Unser Steuergeld bei der Arbeit...

Um 6.000 Euro: Sozialhilfe-Verband ersetzt Direktorin die Luxusuhr

Soziales
Breitling-Uhren: Ssu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Frau mit Geld: Freepik; Komposition: Der Status.

Einer regionalen Direktorin des Sozialhilfeverbandes wurde die sündteure Breitling-Luxusuhr formell im Dienst gestohlen. Weil die Versicherung nicht den gesamten Wert des prunkvollen Chronographen ersetzen wollte, sprang kurzerhand der Verband ein. Aus Steuergeld sollen laut Medienberichten rund 6.000 Euro geflossen sein, um das Luxus-Accessoire zu ersetzen. Scharfe Kritik an solchen Allüren übte nun FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch.

Steuergeld für "Breitling"-Luxusuhr

Wer eine "Breitling" trägt, hält viel auf sich. Gemäß der Homepage des traditionsreichen Luxusuhren-Herstellers aus dem Schweizer Solothurn beginnen die billigsten Modelle bei über 5.000 Euro, es werden dort aber auch Modell um über 40.000 Euro feilgeboten. Sportlich, elegant, mondän: So werden die exquisiten Stücke vermarktet. Als Werbe-Testimonials konnte das Unternehmen so illustre Persönlichkeiten wie Fußball-Star Erling Haaland oder Oscar-Preisträgerin Charlize Theron gewinnen. 

Unter den stolzen Besitzern einer solchen Uhr war auch eine Regionaldirektorin des Oberösterreichischen Sozialhilfeverbandes. Sie billigte dem Fabrikat einen "hohen emotionalen Wert" zu, da sie den Zeitmesser als Hochzeitsgeschenk ihres Gemahls erhalten habe. Laut "Heute" sperrte sie die Uhr entsprechend weg, als sie in einem Altersheim ein paar Sessel bewegte, dennoch kam sie abhanden. Offiziell gilt dies nun aber als Diebstahl "im Dienst" - und wird ihr deshalb ersetzt.

FPÖ kritisiert Chuzpe der Direktorin

Zu diesem Entschluss kam der Vorstand des Sozialhilfeverbandes. Vorausgegangen war der Umstand, dass die Versicherung nur einen Teilbetrag ersetzen wollte. Aber wie praktisch, wenn man sich als Führungskraft auf die Rückendeckung anderer Funktionäre verlassen kann. Der Verband springt ein und ersetzt der ärmsten Spitzenfunktionärin die restliche Summe. Dabei sollen bis zu 6.000 Euro aus Verbandsmitteln geflossen sein - und diese sind in letzter Konsequenz eigentlich Steuergelder.

Ein "völlig inakzeptabler und abgehobener Umgang mit Steuergeld" ist dies nach Ansicht von FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch. Sie kritisierte insbesondere die verheerende Optik: "Welche Krankenschwester, welcher Pfleger oder welcher Heimhelfer, die täglich wirklich schwere Arbeit leisten, würde jemals auf die Idee kommen, sich den Verlust privater Luxusgegenstände vom Dienstgeber ersetzen zu lassen – sofern sie solche überhaupt besitzen?"

"Schlag ins Gesicht" für Bedürftige

Auch die Rechtfertigung des "hohen emotionalen Wertes" und des Diebstahles "im Dienst" sei demnach "an Scheinheiligkeit und Abgehobenheit kaum zu überbieten". Vor allem sei es aber ein "Schlag ins Gesicht für jeden Bürger, der auf soziale Leistungen angewiesen ist." Wenn ein Sozialhilfeverband, dessen Auftrag die Unterstützung von Pflegebedürftigen, Familien und sozial Schwachen mit Steuergeld private Luxugüter ersetze, schade dies dem Vertrauen in die Integrität sozialer Institutionen. 

Schließlich, so Belakowitsch, sei der Zweck eines Sozialhilfeverbandes, dass man Bedürftigen mit Geld- und Sachleistungen helfen. Die Differenzzahlung von angeblich 6.000 Euro für die Luxsuhr einer Direktorin fällt da wohl nur schwerlich darunter. Die freiheitliche Sozialsprecherin fordert volle Transparenz und Konsequenzen: "Dieser Vorgang muss lückenlos aufgeklärt und das Geld restlos an den Verband zurückgezahlt werden!"

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