Will im Gespräch bleiben: Jetzt mischt sich Selenski bei Irankrieg ein
Flaggen: Freepik; Raketen: KI-generiert (Grok); Al-Udeid-Basis: TSGT SCOTT REED, USAF/Air Force, Wikimedia Commons (gemeinfrei); Selenski: President of Ukraine, Flickr (CC0); Komposition: Der Status.
Wie schon im vergangenen Jahr, als der Iran angegriffen wurde und im Gegenzug Israels Iron Dome testete, geht in der öffentlichen Wahrnehmung das Interesse am Konflikt in der Ukraine stark zurück. Für Ukraine-Machthaber Wolodymyr Selenski ein Desaster, welches er mit zweifelhaften Wortmeldungen zu überspielen sucht. Und auf die Ukraine könnten weitere Probleme warten: Je länger das Iran-Abenteuer der USA und Israels dauert, desto gefährderter könnten Waffenlieferung für Kiew sein. Die USA hingegen erklären, dass ein Regimechange im Iran nebensächlich sei.
Selenski will auch mitmischen
Es ist ein Vorschlag, den wohl niemand wirklich ernst nehmen dürfte. Wie "Bloomberg" berichtet, bietet Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenski den arabischen Staaten Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnenangriffe an. Allerdings ist die Hilfe an Bedingungen geknüpft. "Ich würde Folgendes vorschlagen: Die Staatschefs des Nahen Ostens haben gute Beziehungen zu den Russen. Sie können die Russen bitten, einen einmonatigen Waffenstillstand zu vereinbaren", so Selenski gegenüber Bloomberg.
Sobald der Waffenstillstand in Kraft sei, "werden wir unsere besten Drohnenabwehrspezialisten in die Länder des Nahen Ostens entsenden". Denn diese hätten mit der Abwehr iranischer Shahed-Drohnen inzwischen Fachwissen entwickelt. Bei Bedarf, so Selenski, könne der Waffenstillstand auch kürzer sein aber auch verlängert werden.
Sorge um Waffenlieferungen
Ernsthafte Erwägungen des Vorschlags dürften im Nahen Osten wohl kaum stattfinden. Doch Selenski dürfte nicht nur davon getrieben sein, seinen guten Willen zu beweisen und sich als Macher und Helfer darzustellen. Vielmehr könnte der Konflikt im Iran für die Ukraine problematisch werden - zumindest, wenn er länger dauert. Denn dann könnte der Nachschub an Luftabwehrwaffen für die Ukraine geschmälert werden.
Wenn die USA die Ausrüstung selbst brauchen, können sie nichts an europäische Staaten verkaufen, die diese dann an die Ukraine weiterverschenken. Wie "Military Affairs" berichtet, sie dieses Thema für Kiew, laut Selenski, ein ernsthaftes Problem. Allerdings, so heißt es weiter, seien bisher noch keine konkreten Probleme bei Waffenlieferungen bekannt.
Kiew unterstützt "Spezialoperation" der USA
Allgemein versuchte sich die Kiewer Führung sofort nach dem Überfall in Washington beliebt zu machen. So war Selenski einer der ersten Staatschefs, die den Angriff der USA und Israels sofort unterstützte. „Obwohl die Ukrainer den Iran nie bedroht haben, hat sich das iranische Regime selbst dafür entschieden, ein Komplize von Putin zu werden und ihn mit Shahed-Drohnen zu beliefern", so Selenski auf X.
Weiter erklärte er: "... Daher ist es fair, dem iranischen Volk eine Chance zu geben, sich von einem terroristischen Regime zu befreien, sich davon zu befreien und die Sicherheit aller Nationen zu gewährleisten, die unter dem Terrorismus aus dem Iran gelitten haben ... Es ist wichtig, dass die Vereinigten Staaten entschlossen handeln. Wann immer die USA entschlossen sind, werden globale Kriminelle geschwächt. Diese Erkenntnis muss auch den Russen klar werden."
Events in the Middle East and the Gulf region are unfolding extremely rapidly. Unfortunately, Ukraine knows all too well what this is about. Although Ukrainians never threatened Iran, the Iranian regime chose to become Putin’s accomplice and supplied him with “shahed” drones, and…
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) February 28, 2026
Regimechange vom Tisch?
Im "Kyiv Independent" erklärte der Politologe Wolodymyr Fesenko: "Wir unterstützen die Vereinigten Staaten bei dieser Operation, um unsere partnerschaftliche Haltung gegenüber den USA zu demonstrieren und die objektiven Widersprüche auszunutzen, die zwischen den USA und Russland entstehen." Den Begriff "Spezialoperation" vermeidet er wohl eher absichtlich. Hingegen ist ein Regimewechsel im Iran laut Vizepräsident JD Vance kein Hauptziel der USA. "Was auch immer mit dem Regime in der einen oder anderen Form geschieht, es ist für das vorrangige Ziel des Präsidenten hier nebensächlich", so Vance gegenüber Medien. Obwohl eine US-Marionettenregierung Washington sicher entgegenkäme.
Hingegen soll es wohl wieder vordergründig um vermeintliche iranische Atombomben gehen. Schon vor rund einer Woche erklärte Trumps Sonderbeauftragter Steve Witkoff, dass der Iran kurz vor dem Bau einer Atombombe sei. Und nun erklärte er, der Iran habe angeblich während der Verhandlungen geprahlt, dass man Material für 11 Atombomben habe - diese Ehrlichkeit hätte man den Mullahs kaum zugetraut.
Zwar war selbst im Sommer vergangenen Jahres der US-Geheimdienst noch der Meinung, der Iran sei bis zu drei Jahre von einer Atombombe entfernt, wenn er denn überhaupt eine bauen wolle, aber Warnungen, dass er nur mehr Tage entfernt sei, liefen in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig ab - Der Status berichtete. Fix ist jedenfalls, dass im Krieg die Wahrheit immer zuerst stirbt und die USA nicht erst seit der Brutkasten-Lüge ein Meister beim Spinnen fingierter Kriegsgründe sind. Ob man dieses Mal mehr findet, als dazumal an Massenvernichtungswaffen im Irak, bleibt also abzuwarten.
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