Absurdes Theater

Antifa gegen Migrantifa in Leipzig: Zusammenstöße blieben aus

Soziales
Antifa; Screenshot Youtube: DIALOG Z

Leipzig lieferte am Wochenende ein Bild, das selbst hartgesottene Demo-Beobachter nur noch mit Kopfschütteln (und einem gewissen Unterhaltungswert) quittieren dürften: Absperrgitter, ein Hubschrauber über dem Szeneviertel und ein massives Polizeiaufgebot – nicht etwa, weil „die Rechten“ anrückten, sondern weil sich verschiedene linke Lager gegenseitig nicht über den Weg trauen.

Showdown am Connewitzer Kreuz

Rund um das Connewitzer Kreuz standen sich mehrere Versammlungen gegenüber: proisraelische, antideutsche Gruppen aus dem Connewitz-Umfeld auf der einen Seite, propalästinensische bzw. migrantifa-nahe Bündnisse auf der anderen. Die Frontlinie verlief nicht zwischen links und rechts, sondern mitten durch die linke Szene – und das mit maximaler Lautstärke.

Linke gegen Linke – das neue Normal

Der Streit drehte sich um den Nahostkonflikt, aber die eigentliche Dynamik wirkte wie ein innerer Machtkampf: Wer darf bestimmen, was „Antifa“ ist? Wer ist „wirklich links“? Und wer ist aus Sicht des jeweils anderen Lagers schlicht der Feind? Entsprechend fielen die Parolen und gegenseitigen Beschimpfungen aus. Statt politischer Argumente dominierte Feindmarkierung.

Revolution mit Begleitschutz

Das Absurde an der Lage: Ausgerechnet diejenigen, die den Staat gern als Gegner stilisieren, mussten an diesem Tag durch eben diesen Staat voreinander geschützt werden. Die Polizei war mit etwa 1.000 bis 1.400 Kräften im Einsatz, trennte die Gruppen räumlich, setzte Barrieren, arbeitete mit Pufferzonen und griff bei Verstößen ein.

Umlenkung statt Eskalation

Entscheidend für den Verlauf war eine taktische Maßnahme: Die Routen wurden so geändert, dass die propalästinensische Demonstration nicht durch Connewitz geführt wurde, sondern in Richtung Innenstadt zog. Damit nahm die Polizei Konfrontationspotenzial aus der Gleichung. Der befürchtete große Knall blieb aus – übrig blieb die konfrontative Geräuschkulisse eines Milieus, das sich in erster Linie mit sich selbst beschäftigt.

Bilanz: Viel Lärm, begrenzter Schaden

Nach polizeilicher Zwischenbilanz verlief der Tag „friedlicher als erwartet“, allerdings nicht ohne Delikte und Maßnahmen: Es gab unter anderem eine gemeldete Körperverletzung zum Nachteil eines Medienteams, Verstöße gegen das Vermummungsverbot, Pyrotechnik, Beleidigungen sowie Ermittlungen im Zusammenhang mit möglichen strafrechtlich relevanten Symbolen. Kurz: Das übliche Begleitprogramm, nur diesmal mit dem Hauptgegner aus den eigenen Reihen.

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