Wirtschaftsweise zu Spritpreisen: Wer ein Auto hat, ist eh reich...
Bild: Freepik
Angesichts der Energiekrise durch den Krieg im Nahen Osten und die dadurch stark gestiegenen Spritpreise, sind viele Menschen am verzweifeln und können sich das Leben kaum mehr leisten. Bei einer Diskussion im ÖRR zeigt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer ihre Abgehobenheit. Wer ein Auto besitzt, sei ohnehin reich genug. Außerdem könne man ja auch an anderer Stelle mehr sparen.
Normalerweise heißt es, dass die Spitzenpolitik inzwischen zu abgehoben sei und in ihrem selbstgeschaffenen Elfenbeinturm zwischen Leibwächtern, Dienstlimousinen, fürstlichen Rentenansprüchen und Gagen keinen Bezug mehr zur Lebensrealität der Menschen habe. Dies trifft aber offenbar auch immer mehr auf die Experten zu, die die Regierung und die Politik beraten sollen. Ein Beispiel lieferte nun die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR), besser bekannt als "Wirtschaftsweisen", Monika Schnitzer. Die Wirtschaftsprofessorin, die zugleich auch dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie angehört, fiel bei der Diskussionssendung Caren Miosga am Sonntagabend auf der ARD mit mehr als zweifelhaften und abgehobenen Diskussionsbeiträgen auf.
Wer ein Auto hat ist reich...
Bei der Sendung ging es um das Thema "Hohe Preise, wenig Zuversicht - Wie findet Deutschland aus der Krise?" Dabei ging es natürlich auch um die Spritpreise und die Teuerungen. Dabei erklärte Schnitzer, dass ohnehin nur die wenigsten Menschen von den massiv gestiegenen Spritpreisen wirklich betroffen seien. Denn, so das schlagende Argument der Professorin: "Wer Auto fährt, kann sich schon mal zumindest ein Auto leisten. Das heißt, wir reden hier nicht über die Allerärmsten."
„Wer Auto fährt, kann sich schon mal zumindest ein Auto leisten. Das heißt, wir reden hier nicht über die Allerärmsten“ – @MonikaSchnitzer argumentiert, dass nur wenige Menschen wirklich stark von den steigenden Spritpreisen betroffen sind. #Miosga pic.twitter.com/iSxa9GwTlj
— Caren Miosga (@CarenMiosgaTalk) April 19, 2026
Und sie erklärt weiter, dass zwar alle von den Spritpreisen betroffen seien, aber die meisten das gut wegstecken könnten. Und sie rechnet gleich vor, wenn etwa jemand 1.000 Kilometer im Monat beruflich fährt, wären das Mehrkosten von 30 oder 50 Euro. "30 Euro mehr im Monat, selbst wenn das sechs Monate dauert, sind das 180 Euro mehr. Selbst wenn es 50 Euro sind, sind das 300 Euro mehr. Das werden die allermeisten tragen können", so Schnitzer.
Man kann ja anderswo sparen
Und wenn nicht, so könnten diejenigen ja sparen. "Vielleicht fahren sie dann zwei Tage weniger in den Urlaub, vielleicht kaufen sie sich den einen oder anderen Pullover weniger", so die Wirtschaftsweise. Wenn man diese "Ratschläge" und "Sparmaßnahmen" beachtet, werde das keinen so schnell ans Existenzminimum bringen. Nur den wenigen, die wirklich davon betroffen seien, denen sollte man Unterstützung gewähren, etwa mit Direktzahlungen. Maßnahmen wie den Tankrabatt um 17 Cent - der Effekt ist im Vergleich zu den Preissteigerungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein - sieht sie skeptisch, denn er würde die Menschen nicht zum Sparen animieren.
Als Ex-CDU-Minister und Maskenjongleur Jens Spahn anspricht, dass etwa für kleine Transport- oder Busunternehmen die Gewinnmarge durch die Preissteigerungen schrumpft, erklärt Schnitzer: "Ein Unternehmer, der höhere Kosten hat, wird seine Preise erhöhen, wenn er nicht im internationalen Wettbewerb steht. Und das steht ein Busunternehmer nicht. Dann wird er seine Preise anheben müssen." Dies sei der Effekt einer Energiekrise, die Preise steigen und man müsse halt damit umgehen.
Nichts besitzen: Leben um zu arbeiten
Die Ansicht der Wirtschaftsprofessorin und Regierungsberaterin geht augenscheinlich in die Richtung: Leben, um zu arbeiten und nicht arbeiten, um zu leben. Ein Arbeiter oder Angestellter, der jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fährt, weil es etwa in ländlichen Regionen kein ausreichendes Angebot von öffentlichen Verkehrsmitteln gibt, soll doch froh sein, dass er arbeiten darf, um Miete, Heizung, Sprit, Lebensmittel zu bezahlen und damit gerade so über die Runden zu kommen. Beim Rest, den Annehmlichkeiten des Lebens, wie Urlaub machen oder sich etwas gönnen, soll er sparen, es reicht, wenn die Arbeit die Grundbedürfnisse erfüllt, mehr ist nicht nötig. Dies erinnert auch an das bekannte WEF-Credo: Du wirst nichts mehr besitzen. Und wer derzeit noch ein Auto besitzt ist ohnehin noch zu reich und besitzt zu viel.
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