Teheran will Krieg möglichst teuer machen

Überfall von USA & Israel auf Iran: So brutal könnte Öl-Krise werden!

Welt
Trump: White House photo by Daniel Torok, gemeinfrei, Flickr; Ölpreis: Freepik; Komposition: Der Status.

Der gemeinsame Angriff Israels und der USA auf den Iran könnte für den Ölmarkt massive Folgen haben. Schon jetzt sind die Preise deutlich am Ansteigen. Wenn der Konflikt länger dauert und es dem Iran gelingt, die Straße von Hormus für längere Zeit zu sperren, könnte dies die globale Energieversorgung und Märkte in die Krise stürzen. Nutznießer der Situation könnte Russland sein.

Ölpreis steigt bereits rapide

Der Ölpreis schnellt in die Höhe. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg schlagartig um rund 13 Prozent auf rund 82 Dollar je Barrel. Und Analysten befürchten, dass der Preis auf 100 Dollar pro Barrel ansteigen könnte, wenn es dem Iran gelingt, die Meerenge von Hormus für längere Zeit lahmzulegen. Die Folgen für die Wirtschaft - und in weiterer Folge die Preise für Endverbraucher in allen Bereichen - könnten unschätzbar brutal sein. Auch neue Hochinflation-Phasen in ganz Europa sind denkbar. 

Auch wenn die OPEC-Staaten bereits eine Erhöhung der Fördermenge beschlossen haben, um Engpässe und Preissprünge zu verhindern, könnten die Auswirkungen dieses Eingriffs gering bleiben. Denn nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran - völkerrechtswidrig, Angriffskrieg etc. hört man von europäischen Politikern selten, obwohl selbst die US-Demokraten von einem "illegalen Angriff" sprechen - schlagen die Mullahs um sich und greifen Staaten in der Region an und dortige US-Stützpunkte an. 

Raffinerie und Meerenge

So wurden bei Drohnen-Angriffen unter anderem auch die wichtigste Ölraffinerie Saudi-Arabiens in Ras Tanura vom Iran getroffen, was unweigerlich zu Produktionsausfällen führen wird. Zudem versucht der Iran die Straße von Hormus zu sperren, ein Nadelöhr der einer der wichtigsten Routen für den Gas- und Ölhandel. Der Iran weiß, dass er auf lange Sicht nicht hoch gewinnen kann, aber er kann den Konflikt und die Auswirkungen so teuer wie möglich machen. Der Verkehr durch die Straße ist derzeit nahezu zum Erliegen gekommen und Kriegsrisikoversicherungen werden für die Region von den großen Anbietern zurückgezogen oder mit kräftigen Aufschlägen versehen.

So hat Hapag-Lloyd einen Kriegsrisikozuschlag von 1.500 Dollar pro Standardcontainer und 3.500 Dollar pro Container für Kühlcontainer und Spezialausrüstung für Fracht von und nach dem Oberen Golf, dem Golf von Persien und dem Arabischen Golf eingeführt - und andere ziehen nach. Die Preise steigen also weiter. Schon da zeigte sich: Man müsste die Straße von Hormus gar nicht abriegeln, um den globalen Rohstoff- & Energiehandel teilweise zum Erliegen zu bringen. Es reicht offenbar, die Fracht in wirtschaftlicher Hinsicht "unversicherbar" zu machen. Am Montagabend verkündete der Iran dann aber ohnehin die Sperrung, jedes passierende Schiff kann beschossen werden.

Trump in der Zwickmühle?

Eine Entwicklung, die dieser Tage auch von kpler analysiert wurde. Zumal durch den Iran verursachte wirtschaftliche Schäden zur Erhöhung der  Energiekosten führen und somit die US-Regierung in Argumentationsschwierigkeiten bringt. Denn das Vertrauen in US-Präsident Donald Trump würde durch steigende Preise beschädigt - bekanntlich sind niedrige Spritpreise und Energiekosten für US-Verbraucher essentiell. Ein Grund mehr für Trump, den Ölpreis im Blick zu behalten und den Konflikt möglichst schnell zu beenden.

Trump selbst erklärte am Wochenende, dass die Operation mit dem Namen Epic Fury, die der Präsident zunächst von seinem Anwesen Mar-a-Lago aus verfolgte, nur 4 Wochen dauern werde. Bis zu den Zwischenwahlen im November bliebe dann noch genug Zeit, die Lage im Inland zu konsolidieren. Allerdings wäre es nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, wenn sich der Konflikt länger hinzieht. Dann könnte sich Trump zu Eingriffen in den Markt genötigt sehen, die wiederum Europa in die Bredouille bringen.

Russland als Nutznießer

Durch die Sperrung der Meerenge ist zudem vor allem der asiatische Raum betroffen. So könnten Indien und China - der Reich der Mitte verfügt über bedeutende strategische Rohölreserven, die zunächst als Puffer dienen können - sich aufgrund der gestörten Lieferungen in Nahen Osten nach Alternativen umsehen. Und dies dürfte die Wettbewerbsposition Russlands auf den Rohölmärkten deutlich verbessern.

Indien, so die Analyse, dürfte aufgrund räumlicher Nähe recht schnell wieder verstärkt auf russisches Rohöl umstellen, nachdem es zuletzt den Import von russischem Öl reduziert bzw. gestoppt hatte. Aber auch China, dessen Importe aus dem Iran zuetzt rund 13 Prozent der chinesischen See-Rohöl-Importe ausmachte, dürfte dies mit russischen Lieferungen kompensieren, die zuletzt gedrosselt wurden. Zumal der Angriff auf den Iran auch China stärker trifft als der US-Überfall auf Venezuela. 

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