Trump setzt auf Personenkult: Sein Gesicht jetzt auch im US-Reisepass
Screenshot: X (Bildzitat).
Nicht zuletzt vor dem Eindruck des Irankriegs fallen die Beliebtheitswerte von Donald Trump in den USA mittlerweile in den Keller. Sogar einstige Unterstützer wenden sich ab, auch weil er mit zentralen Wahlversprechen bricht: Das Remigrationsprogramm ist im Stocken, das Narrativ vom "Friedenspräsidenten" kriegt Risse, die Konsequenzen gegen das Epstein-Netzwerk belieben aus. Zugleich versucht der US-Präsident, die basisgetragene "MAGA"-Bewegung abzuschütteln und vordergründig auf einen Personenkult zu setzen.
Artikel aus unserer Kooperation mit "Unser Mitteleuropa"
Trumps Gesicht auch im Reisepass
Es gibt politische Maßnahmen, die leise passieren – und solche, die kaum zu übersehen sind. Letzteres scheint die bevorzugte Kategorie von Donald Trump zu sein. In seiner zweiten Amtszeit treibt der US-Präsident die Inszenierung seiner Person auf eine neue Spitze: Sein Gesicht soll künftig nicht nur auf Münzen, Banknoten und Gebäuden erscheinen – sondern auch auf Reisepässen.
Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit wird eine limitierte Sonderedition des US-Reisepasses geplant. Das Besondere: Auf dem Cover prangt ein Porträt Trumps, eingerahmt vom Text der Unabhängigkeitserklärung. Laut offiziellen Entwürfen aus dem Außenministerium soll damit ein „historischer Moment“ gewürdigt werden.
Die Pässe sollen im Sommer ausgegeben werden – zunächst wohl nur in Washington, D.C. Ob sie landesweit oder online verfügbar sein werden, ist noch unklar. Trotz des neuen Designs betonen Behörden, dass alle Sicherheitsmerkmale erhalten bleiben.
Personenkult mit System
Dass Donald Trump seine Präsenz im öffentlichen Raum verstärken will, ist kein neues Phänomen – aber die Intensität nimmt spürbar zu. Berichten zufolge, unter anderem vom US-Sender CNN, wird diese Strategie gezielt vorangetrieben. Hier einige Beispiele:
- Das Finanzministerium plant Ein-Dollar-Münzen mit seinem Konterfei – ein historischer Bruch, da lebende Präsidenten traditionell nicht auf US-Währung abgebildet werden dürfen.
- Seine Signatur soll künftig auf 100-Dollar-Scheinen erscheinen – während die Unterschrift des „Treasurer“ erstmals seit über 160 Jahren verschwindet.
- Selbst Kulturinstitutionen wie das John F. Kennedy Center for the Performing Arts tragen inzwischen seinen Namen.
Von Nationalparks bis Visaprogramm
Der Trend zieht sich durch nahezu alle Lebensbereiche:
- Auf dem „America The Beautiful“-Jahrespass für Nationalparks erscheint Trumps Gesicht neben dem von George Washington.
- Ein Visaprogramm für wohlhabende Ausländer wird unter dem Namen „Gold Card“ vermarktet – ebenfalls mit Bezug auf Trump.
- Großformatige Banner mit seinem Abbild schmücken Regierungsgebäude in Washington.
Zwischen Symbolik und Kritik
Für Anhänger ist diese Entwicklung Ausdruck von Stolz und nationaler Identität. Kritiker hingegen sehen darin einen ausgeprägten Personenkult, der demokratische Traditionen infrage stellt. Die Idee eines Reisepasses – eines Dokuments, das eigentlich Neutralität und staatliche Identität verkörpert – wird damit zu einem politischen Symbol. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Die Grenze zwischen Staat und Person verschwimmt zunehmend.
Ob Reisepass, Währung oder öffentliche Gebäude – Donald Trump scheint entschlossen, sich dauerhaft im visuellen Gedächtnis der Nation zu verankern. Die limitierte Pass-Serie ist dabei nur ein weiteres Kapitel in einer Strategie, die weniger auf Zurückhaltung als auf maximale Sichtbarkeit setzt. Die Frage lautet mittlerweile nicht mehr, wo sein Gesicht noch auftaucht – sondern wo nicht.
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