Schulden und Industriesterben: Frankreichs Pleite könnte die EU sprengen
Symbolbild: Freepik
Wenn Frankreich unter seinem Schuldenberg zusammenbricht, könnte dies die ganze EU mit sich in den Abgrund reißen. Das Land steckt in einer sich stetig verfestigenden Wirtschafts- und Finanzkrise. In der Pariser Hauptstadtregion sieht die Realität Frankreichs bitter aus. In Regionen wie dem Département Valenciennes oder Saint-Étienne liegt die Arbeitslosenquote teilweise über 15 Prozent. Die Infrastruktur verfällt, öffentliche Dienstleistungen werden immer schlechter.
Ein Beitrag aus unserer Kooperation mit Unser-Mitteleuropa
Schuldenberg wächst unaufhaltsam
Die französische Staatsverschuldung hat sich in den letzten 25 Jahren verdreifacht und liegt aktuell bei 3,4 Billionen Euro. Allein die Zinszahlen übersteigen bereits das gesamte Budget für Hochschulen und Forschung zusammen. Seit 1974 hat Frankreich kein einziges Jahr mit einem ausgeglichenen Haushalt erlebt – 51 Jahre Dauerdefizit. Das Land, das einst maßgeblich die strengen Euro-Stabilitätsregeln der Eurozone mitentworfen hat, gefährdet heute selbst diese Regeln.
Demografische Zeitbombe tickt
Die Geburtenrate ist von 2,0 Kindern je Frau im Jahr 2010 auf nur noch 1,6 im Jahr 2024 gesunken. Jedes Jahr gehen etwa 800.000 Babyboomer in Rente, doch nur rund 700.000 junge Menschen treten neu in den Arbeitsmarkt ein. Das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern hat sich seit 1990 von fünf zu eins auf fast zwei zu eins verschlechtert. Gleichzeitig stagniert die Produktivität: Zwischen 2015 und 2023 wuchs sie im Schnitt nur um 0,3 Prozent pro Jahr.
Industrie schrumpft dramatisch
Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt ist von 26 Prozent im Jahr 1980 auf heute nur noch 13 Prozent gefallen. Allein in den ersten zehn Jahren nach Einführung des Euro 1999 verschwanden 900.000 Industriearbeitsplätze. Hohe Lohnkosten und starre Arbeitsgesetze machen französische Standorte für viele Unternehmen unattraktiv. Jeder verlorene Fabrikjob reißt weitere Stellen in Zuliefer- und Dienstleistungsbranchen mit sich und führt zum wirtschaftlichen Niedergang ganzer Regionen.
Politische Lähmung blockiert Reformen
Seit 2017 hat Frankreich sieben verschiedene Regierungschefs verschlissen. Die politische Landschaft ist in fünf große Lager zersplittert, weshalb tiefgreifende Reformen kaum möglich sind. Selbst moderate Vorstöße wie die Anhebung des Rentenalters durch Präsident Macron lösten Massenproteste und einen starken Rückgang seiner Beliebtheit aus. Das komplizierte Steuersystem und die rigiden Arbeitsmarktregeln erschweren jede Veränderung zusätzlich.
Frankreichs Rentensystem ist am Limit
Das Rentensystem verschlingt inzwischen 14 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung – mehr als Bildung, Verteidigung und Verkehr zusammen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 18 Prozent. Reale Löhne stagnieren, während die Lebenshaltungskosten steigen. Immer mehr Bürger und Investoren verlieren das Vertrauen in die Tragfähigkeit des französischen Modells; die Renditen französischer Staatsanleihen steigen entsprechend.
Wenn Frankreich fällt ist EU kaum zu halten
Wie lange wird die Wirtschaft Frankreichs mit den Zuständen zurechtkommen? Es besteht eine große Gefahr, dass Frankreich in eine Situation kommt, wie Griechenland vor einigen Jahren. Nur die Dimension für die EU wäre sehr viel größer. Das könnte die EU sprengen.
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