Staatsfunk wollte Kernthemen aussparen

Wieder Quotenkaiser: Kickl trotzte Lücken-ORF bei Sommergespräch

Politik
Bild: zVg

Am Montagabend fand das lange erwartete ORF-Sommergespräch mit FPÖ-Chef Herbert Kickl statt. Wenig überraschend übertrumpfte er dabei alle anderen Parteichefs bei der Einschaltquote um Welten. Und, obwohl der Staatsfunk alles Mögliche versuchte, um Kernthemen nicht anzusprechen - etwa den Dauerbrenner Migration - gelang es Kickl dennoch thematische Pflöcke einzuschlagen. Dabei zeigte er auch, dass es möglich ist, pointierte Sprache und unaufgeregtes Auftreten miteinander zu kombinieren.

ORF will nicht über Migration reden

Fast täglich muss man über Messerstechereien in Wien lesen, während sich der Sündenfall von "Wir schaffen das" und der folgenden Grenzöffnung gerade zum 10. Mal jährt. Just in dieser Gemengelage ist FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Abschluss der ORF-Sommergespräche geladen, und das auf Basis von mehr als 35% in Umfragen. Doch der ORF versuchte partout, das Thema auszusparen. Selbst auf Hinweis Kickls, dass es noch gar nicht zur Sprache gekommen sei, suchte Interviewer Klaus Webhofer den Ausweg über die fortgeschrittene Sendezeit zu suchen und vertröstete auf "ein anderes Mal". 

Stattdessen versuchte der ORF-Journalist, das Gespräch ständig auf Nebenschauplätze abzulenken. Etwa zur Frage, ob Kickl irgendwelche Pläne habe, nach Kärnten zu wechseln - obwohl dort die Landtagswahl erst in fast drei Jahren stattfindet. Oder, ob er zu wenig "kompromissbereit" gegenüber dem schwarzen Machtrausch gewesen sei, als er sich entschied, nicht um jeden Preis und wegen der Posten zu regieren, sondern sich für die Opposition entschied. Die Schieflage war so offensichtlich, dass der Partei-Account auf X nicht umhin kam, sie illustrativ in einem Grafiksujet zu persifilieren.

Im System sparen, nicht beim Volk

Trotz der Versuche, die Rahmenbedingungen des Interviews so nebensächlich wie möglich zu gestalten, glänzte Kickl zu den schließlich doch offerierten Themen mit klaren Ansagen. So erinnerte er daran, dass der mittlerweile zum Kanzler gewordene ÖVP-Chef Christian Stocker stets den Eindruck vermittelt habe, sich selbst statt dem Land dienen zu wollen. Kickl hingegen wünscht sich eine vollständige Umwandlung des maroden Polit-Systems, will sich dem eigenen Volk hinwenden. Dies sei auch notwendig, um die Wirtschaftskrise zu bewältigen.

Das Volk leidet u.a. unter der steigenden Inflation, welche laut dem FPÖ-Chef auch eine Folge u.a. der "Kriminalisierung von CO2" und anderer Umsetzungen der Eliten-Agenda sei. Die Bürger gehörten nicht be-, sondern entlastet, etwa durch Maßnahmen beim Strompreis und Lebensmitteln. Die Gegenfinanzierung sei einfach: Man brauche nur aus dem Milliardengrab "Sky Shield" austreten und die EU-Netto-Beiträge reduzieren. Er kritisierte zudem den Umstand, dass die Regierung zwar ausreichend Geld für Brüssel, für die Ukraine, für Afrika und Asylanten habe, aber plötzlich die Gehälter & Pensionen unter der Inflation angepasst sehen will.

Mit Abstand die besten Quoten

Es sind solche klaren Ansagen, welche die Bürger schätzen. Kein Wunder also, dass Umfragen die FPÖ derzeit bei Werten ausweist, die beinahe so stark sind wie ÖVP & SPÖ zusammen. Entsprechend scheint Kickl auch der einzige Parteichef zu sein, welche die Österreicher überhaupt noch in nenneswerter Anzahl im Fernsehen sprechen sehen wollen. Nicht weniger als 706.000 Menschen sahen das Interview mit dem FPÖ-Chef im Schnitt. Das war auch in diesem Nicht-Wahl-Jahr mit Abstand der höchste Wert.

Denn das ist mehr als ein Drittel mehr als die 531.000, welche Kanzler Stocker vor den Bildschirm lockte. Abgeschlagen waren die Quoten für die übrigen Parteichefs: Keine halbe Million wollte wissen, was Babler (470.000), Meinl-Reisinger (463.000) & Gewessler (450.000) zu sagen hatten. Schon im Vorjahr hatte Kickl die meisten Zuseher bei den ORF-Sommergesprächen. Diesen Vorsprung baute er nun aus, denn die Quoten der schwarzen & roten Parteichefs brachen um astronomische 30 bzw. 40 Prozent ein...

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