Grönland: Deutschlands 15 Soldaten flogen nach einem Tag nach Hause
X: Caitlin Doornbos
Nur wenige Stunden nach der Ankündigung von Donald Trump, Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf deutsche Exporte zu verhängen, zog die Bundeswehr wieder aus Grönland ab. Zuvor hatte man öffentlichkeitswirksam mit der Entsendung von 15 deutschen Frauen und Männern geprahlt, die angeblich zur Unterstützung Dänemarks auf die Insel geschickt worden waren.
Deutschland: Kein Taurus für die Inuit
Rechtzeitig vor der angekündigten Kältewelle mit Temperaturen von bis zu minus 17 Grad traten die Soldatinnen und
Soldaten ihren Rückflug an. Der Abzug erfolgte nicht aus militärischer Notwendigkeit, sondern offenbar aus politischem
Kalkül. Im Nachgang sprach die Bundeswehr plötzlich von einer „reinen Aufklärungsmission“. Beobachter sahen die
Soldaten zunächst in einem Duty-Free-Shop und später in der ersten Klasse eines Linienflugs – von einer ernsthaften
militärischen Präsenz war nichts zu erkennen.
Not only is the German military flying commercial to leave Greenland today, but also first class.
— Caitlin Doornbos (@CaitlinDoornbos) January 18, 2026
Back of the plane for me! https://t.co/vtjGa8rJaV pic.twitter.com/DSLIPSNtpi
US-Präsident Donald Trump soll intern klargemacht haben, dass er im Streit um Grönland notfalls auch eine Spaltung der NATO in Kauf nehme. Gleichzeitig drohte Washington mit Sanktionen und Strafzöllen, die für die ohnehin angeschlagene deutsche Volkswirtschaft offenbar nicht akzeptabel waren. Neben Deutschland sollen auch Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Großbritannien von den Maßnahmen betroffen sein. Für die USA scheint es in der Grönlandfrage um alles zu gehen.
Deutschland hingegen beließ es bei symbolischer Präsenz. Nicht einmal die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern wurde zugesagt – selbst ironisch zugespitzt nicht „für die Inuit“.
USA wollen Grönland kaufen
Grönland gilt als unattraktiv für klassische militärische Auseinandersetzungen. Extreme klimatische Bedingungen, fehlende Infrastruktur, logistische Abgeschiedenheit, eine äußerst geringe Bevölkerungsdichte sowie ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis machen dauerhafte militärische Operationen kaum sinnvoll. Entsprechend bleibt unklar, welchen realen Beitrag die Bundeswehr dort überhaupt hätte leisten sollen.
Bekannt ist hingegen, dass die USA seit Jahren Interesse an einem Erwerb Grönlands signalisieren. Der Fokus liegt dabei weniger auf militärischer Besetzung als auf strategischer Kontrolle – insbesondere mit Blick auf Raketenfrühwarnsysteme, den Zugang zur Arktis und langfristige Rohstoffpotenziale.
Attraktive Grönland-Rohstoffe
Die USA interessieren sich an Grönland vor allem wegen seiner strategischen Rohstoffe und seiner geopolitischen Lage. Von besonderer Bedeutung sind die großen Vorkommen an Seltenen Erden, die für Hightech-Industrie, Rüstung, Elektromobilität und erneuerbare Energien unverzichtbar sind und bislang stark von China kontrolliert werden.
Hinzu kommen Uran, Eisen, Zink, Kupfer, Gold sowie vermutete Öl- und Gasreserven vor der Küste. Das schmelzende Eis eröffnet langfristig einen leichteren Zugang zu diesen Ressourcen sowie neue Schifffahrtsrouten in der Arktis. Für Washington geht es dabei weniger um kurzfristigen Abbau als um strategische Kontrolle, Versorgungssicherheit und die Verdrängung chinesischen Einflusses aus einem Schlüsselraum der globalen Machtpolitik.
Warum das nichts mit Verteidigung zu tun hat
Donald Trump begründet das US-Interesse an Grönland offiziell mit der Verteidigung Nordamerikas. Die Arktis werde zunehmend militarisiert, und die USA könnten sich nicht darauf verlassen, dass andere Staaten – auch NATO-Partner – diesen Raum ausreichend sichern.
Kim Dotcom stellte dazu eine wesentliche Frage: Dänemark ist Mitglied der NATO, und Grönland ist Teil des dänischen Königreichs. Ein Angriff auf Grönland durch Russland oder China würde somit Artikel 5 auslösen. Vor diesem Hintergrund wirkt Trumps Verteidigungsargumentation widersprüchlich. Der Konflikt dreht sich weniger um kollektive Sicherheit als um direkte Kontrolle. Washington will sich nicht auf Bündnismechanismen verlassen, sondern selbst über einen geopolitisch zentralen Raum verfügen – unabhängig von Partnern, Verfahren oder politischen Rücksichten.
Help me understand. Isn’t Denmark a NATO member? So if Greenland is a part of Denmark an attack on Greenland by Russia or China is an attack against NATO and would trigger Article 5. So why does the US want Greenland? What Trump says doesn’t make sense. Help me understand. https://t.co/HVolWXE49m
— Kim Dotcom (@KimDotcom) January 18, 2026
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