarm schlagen, ist, dass es bei uns bereits passiert ist. Wir machen keine Prognosen. Wir berichten davon, was in unseren eigenen Jobs schon geschehen ist – und warnen euch, dass ihr die Nächsten seid.

Jahrelang wurde KI stetig besser. Es gab größere Sprünge, aber sie lagen weit genug auseinander, dass man sie verarbeiten konnte. Dann, im Jahr 2025, haben neue Techniken zur Modellentwicklung ein deutlich höheres Tempo freigesetzt. Und dann wurde es noch schneller. Und dann noch schneller. Jedes neue Modell war nicht nur besser als das vorherige – es war mit größerem Abstand besser, und die Zeit zwischen den Veröffentlichungen wurde kürzer. Ich nutzte KI immer häufiger, musste immer weniger eingreifen und sah, wie sie Dinge übernahm, die ich früher für mein Fachgebiet hielt.

Dann, am 5. Februar, veröffentlichten zwei große KI-Labore am selben Tag neue Modelle: GPT-5.3 Codex von OpenAI und Opus 4.6 von Anthropic (den Entwicklern von Claude, einem der Hauptkonkurrenten von ChatGPT). Und etwas klickte. Nicht wie ein Lichtschalter. Eher wie der Moment, in dem man merkt, dass das Wasser um einen herum gestiegen ist und nun bis zur Brust reicht.

Ich werde für die eigentliche technische Arbeit meines Jobs nicht mehr gebraucht. Ich beschreibe in normaler Sprache, was ich gebaut haben möchte - und es erscheint einfach. Kein Entwurf, den ich noch korrigieren muss. Das fertige Produkt. Ich sage der KI, was ich will, gehe vier Stunden vom Computer weg und komme zurück - und die Arbeit ist erledigt. Gut erledigt. Besser, als ich es selbst gemacht hätte. Ohne Korrekturen. Vor ein paar Monaten habe ich noch mit der KI hin und her gearbeitet. Jetzt beschreibe ich das Ergebnis und gehe.

Lass mich dir ein Beispiel geben, damit du verstehst, wie das in der Praxis tatsächlich aussieht. Ich sage der KI: „Ich möchte diese App bauen. Das soll sie können, so ungefähr soll sie aussehen. Finde den User-Flow, das Design. Alles.“ Und sie macht es. Sie schreibt Zehntausende von Codezeilen.

Und dann - das ist der Teil, der vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre - öffnet sie die App selbst. Sie klickt durch die Buttons. Sie testet die Funktionen. Sie nutzt die App so, wie es ein Mensch tun würde. Wenn ihr etwas am Aussehen oder an der Bedienung nicht gefällt, geht sie zurück und ändert es. Eigenständig. Sie iteriert, wie ein Entwickler es tun würde, korrigiert und verfeinert, bis sie zufrieden ist.

Erst wenn sie entschieden hat, dass die App ihren eigenen Standards entspricht, kommt sie zu mir zurück und sagt: „Sie ist bereit, dass du sie testest.“

Und wenn ich sie teste, ist sie meistens perfekt.

Ich übertreibe nicht. So sah mein Montag diese Woche aus.

Und es war das Modell, das letzte Woche veröffentlicht wurde (GPT-5.3 Codex), das mich am meisten erschütterte. Es führte nicht nur Anweisungen aus. Es traf intelligente Entscheidungen. Es hatte etwas, das sich zum ersten Mal wie Urteilsvermögen anfühlte. Wie Geschmack. Dieses schwer erklärbare Gefühl dafür, was die richtige Entscheidung ist - von dem immer behauptet wurde, KI könne es nie haben. Dieses Modell hat es. Oder etwas, das so nah daran ist, dass der Unterschied kaum noch zählt.

Diese neuen KI-Modelle sind keine inkrementellen Verbesserungen. Das ist etwas grundlegend anderes.

Im nächsten Teil kannst du lesen, warum das auch dich betrifft. Selbst wenn du nicht in der Tech-Branche arbeitest.

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten