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Anschlag auf US-Pressegala: ZDF-Journalist sucht Mitschuld bei Trump

Welt
Theveßen: Olaf Kosinsky, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Trump: Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0; Komposition: Der Status.

Am Wochenende versuchte ein Attentäter, ein von US-Präsident Donald Trump veranstaltetes Galadinner für Journalisten zu stürmen, offenbar mit dem Ziel, einen Anschlag auf Regierungsvertreter zu verüben. Beim deutschen Staatsfunk hat man dabei wieder einmal eine eigenwillige Interpretation der Ereignisse, insbesondere ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen "glänzte" mit einer Einschätzung, die wie Täter-Opfer-Umkehr wirkte. Auch andernorts trifft man allerdings auf Zweifel an der offiziellen Version.

Schon der dritte Attentat-Versuch

Schon zweimal in den letzten beiden Jahren entkam Trump versuchten Attentaten auf seine Person. Beim ersten Mal streifte im Zuge einer Wahlkampf-Rede im Juli 2024 ein Geschoss sein Ohr, während ein Feuerwehrmann im Publikum sein Leben lassen musste. Nur zwei Monate später konnte ein Attentatsversuch auf seinem Golfkurs in Florida noch vor Tatausführung vereitelt werden. Nun am Wochenende kam es zum dritten Versuch, dem US-Präsidenten nach dem Leben zu trachten. Anwesend waren neben Trump u.a. auch seine Frau Melania, sein Vizepräsident JD Vance und seine Pressesprecherin Caroline Leavitt, die allesamt zügig in Sicherheit gebracht wurden. 

Der Schütze wurde, noch bevor er in den prall gefüllten Ballsaal eindringen konnte, von Sicherheitskräften übermannt, ein angeschossener Beamter überlebte dank schusssicherer Weste. Identifiziert wurde er seither als Cole Allen (31) aus Kalifornien, ein CalTech-Absolvent, der später offenbar Lehrer aus Berufung wurde. Dieser veröffentlichte ein Manifest, außerdem berichteten US-Medien über eine Wahlkampfspende für Trumps einstige Widersacherin Kamala Harris. Nichtsdestotrotz erwähnt u.a. die ARD-"Tagesschau" noch Stunden nach Bekanntwerden dieser Infos kein politisches Motiv in ihrem Artikel, weist aber auf seine Ex-Mitgliedschaft in einer christlichen Studentengruppe hin... 

US-Kommentatoren sprechen einen mutmaßlichen politischen Hintergrund hingegen längst offen an:

Theveßen sucht Mitschuld bei Trump

Andere Medien wagen sich da inzwischen weiter aus dem Fenster, wiewohl sich auch der ORF als österreichische nicht mit Ruhm bekleckert. Dort wird aus seinem Manifest zitiert, wobei erwähnt wird, dass sich der verhinderte Attentäter sich "nicht durch Untätigkeit zum Komplizen machen" wollte, weil er nicht länger bereit sei, dass "ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter [ihm] die Hände mit seinen Verbrechen beschmutzt". Diese doch ziemlich harschen Vorwürfe des Schützen werden dabei nicht eingeordnet, sondern wie ein vermeintlicher Fakt dargestellt und verschaffen dem Schützen damit eine Bühne für seine Darstellung. 

Doch den Vogel schoss einmal mehr ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ab. Dieser schien in seiner Einschätzung nämlich Trump quasi eine Mitschuld daran zu geben, dass schon das dritte versuchte Attentat auf ihn geschah. Wörtlich sagte der deutsche Journalist, der bereits mit seiner Einschätzung nach dem tödlichen Attentat auf Charlie Kirk für Unmut gesorgt hatte: "Die Definition von Terrorismus ist jetzt durch Donald Trump so weit gefasst, dass Andersdenkende, dass Bürgerrechtsgruppen, auch die demokratische Partei ins Visier geraten könnten. Und insofern gibt es hier ein Klima der Verunsicherung, zu dem solche Vorfälle wie gestern abend natürlich beitragen."

Auch Fico war quasi "selbst schuld"

Es ist auch hier nicht das erste Mal, dass versuchte oder tatsächliche Angriffe auf missliebige Staatschefs in deutschsprachigen Medien heruntergespielt werden. Nach den Schüssen auf den slowakischen Premier Robert Fico, die diesen Anschlag nur durch ein Wunder überlebte, hielt sich der polit-mediale Komplex nicht zurück mit absurden Zuschreibungen. Für den "Spiegel" war es Fico selbst, der "das Klima vergiftet" habe, das zum Attentat auf seine Person führte. Der damalige deutsche Grünen-Vizekanzler Robert Habeck gab mit einiger Mentalakrobatik der AfD die schuld, die ÖVP als österreichische Kanzlerpartei überhaupt Kickl - Der Status berichtete

Teils Zweifel an offizieller Version

Allerdings gibt es auch Stimmen - selbst im kritischen Lager - die der offiziellen Version des Anschlags nicht vertrauen. Immerhin kämpft Trump wenige Monate vor den Midterm-Wahlen gerade vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf den Iran mit einer Vertrauenskrise, seine Republikaner könnten den Kongress und den Senat verlieren. Entsprechend nähme ihn ein weiteres überlebtes Attentat aus der Schusslinie seiner polit-medialen Gegner und die Solidarität des amerikanischen Volkes würde ihm Rückenwind verleihen. Ein solcher Popularitätsschub erfolgte bereits nach den beiden Anschlagversuchen im Präsidenten-Wahlkampf. 

Als Indiz dient Zweiflern daher u.a. der Umstand, dass die Liveschaltung zu einer "Fox News"-Reporterin ausgerechnet an einer Stelle abbrach, als sie möglicherweise etwas verfängliches sagen hätte können. Andererseits erklärte u.a. Alex Jones in einer einstündigen Analyse, wieso er nicht an eine Inszenierung glaubt. Der konservative Kommentator Matt Walsh machte sich in einem satirischen Tweet gar über die Unplausibilität einer Theorie lustig, die bedinge, dass die Trump-Regierung einen Attentäter der Gegenseite rekrutieren müsste, um ihn dann großherzig am Leben zu lassen, während alle involvierten Parteien dafür gegen ihre eigenen Interessen arbeiten.

Später fasste Jones noch einmal zusammen, weshalb er nicht an eine "False Flag"-Operation glaubt:

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