Bullshit-Bingo 2.0: Ökonom fordert verpflichtendes soziales Jahr für Rentner
Bild: Freepik
Deutschland geht es wirklich nicht gut. Und in dem Maße, in dem die Wirtschaft zunehmend den Bach runter geht, werden auch die Ideen und Vorschläge immer absurder, wie man die Probleme lösen könnte. Nun preschte auch der DIW-Ökonom und Universitätsprofessor Marcel Fratzscher vor und forderte, dass Rentner verpflichtend ein soziales Jahr ableisten sollten.
Womit hat Deutschland das verdient?
Gemeinhin heißt es, dass jeder die Regierung und Experten bekommt, die er verdient. Ob die Deutschen allerdings wirklich diese Art von Kapazundern verdienen, die derzeit mit den abstrusesten Vorschlägen nach medialer Aufmerksamkeit heischen, ist fraglich. Nun kann man Universitätsprofessoren und Wissenschaftern immer nachsagen, dass sie die Welt eher theoretisch aus dem Elfenbeinturm betrachten, doch irgendwie scheint der Elfenbeinturm nicht einmal mehr Fenster zu haben, um die Welt überhaupt zu sehen.
So machte im Juli der 81-jährige Soziologe Klaus Hurrelmann den Vorschlag, dass es für Senioren einen Pflichtdienst am Ende ihres Arbeitslebens geben sollte, damit sie der Gesellschaft etwas zurückgeben - Der Status berichtete.
Es wird nicht besser, wenn man es wiederholt
Vor gut einem Monat konnte man das vielleicht noch auf das Sommerloch oder die "Gluthitze" des allgegenwärtigen Klimawandels, die sich im verregneten Juli ohnehin selbst erledigte, schieben konnte oder auf Langeweile im Ruhestand eines 81-jährigen, der nach eigener Aussagen wohl unausgelastet ist, zurückzuführen. Immerhin hat er womöglich selbst ein Bedürfnis habe etwas zurückzugeben, da er sein Leben lang als Wissenschaftler tätig war und sein Einkommen daher größtenteils aus Steuergeldern stammte.
Doch es wird durch erneute Wiederholung kaum besser. Denke man etwa nur an den Aufschrei anderer durch Steuergeld alimentierter, etwa Beamten, als die Debatte angestoßen wurde, sie sollten doch 5 Jahre länger arbeiten. Als absurd bewertete der Chef des Beamtenbundes den Vorschlag. Doch nun legte der umstrittene Ökonom Marcel Fratzscher nach und forderte auch ein soziales Jahr für Pensionisten, ebenfalls verpflichtend.
Babyboomer seien schuld
In einem Interview mit dem "Spiegel" erklärte Fratzscher, seines Zeichens Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin, dass die Babyboomer ja den Generationenvertrag gebrochen hätten. Unter anderem, weil sie zu wenig Kinder bekommen hätten.
"Es ist aber eine Tatsache, ebenso wie der Fakt, dass sie viel zu wenige Kinder bekommen haben. In den Sechzigerjahren versorgten sechs Beitragszahler eine Rentnerin oder einen Rentner. Bald sind es nur noch zwei. Wieso sollten ausschließlich die Jungen für diese Lebensentscheidungen der Babyboomer geradestehen? Die Boomer selbst verweigern sich seit 20 Jahren dieser Verantwortung", so Fratzscher.
Dies lässt sich kaum leugnen, allerdings könnte man auch argumentieren, dass es eben auch am Staatswesen liegt, Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Familien gegründet werden. Oder überspitzt gesagt: Hätte man nur einen Bruchteil des Geld, welches man seit Jahren ins Asylsystem und sogenannte Integration steckt, für Unterstützung zur Familiengründung und für Familien ausgegeben, hätte man die jetzige Diskussion wohl nicht.
Kriegstüchtigkeit und Klimawandel
Allerdings macht Fratzscher, ganz im Sinne des Mainstreams auch andere Probleme verantwortlich. "So haben wir nach dem Ende des Kalten Krieges gedacht, wir müssten uns nie mehr verteidigen – und haben die Friedensdividende verfrühstückt. Deshalb müssen wir jetzt über fünf Prozent Verteidigungsausgaben reden, um die Schäden zu beheben, die in 35 Jahren entstanden sind", rechtfertigt er Milliarden für Aufrüstung, die wirtschaftlich kaum Mehrwert bringen.
Und auch der Klimawandel, der mit seiner Energiewende, CO2-Steuer und sonstigen Spielereien Milliarden verschlingt muss natürlich herhalten. Deshalb wird das Rentenalter halt durch ein soziales Pflichtjahr über Umwege erhöht. "Wir sollten ein verpflichtendes soziales Jahr für alle Rentnerinnen und Rentner einführen [...] Die ältere Generation muss sich stärker einbringen, beispielsweise im Sozialbereich, aber auch bei der Verteidigung", so der DIW-Chef gegenüber dem "Spiegel".
Professor, aber nicht gleich gescheit...
Fratzscher ist aber auch noch für andere Aussagen gut. So fordert er etwa eine "grüne Inflation" im Kampf gegen den Klimawandel: "Menschen und Unternehmen müssen geradestehen für das, was sie tun. Flüge und Fleischessen verursachen Kosten, die sich nicht im Preis widerspiegeln. Die Fleischproduktion belastet nicht nur das Klima, sondern auch das Grundwasser, und verschlingt große Flächen. Würde das in Preisen abgebildet, wäre ein Kilo Rindfleisch vier- bis fünfmal so teuer", so Fratzscher.
Allerdings zeigte er schon früher, dass eine Professur oder der Chefposten eines auch aus steuermitteln finanzierten Wirtschaftsforschungsinstitutes nicht unbedingt gleich gescheiter macht. Als es um die Einführung einer Bezahlkarte für Asylanten ging, erklärte Fratzscher tatsächlich, dass dies ausländische IT-Fachkräfte und Ingenieure abschrecken könnte. Eine Freudsche Fehlleistung? Denn den meisten Bürgern war von vornherein klar, dass echte Fachkräfte kaum mit der Bezahlkarte in Kontakt kommen dürften. Auch spätere Erklärungsversuche Fratzschers wirkten wenig überzeugend.
IT-Programmierer oder Ingenieure kommen nicht als Asylbewerber. Die bekommen Arbeitsverträge, keine Bezahlkarte.
— Gert Wöllmann (@Gert_Woellmann) February 22, 2024
Wirklich unglaublich, was Fratzscher täglich abliefert. pic.twitter.com/VHEd2aFU9e
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