Soll für 2 Wochen gelten

Jetzt doch Waffenruhe: Trump verzichtet auf Völkermord im Iran

Welt
Symbolbilder: Freepik (3); Komposition: Der Status.

Die gestrigen Drohung von US-Präsident Donald Trump, dass noch vor Ablauf der nächsten Nacht "eine Zivilisation sterben" werde, folgten zuerst Gegendrohungen - und dann doch eine unerwartete Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe, welche auch die Öffnung der Straße von Hormus beinhalten soll. Beide Seiten feiern sich nun als Sieger, in Wahrheit unterzeichnete man genau jenen Pakt, der schon kurz vor dem "geopolitischen Schwanzvergleich" per Drohung unterschriftsreif gewesen wäre.

Statt Völkermord ruhen nun die Waffen

Was Trump am Dienstag auf "Truth Social" vom Stapel ließ, schockierte sogar einige seiner engsten Verbündeten und langjährigsten Unterstützer. Er schrieb dort Worte, die als Drohung mit potenziellem Völkermord deutbar war: "Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation sterben, um nie wieder zurückzukehren. Ich möchte nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich so kommen." Manche Beobachter fürchteten einen US-Atomschlag gegen den Iran - der wiederum drohte damit, seine eigenen Gegenangriffe auf weitere Staaten der Region auszuweiten. 

Die Eskalation wurde geradezu herbeizitiert, ein israelischer Sender ließ sogar eine Countdown-Uhr laufen, nach deren Ende das Trump-Ultimatum ende und die Zerstörung des alten Erzfeinds denkbar wäre. Doch wer in Sorge war, im 3. Weltkrieg aufzuwachen, durfte noch einmal durchatmen, denn am Ende bissen die bellenden Hunde doch nicht. Auf Vermittlung von Pakistan gilt ab sofort eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA & Israel und dem Iran. Ob diese wie vonseiten Teherans & Washington angedacht, auch den Libanon beinhaltet, will zumindest Israel nicht abschließend bejahen. 

Beide Seiten wähnen sich als Sieger

Nun feiern sich beide Seiten als großer Sieger. Trump inszeniert sich als derjenige, der mit seiner irren Drohung den Iran zum Einlenken gebracht hätte, und die Straße von Hormus wieder freibekommen habe. Karoline Leavitt, die Sprecherin des Weißen Hauses, sprach ebenfalls davon, dass "Präsident Trump und unser starkes Militär" für die neuen Enticklungen zu danken sei. In Teheran hingegen, wo man eine einstweilige Feuerpause noch kurz zuvor ablehnte und Entschädigungen & Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus forderte, ist man der Ansicht, erreicht zu haben, dass Trump den iranischen Bedingungen zugestimmt habe. 

Tatsächlich hatten iranische Vertreter den USA zuvor einen Zehn-Punkte-Plan für ein dauerhaftes Kriegsende vorgelegt, den dieser als "praktikable Grundlage für Verhandlungen" bezeichnete, ehe er in sozialen Medien mit genozidal klingenden Drohungen eskalierte. Der Iran fordert die dauerhafte Einstellung von Aggressionen, die fortgesetzte Kontrolle pber die Straße von Hormus, die Aufhebung jahrzehntelanger Sanktionen und die Erlaubnis der Urananreicherung. Bei letzterem Punkt sind die USA nicht d'accord - die Behauptung, der Iran nutze diese nicht für sein ziviles Atomprogramm, sondern stehe kurz vor der Atombombe, galt Iran & Israel bekanntlich als casus belli.

Fallender Ölpreis an Zapfsäulen sichtbar?

Ob die Waffenruhe das Papier wert ist, auf dem sie angekündigt wird, steht in den Sternen. Ebenso, ob sie potenziell verlängert wird, in dauerhafte Friedensverhandlungen übergeht oder in der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen samt Wiederschließung der Straße von Hormus für westliche Schiffe. Was bereits Fakt ist: Der zuletzt stark angestiegene Ölpreis entspannte sich nach der Wendung im Irankrieg vorerst deutlich um 16%. Die Kosten für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel bereits um rund 16% auf knapp über 90 Dollar. Diesen Preis gab es zuletzt in den ersten Kriegstagen, seither lag er stehts im dreistelligen Bereich. 

Spannend zu beobachten wird in diesem Zusammenhang auch, ob sich der fallende Ölpreis auch an Zapfsäulen hierzulande auswirkt. Am heutigen Mittwoch wäre jedenfalls der nächste Zeitpunkt, an dem Tankstellen in Österreich die Preise erhöhen dürften, nachdem am Karfreitag die groß angekündigte "Spritpreisbremse" der Ömpel-Regierung nur einen Tag nach ihrem Inkrafttreten wieder aufgefressen war. In Deutschland wurden zuletzt Allzeit-Hochs bei Diesel und Benzin erreicht. Ob man bei der Reduktion der Preise ebenso schnell ist, wird sich weisen - auch seitens der Politik. Schließlich bescherten die hohen Spritpreise den Finanzministern zusätzliches Körberlgeld... 

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