Klage vor dem US-Höchstgericht

Krebs durch Glyphosat: So will Bayer sich Schadenersatz-Milliarden sparen

Wirtschaft
Symbolbilder: Freepik (2); SCOTUS: Matt H. Wade, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Komposition: Der Status.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat zugestimmt, den Fall von Bayer zur teilweisen Immunität vor Klagen wegen Schäden durch das Unkrautvernichtungsmittel Roundup des Unternehmens zu verhandeln, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. Roundup ist eines der in Amerika am häufigsten verwendeten Pestizide. Seit 1974 wurden allein in den USA 1,6 Milliarden Kilogramm Glyphosat eingesetzt. Zahlreiche Studien haben es mit Krebs, negativen Auswirkungen auf die Reproduktion und anderen chronischen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.

Ein Artikel von "Raw Egg Nationalist" aus unserer Kooperation mit InfoWars, im Original hier nachzulesen. Übersetzung aus dem Englischen: Der Status.

Massive Gesundheitsschäden durch Glyphosat

Eine groß angelegte Studie zu Glyphosat in Urinproben ergab, dass 80,2 % der Amerikaner über sechs Jahren nachweisbare Mengen des Stoffes in ihren Proben hatten. Eine Studie an schwangeren Frauen aus dem Mittleren Westen, wo Glyphosat in der Landwirtschaft am intensivsten eingesetzt wird, zeigte, dass 99 % der befragten Frauen den Stoff in ihrem Körper hatten. Zahlreiche Studien brachten den Stoff mit Krebs, negativen reproduktiven Auswirkungen und anderen chronischen Gesundheitsproblemen in Verbindung.

Bayer will Milliarden-Schadenersätze verhindern

Bayer hatte gegen ein Urteil einer unteren Instanz Berufung eingelegt, in dem ein Mann erfolgreich geltend gemacht hatte, dass er nach jahrelanger Exposition gegenüber Roundup an einer Form von Krebs namens Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt war. Der Kläger John Durnell erhielt 1,25 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen.

Sollte die Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof allerdings erfolgreich verlaufen, könnte Bayer potenziell Milliarden Dollar an Schadenersatzzahlungen vermeiden. Die Bayer-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs um 5 %.

Bayer-CEO Bill Anderson erklärte in einer Stellungnahme, die Entscheidung des Gerichts sei „ein wichtiger Schritt in unserer mehrgleisigen Strategie, diese Rechtsstreitigkeiten deutlich einzudämmen“. Und weiter: „Es ist an der Zeit, dass das US-amerikanische Rechtssystem feststellt, dass Unternehmen nicht nach staatlichen Gesetzen bestraft werden sollten, wenn sie die bundesrechtlichen Vorgaben zu Warnhinweisen einhalten.“

Höchstgericht als Werkzeug für Straffreiheit?

Reuters erklärt: „Bayer argumentiert, dass Verbraucher das Unternehmen nicht nach staatlichem Recht verklagen können, weil es nicht vor einem erhöhten Krebsrisiko durch Roundup gewarnt habe – da die US-Umweltschutzbehörde EPA kein solches Risiko festgestellt hat und keinen solchen Warnhinweis verlangt." Bayer argumentiere weiter, dass das Bundesrecht es dem Unternehmen nicht erlaubt, über das von der EPA genehmigte Etikett hinaus Warnhinweise hinzuzufügen.

Das Unternehmen habe den Obersten Gerichtshof zu einem "zentralen Bestandteil seiner Strategie gemacht, die Ansprüche zu bewältigen, da ein Urteil, wonach Bundesrecht die Ansprüche nach dem Recht der Bundesstaaten aussticht, die überwiegende Mehrheit der Klagen beenden würde."

Weitere 65.000 Ansprüche anhängig

Bayer hat bereits 10 Milliarden Dollar gezahlt, um die meisten bis 2020 anhängigen Roundup-Klagen beizulegen, konnte jedoch keine Einigung für zukünftige Fälle erzielen und sieht sich weiterhin Ansprüchen von 65.000 Klägern gegenüber, die ähnliche Schäden geltend machen, darunter Fälle von Non-Hodgkin-Lymphom und anderen Krebsarten.

2022 hatte Bayer den Obersten Gerichtshof bereits einmal gebeten, die Roundup-Rechtsstreitigkeiten zu prüfen, doch der Antrag wurde abgelehnt. Das Unternehmen hat damit gedroht, Roundup vom Markt zu nehmen, während es die Rechtsstreitigkeiten führt.

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