'Fauler Kanzler': Ryanair-Chef sauer auf untätigen Stocker
Stocker: © European Union, 1998 – 2025, Wikimedia Commons (Attribution); O'Leary: World Travel & Tourism Council, Flickr, CC BY 2.0; Komposition: Der Status.
Die schwarz-rot-pinke "Ömpel"-Regierung blieb große Würfe bislang schuldig, die Wirtschaftslage hat sich eher noch weiter verschlechtert. Und will offenbar daran auch nichts ändern: Diesen Eindruck vermitteln die verärgerten Aussagen von Ryanair-Chef Michael O'Leary, der große Investitionen in Österreicht tätigen wollte, aber offenbar von ÖVP-Kanzler Christian Stocker und SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke hingehalten wurde.
Abzug statt großer Investitionspläne
Ryanair zieht Flugzeuge aus Wien-Schwechat ab, in den letzten paar Monaten gleich fünf Stück. Und Michael O'Leary, der Chef der Billig-Airline, droht mit dem Abzug weiterer Maschinen, wenn die Regierung weiter nicht in die Gänge kommt und eine Schubumkehr bei den Steuern auf Mobilität boykottiert. Denn die hohen Airportgebühren, laut seiner Darstellung die "dritthöchsten in Europa" und die Flugabgaben, ärgern sein Unternehmerherz. Also suchte er vor geraumer Zeit das Gespräch mit Stocker und Hanke.
Dort unterbreitete er seinen Wachstumsplan: 1 Mrd. Euro in Österreich investieren, damit auf 12 Mio. Passagiere am Standort wachen (+70%), zudem 10 neue Boeing-737 in Schwechat stationieren. Mehrere hundert Arbeitsplätze würden so geschaffen. Und Stocker soll sich beim Treffen interessiert gezeigt haben, und wollte "etwas tun". Bis Ende September würde er eine Antwort erhalten, so die Auskunft von O'Leary über die großen Worte des schwarzen Kanzlers.
Kanzler "faul", Verkehrsminister "ein Lügner"
Doch es sollen leere Versprechen gewesen sein, wie O'Leary gegenüber der "P: "Der September ist vorbei und wir haben keine Antwort," so O'Leary angesäuert. Er kritisiert zudem die Arbeitsmoral des ÖVP-Kanzlers: Die Slowakei hat die Luftverkehrssteuer abgeschafft, fünf der größten Regionen Italiens und andere versprechen es zu tun. Unterdessen sitzt Bundeskanzler Stocker untätig herum. Österreich hat einen faulen Bundeskanzler, der nicht für Wachstum in Österreich sorgen kann. Das ist nutzlos."
Auch die Reaktion von SPÖ-Verkehrsminister Hanke auf den Rückzug auf Raten ärgert O'Leary immens: "Er sei offen für Gespräche, lautete seine Reaktion. Wir haben Gespräche geführt, und sie machen sich nicht die Mühe, zu antworten." Aus diesem Grund habe man Hanke in einer Pressemitteilung "als Lügner bezeichnet, was er eindeutig ist." Der rote Spitzenpolitiker, wie viele Wiener Parteikollegen bestens in der Freimaurerei vernetzt, erteilte allerdings der Streichung der Flugabgabe bereits eine Absage.
FPÖ: "Vorsätzliche Sabotage" am Standort
Diese Abgabe wurde vor einigen Jahren unter dem Deckmantel der "ökologischen Wende" eingeführt und macht seither die Flugtickets auch für den Endverbraucher deutlich teurer. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, zudem Verkehrssprecher seiner Partei, sprach daher von einer "vorsätzlichen Sabotage" am Wirtschafts- & Tourismusstandort. Die Regierung würde mit dem Beharren auf diese "Strafsteuer" eine Fluglinie nach der anderen vertreiben.
Mit Folgen: "Die Zeche zahlen die Österreicher durch höhere Preise und ein schlechteres Flugangebot. Der Traum vom leistbaren Urlaub wird für immer mehr Familien zum Luxusgut, weil die Regierung mit grüner Symbolpolitik die Welt retten will". Der Abzug zweier Maschinen bedeute volkswirtschaftlich zudem einen Verlust von über 170 Mio. Euro. Man schreibe den Bürgern ideologisch vor, wie sie zu leben haben und mache zugleich Wien zum "Provinzflughafen", statt Arbeitsplätze & Wachstum zu fördern.
Nach Bekanntwerden der O'Leary-Aussagen legte Hafenecker nach: Diese seien eine "peinliche Watsche" für eine Regierung, die ein "Totalausfall" sei und eine "Gefahr für Wohlstand in unserem Land". Dass sie ein fertiges Milliarden-Investitionspaket einfach ignorieren würde, sei "an Dilettantismus und Arroganz nicht mehr zu überbieten". Man sei offenbar zu sehr mit sich selbst & dem Machterhalt beschäftigt, diese Politik sei Gift für den Standort und ein Schlag ins Gesicht aller Arbeitnehmer und Unternehmer. Es brauche daher ein "sofortiges Ende dieser wirtschaftsfeindlichen Sabotage-Politik".
Inzwischen gibt's auch bereits Rücktrittsforderungen aus dem publizistischen Bereich:
Wenn es stimmt, was Ryanair-Chef Michael O‘Leary im Presse-Interview sagt, müssten Stocker und Hanke zurücktreten. Das Land kann sich eine solche Politik nicht leisten.
— Thomas M. Eppinger (@ThomasEppinger) November 6, 2025
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