Kritikern zum Trotz: USA stoppt Kuschelkurs im Kampf gegen Drogen
Drogen-Konzept (Symbolbild): Freepik; Schiff (Symbolbild): Pedro Sánchez, Altes Fischerboot in Yucatan Mexico , Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Amerikas Krieg gegen den Drogenschmuggel erreicht eine neue Eskalationsstufe. Wo früher ein diplomatischer Kuschelkurs gefahren wurde, sprechen nun Raketen. Washington lässt keinen Zweifel mehr daran, wer die Kontrolle im Krieg gegen Drogen behalten will.
USA greift Drogen-Schmuggelboote an
Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden bei zwei Angriffen auf mutmaßliche Drogenschmuggelboote im Pazifik fünf Menschen getötet. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass auf dem ersten Boot zwei mutmaßliche Schmuggler an Bord waren und veröffentlichte ein Video auf X, das das brennende Schiff zeigt. Bei einem zweiten Angriff starben drei weitere Personen, es wurden jedoch, laut Hegseth, keine US-Soldaten verletzt.
In den letzten Monaten führten die USA mindestens sieben vergleichbare Militärschläge in der Karibik durch, bei denen laut offiziellen Angaben rund 34 Menschen getötet wurden. Die jüngsten Angriffe markieren die erste Ausweitung solcher Operationen in den Pazifik. Hegseth verglich die Drogenkartelle mit Terrororganisationen: „Wie Al-Kaida Krieg gegen unser Land geführt hat, führen diese Kartelle Krieg gegen unsere Grenzen und unser Volk. Es gibt keine Nachsicht – nur Gerechtigkeit.“
Yesterday, at the direction of President Trump, the Department of War conducted a lethal kinetic strike on a vessel being operated by a Designated Terrorist Organization and conducting narco-trafficking in the Eastern Pacific.
— Secretary of War Pete Hegseth (@SecWar) October 22, 2025
The vessel was known by our intelligence to be… pic.twitter.com/BayDhUZ4Ac
Kartelle gelten als Terrororganisation
US-Präsident Donald Trump klassifizierte den Kampf gegen Drogenkartelle als „bewaffneten Konflikt“. Laut einer Pentagon-Erklärung stuft Trump die Kartelle als terroristische Organisationen ein, deren Handlungen einen Angriff auf die USA darstellen. Trump verteidigte die Angriffe mit den Worten: „Wir haben die rechtliche Befugnis dazu.“ Auch Außenminister Marco Rubio unterstützte die Aktionen und forderte: „Wer nicht will, dass Drogenboote zerstört werden, soll aufhören, Drogen in die USA zu schmuggeln.“
Linke Kritik an den Angriffen
Die Angriffe stoßen vor allem von linker Seite auf große Kritik. Trump wird vorgeworfen, militärische Maßnahmen ohne Zustimmung des Kongresses anzuordnen und Details zu verschweigen. Selbst von Teilen der Republikanischen Partei hagelt es Kritik. Demokratische Senatoren, darunter Richard Blumenthal vom Streitkräfteausschuss, bezeichnen die Einsätze als gesetzeswidrig und rücksichtslos. Blumenthal argumentiert, dass der Drogenhandel effektiver bekämpft werden könne, indem man die Boote stoppt und die Besatzung verhört, anstatt sie zu töten.
Tödliche Droge mit hohem Suchtpotenzial
Die Gefahr dieser Drogenboote wird allerdings massiv unterschätzt. Solche Schmuggelboote transportieren meistens die in den USA weit verbreitete Droge Fentanyl. Mit diesen und anderen Opioiden gibt es ein riesiges Suchtproblem in amerikanischen Städten. Jährlich sterben mehrere zehntausend Personen an einer Fentanyl-Überdosis. Dies liegt auch an der niedrigen letalen Dosis von 2mg für eine durchschnittliche Person.
Wenn ein Schmuggelboot also 2kg Fentanyl transportiert, besteht das theoretische Potenzial, eine Million Menschen umzubringen. Das sind 10-mal so viele Menschen, wie bei der - übrigens von den USA abgeworfenen - Hiroshima-Bombe starben. Aber definitiv das praktische Potenzial, weitere Zigtausende von einer Drogen abhängig zu machen, die 50-mal stärker wirkt als Heroin. Die Trump-Regierung versucht mit allen gegebenen Möglichkeiten zu verhindern, dass diese gefährliche Droge weiter in die USA gelangt.
Durch die Angriffe auf die Boote wird eine klare Botschaft ausgesendet, nämlich: Wer versucht allgemeingefährliche Substanzen in die USA zu schmuggeln, hat mit einer potenziell tödlichen Konfrontation mit der Polizei zu rechnen. Wie effektiv diese Maßnahme ist, wird die Zukunft noch zeigen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass sie wesentlich effektiver sein dürfte als der Kuschelkurs, der bisher im Kampf gegen die Kartelle gefahren wurde.
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