NATO-Seeminen: Anschlag auf russischen Tanker vereitelt
Bild: FSB
Russland meldet einen vereitelten Anschlag auf den Tanker „Arrhenius“ in Ust-Luga. Zwei Seeminen am Schiffsrumpf sollen entschärft worden sein. Moskau spricht von westlicher Sabotage und warnt vor Folgen für Europas Wirtschaft.
Ein redaktionell bearbeiteter Beitrag aus unserer Kooperation mit Unser-Mitteleuropa
Je näher anglo-amerikanische Kriegsparteien vor Niederlagen stehen, desto stärker pflegen sie auf verdeckte Kriegsführung zurückzugreifen: Der russische Inlandsnachrichtendienst FSB hat dazu gemeldet, in diesem Jahr schon 78 Terroranschläge abgewehrt zu haben. Nun leiteten russische Ermittler heute ein Strafverfahren wegen des versuchten Terroranschlags auf den Tanker „Arrhenius“ ein.
Der Tanker war aus dem belgischen Hafen Antwerpen kommend in Ust-Luga in der Region Leningrad eingelaufen, um flüssiges Gas zu laden. Im Zuge einer Routineinspektion wurde zwei verdächtige Objekte am Schiffsrumpf ausgemacht.
Spezialisten des FSB, wie auch des Verteidigungsministeriums und der Rosgvardia [Russischen Nationalgarde für innere Sicherheit], die sich an zwei Sprengladungen am Schiffsrumpf machten, wurden hinzugezogen. Die Sprengkörper konnten in Folge erfolgreich entschärft und der geplante Anschlag auf das Schiff so verhindert werden.
Der FSB meldete, dass es sich um industriell gefertigte Seemagnetminen handelte, die in einem Land der NATO hergestellt worden waren. [Anmerkung der Redaktion: Solche Hersteller gibt es z.B. in Finnland, Deutschland und USA] Nach Angaben der Ermittler verließ der Tanker Antwerpen (Belgien) mit Kurs auf den Hafen von Ust-Luga, wo er am 20. Mai eintraf. Von Russland aus sollte das Schiff beladen mit Flüssiggas weiter zum Hafen Samsun nach der Türkei auslaufen.
Der Tanker hielt sich länger in Antwerpen auf
Der Kapitän des Tankers berichtete, dass die „Arrhenius“ vor dem Löschen ihrer Ladung [Ammoniak] in Antwerpen von den lokalen Stellen angewiesen worden wäre, wegen eines vermeintlichen Streiks außerhalb des Hafens vor Anker zu gehen, um zu warten. Das hätte eineinhalb Tage gedauert, denn erst dann durfte das Schiff im Hafen von Antwerpen, dem zweitgrößten Europas, anlegen. Dies zog auch die verspätete Ankunft in Russland nach sich.
Es besteht der Verdacht, dass der seltsame Extra-Stopp des Tankers vor dem Hafen in Antwerpen, westlichen Diensten die Möglichkeit verschafft haben dürfte, um zwei Sprengladungen am Rumpf des Tankers anbringen zu lassen.
Die Ladung der industriell gefertigten magnetischen Seeminen belief sich auf je ca. 7 kg Plastik-Sprengstoff. Diese wurden am Heck des Schiffes nahe am Maschinenraum außen am Rumpf angebracht.
Umweltkatastrophe diesmal verhindert
Ein Anschlag auf den Gastanker „Arrhenius“ noch im Hafen von Ust-Luga – möglichst voll beladen und mit maximalen Umweltschäden – hätte gut ins Konzept der psychologischen Kriegsführung von Verlierern gepasst. Dazu kommt, dass Ust-Luga und Primorsk zu den wichtigsten russischen Ostseehäfen zählen, über die heute mehr als 40% der gesamten russischen Rohstoffexporte laufen. Aus diesem Grund waren beide Häfen in diesem Jahr schon wiederholt zu Zielen von Drohnenangriffen aus der Ukraine geworden: Durch solche Angriffe wurden Brände, wie auch diverse Beschädigungen an Tanks und Verladeeinrichtungen mit entsprechenden Lieferstörungen verursacht.
EU-Wirtschaft weiter im Sinkflug
Doch derartige Aktionen schädigen nicht nur Russland, sondern zu guter Letzt auch die industrielle Basis der kollektiven EU-Staaten: Denn der Produktionsstandort Europa befindet sich seit Ausbruch des Wirtschaftskrieges gegen Russland im kontinuierlichen Niedergang.
Reuters berichtete, dass beispielsweise der deutsche Produktionssektor im ersten Quartal 2026 127.300 Stellen abbauen musste. Terroranschläge auf Russland werden diese Situation nicht drehen – ganz im Gegenteil: Die Arbeiten an der Pipeline Power of Siberia 2 (POS-2) wurden schon aufgenommen und werden 50 Milliarden m3 (bcm) Gas, welches für EU-Europa da gewesen wäre, in Zukunft nach China (um)leiten.
Die psychologischen Kriegsspiele westlicher Dienste sind kontraproduktiv und werden zuletzt auf ihre Urheber zurückzufallen: Denn mit Terror werden keine Großmächte gemacht.
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