Masalas trübe Glaskugel: Putin-Angriff auf NATO angeblich 'noch vor 2029'
Masala: © Superbass, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Symbolbild: Magnific; Komposition: Der Status.
Was Marcel Fratzscher für wirtschaftliche “Einordnungen” und Prognosen, das ist Carlo Masala im militärischen Bereich: Einer der größten Blindgänger und Funktions-“Experten”, die eben aufgrund ihrer systemkonformen, politisch jeweils erwünschten Stellungnahmen eine Medienpräsenz im Mainstream genießen. Nun durfte er einmal mehr vor dem drohenden Angriff des russischen Bären warnen, der sinngemäß gefräßig bereits vor den Toren Berlins wartet.
Redaktionell bearbeiteter Artikel aus unserer Kooperation mit JouWatch
Masala sieht den Russen kommen
Im Zuge des Irankriegs und angesichts der immer haarsträubenderen Korruptionsfälle in der Ukraine war die Unterstützung für die Selenskyj-Kleptokratie zuletzt etwas ins Zwielicht geraten. Höchste Zeit daher, dass den deutschen Schlafschafen wieder einmal ein wenig Angst eingeflößt wird, um die Feindbildertüchtigung sicherzustellen. So warnt Masala nun vor einem “möglichen Putin-Angriff auf die NATO bereits vor 2029”.
Der Professor für internationale Politik und Militärexperte Masala “rechnet” in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ ernsthaft damit, dass Russland “die NATO früher angreifen könnte als bisher von der Allianz angenommen”. Die NATO richtet sich derzeit auf einen möglichen Konflikt ab 2029/2030 aus; Masala betont jedoch, dass militärische Strategien häufig auf „strategische Überraschung“ setzen. Es gebe keinen plausiblen Grund für Moskau, auf Schwachstellen der Allianz zu warten, statt sie frühzeitig auszunutzen.
Heraufbeschworenes Himmelfahrtskommando
Die völlig irre und wirre, auf keinerlei Fakten und Realhinweisen, sondern lediglich pro-ukrainischen Narrativen und Propagandaerzählungen fußende Behauptung, Putin würde das zwangsläufig in einen Atomkrieg mündende Himmelfahrtskommando eines Angriffs auf das westliche Bündnis wagen, das unter keiner erdenklichen Prämisse irgendeinen logischen Sinn ergibt und auch durch keinerlei Drohungen oder konkrete russische Handlungen belegt ist, jedoch umso dramatischer als Popanz an die Wand gemalt wird, dient natürlich allein dem Ziel, die sklavische Ankettung des Westens an die Ukraine als notwendige Folge einer angeblichen Schicksalsgemeinschaft darzustellen.
Damit wird von den wahren, komplexen Hintergründe des Ukraine-Krieges, dessen Vorgeschichte viel länger ist als die eigentlichen vier Jahre Kampfhandlungen, abzulenken. Hierzulande wird der Überfall Russlands als wahlloser expansionistischer Akt Putins in seinem Machtstreben dargestellt wird, der ebenso hätte das Baltikum, Polen oder eben auch Deutschland treffen können. Nicht könnte falscher sein und das muss ein “Militärexperte“ natürlich auch wissen – weshalb man Masala vorwerfen muss, dass er wider besseres Wissen Panik schürt und sich zum "nützlichen Idioten" einer perfiden Großtäuschung der deutschen Öffentlichkeit macht.
Präventivkriegspolitik wieder en vogue
Der praktische Zweck seiner Unkenrufe, die Steigerung der “Kriegstüchtigkeit”, beinhaltet auch eine im Kern zutreffende Kritik am Zustand der Bundeswehr, die für militärische Landesverteidigung nicht ausreichend vorbereitet und kurzfristig nicht einsatzbereit sei. Statt langfristiger Entwicklungsprojekte fordert er den sofortigen Erwerb verfügbarer Systeme, eine schnellere Integration von Drohnentechnologie und die systematische Auswertung erbeuteten russischen Kriegsgeräts, um eigene Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben.
Es sind die auch von Friedrich Merz gerade wieder beschworenen „Fight-Tonight“-Strategien, die so klingen, als hätte es so etwas wie das Atomzeitalter und nukleare Abschreckung nie gegeben, als würden im Ernstfall Atomraketen im Arsenal bleiben und stattdessen konventionelle Kriege zwischen Atommächten geführt werden. Dass die Bundeswehr wieder aufgebaut und gestärkt wird, ist ein legitimes Ansinnen – aber erstens nicht mit der wahnwitzigen Misswirtschaft und Ineffizienz der Bundesregierung und vor allem unter Verteidigungsminister Boris Pistorius, und zweitens nicht unter Aufbietung von aufgewärmten “Der Russe kommt”-Angstparolen von anno tobak als Vorwand.
Wahrscheinlich wie ein Alien-Angriff
Böse Zungen würden behaupten, dass sogar noch die Warnung vor einer außerirdischen Invasion stichhaltiger sei als ein Angriff Russlands - aber es wäre ja nicht so, als würden sich nicht die USA und die Bundeswehr ebenso auf einen solchen vorbereiten (Der Status berichtete hier, hier und hier). Wenn ein solcher je erfolgt, dann allenfalls, weil der Westen selbst über seine immer weitergehende Kriegsbeteiligung in der Ukraine oder durch weitere Eskalation bei sträflicher Unterlassung jeglicher Diplomatie den Anlass dazu liefert. Aber kaum deshalb, weil Putin so dumm oder selbstmörderisch wäre, das zu riskieren, was selbst die Sowjetunion samt Ostblock 45 Jahre lang aus guten Gründen scheute.
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