Korruption, wo man nur hinsieht

100 Mio. Betrug: Interpol-Haftbefehl gegen Selenski-Vertrauten beantragt

Welt
Bild: Ivan Katchanovski/X: Die erwähnte goldene Toilette

Bald Interpol-Fahndung gegen Selenski-Freunde Timur Minditsch und Alexander Zuckerman? Ukrainische Anti-Korruptionsbehörden beantragen internationale Haftbefehle wegen mutmaßlicher Veruntreuung in Millionenhöhe. Nur stilecht mit Goldtoilette, Geldbündeln und politischen Verbindungen.

Aus unserer Kooperation mit InfoWars. Übersetzung: Der Status.

Interpol-Fahndung gegen Minditisch

Ukrainische Antikorruptionsbehörden haben Interpol ersucht, einen internationalen Haftbefehl gegen den ukrainisch-israelischen Oligarchen Timur Minditsch und seinen Geschäftspartner Alexander Zuckerman zu erlassen. Beide gelten als flüchtig und sollen die israelische Staatsbürgerschaft besitzen. Im Zentrum des Korruptionsskandals stehen Geldbündel, eine Toilette aus Gold sowie Spuren, die bis zum ukrainischen Präsidenten führen.

Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) haben Interpol offiziell Dokumente übermittelt, die auf die Einleitung der internationalen Festnahme von Mindich und Zuckerman abzielen. Dies teilte Oleksandr Klimenko, Leiter der SAPO, mit, wie das ukrainische Medium Strana Today schrieb.

Gab es Tipps aus Regierungskreisen?

Minditsch befindet sich derzeit in Israel. Berichten zufolge sei er eine Stunde bevor Antikorruptionsbeamte seine Wohnung durchsuchten [Anm. d. Red.: im November 2025], dorthin geflohen – was den Verdacht nährt, dass jemand aus Regierungsstellen ihn vorab über die bevorstehende Razzia informiert habe. Der Status berichtete hier, hier und hier.

Er wird in Abwesenheit wegen Korruptionsdelikten im Energiesektor angeklagt. Der Unternehmer, der seit Langem eine Verbindung zu Selenski hat und eine Schlüsselrolle bei dessen Aufstieg zur Macht gespielt haben soll, erklärte zuvor, er werde in dem Skandal zum Sündenbock gemacht. Auch Zuckerman weist die Vorwürfe zurück. „Der Fall ist besonders heikel, da Minditsch über viele Jahre hinweg enge Beziehungen zu Präsident Wolodymyr Selenski pflegte“, schreibt Strana Today.

Schaden auf 100 Mio. Dollar geschätzt

Bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmten ukrainische Ermittler Geldbündel aus dem Besitz des flüchtigen Geschäftsmanns und fanden zudem eine goldene Toilette in seinem Haus. Selenski soll während der Coronavirus-Pandemie seinen Geburtstag in dieser Wohnung gefeiert haben. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Missstände rund um staatliche und halbstaatliche Energieunternehmen. Laut Behörden spielten unzureichende Vergabeverfahren, veruntreute Gelder, parallele Führungsstrukturen und eine „Schattenbuchhaltung“ eine zentrale Rolle.

Der entstandene Schaden wird auf rund 100 Millionen US-Dollar geschätzt; er führte zu Durchsuchungen von 70 Objekten und zahlreichen Festnahmen. Das ukrainische Antikorruptionsbüro (NABU) führte zudem Durchsuchungen im Haus des Fahrers von Andrij Jermak durch - einer berüchtigten Figur in einem ukrainischen Korruptionsskandal, bekannt unter dem Spitznamen „Ali Baba“. Ein weiterer Freund Selenskis, der frühere Vizepremierminister Oleksij Tschernyschow, wurde in Untersuchungshaft genommen. Auch Justizminister German Galuschtschenko wurde nach einer Hausdurchsuchung suspendiert. Er war zur Zeit der Vorfälle Energieminister gewesen.

Weitreichende Vorwürfe, filmreife Flucht

Nach Angaben der NABU habe das Ziel der Gruppe darin bestanden, sich illegal Vorteile über Vertragspartner von Energoatom zu verschaffen und Personalentscheidungen, Beschaffungsvorgänge und Finanzströme über informelle Kontakte zu kontrollieren. Laut der Zeitung "Die Welt" seien mehrere hochrangige Führungspersonen, aktive und ehemalige Politiker in den Fall verwickelt. Ebenso wie Akteure, die mit Moskau in Verbindung gebracht werden könnten.

Minditschs Flucht löste zudem Spekulationen aus. Dem deutschen Blatt zufolge sei er noch einen Tag vor der Hausdurchsuchung in Kiew gesehen worden, was darauf hindeuten könnte, dass er rechtzeitig gewarnt wurde. Da eine Ausreise mit dem Auto schwierig gewesen wäre, wurde außerdem vermutet, er habe die Ukraine per Hubschrauber verlassen, was „unter Kriegsbedingungen nur mit offizieller Genehmigung möglich gewesen wäre“.

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