Bis zu 100.000 Stellen sollen weg...

Volkswagen-Krise: Nach Stellenabbau massiver und blockierter Rüstungsdeal

Politik
Bild: N9713, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Volkswagen-Konzern ist wieder in den Schlagzeilen. Noch mehr Stellen sollen abgebaut und weitere Werke geschlossen werden, um den ehemaligen Vorzeigekonzern wieder auf Kurs zu bringen. Zugleich gibt es Querelen um die Übernahme des VW-Werks durch einen israelischen Rüstungskonzern. Diese wird durch den katarischen Staatsfonds derzeit blockiert.

Es sind schlechte Meldungen zum Ende der Woche. Der VW-Konzern will weltweit 100.000 Stellen der rund aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze abbauen, wie das Manager Magazin berichtet. Damit fällt der Jobabbau beim Konzern noch massiver aus, als bisher geplant. Unter Berufung auf Insider, so das Magazin, soll Konzernchef Oliver Blume die Pläne dem Vorstand bereits unterbreitet haben. Auf genaue Zahlen, so ein zweiter Insider, lege man sich aber nicht fest. Bisher war die Streichung von 50.000 Stellen bis 2030 aufgrund eines aktuellen Sparprogramms vorgesehen - insgesamt will der Konzern rund 5 Milliarden Euro einsparen. Auch bisherige Jobgarantien waren schon weggefallen und die Schließung mehrerer Werke steht im Raum - Der Status berichtete.

Werksschließungen wegen E-Mobilität

Neben den Entlassungen sind auch vier deutsche Standorte gefährdet und könnten geschlossen werden. Kolportiert werden die VW-Werke in Zwickau, Emden und Hannover und Audi-Fabrik in Neckarsulm. Bisher war nur die Schließung von drei Werken im Gespräch. Schuld dürfte unter anderem der politisch gewollte Wechsel zu E-Mobilität sein. In Sachsen gab es in der Vergangenheit bereits Probleme, etwa mit dem Zwickauer Werk, welches rein zur E-Auto-Produktion eingerichtet ist und wo es bereits zu Schichtstreichungen, Kurzarbeit und Entlassungen kam. Schon im Herbst 2023 hatte auch Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer einräumen müssen, den grünen Utopien aufgesessen zu sein. "Wir waren stolz auf den Elektromobilitätsturbo, den Sachsen bei Volkswagen gezündet hat. Doch jetzt müssen wir einräumen: Ganz so erfolgreich ist es dann am Ende doch nicht", erklärte er auf einer CDU-Regionalkonferenz - Der Status berichtete. Zugleich wurde auch vor einiger Zeit die Produktion von E-Autos in den USA durch den Konzern eingestellt - Der Status berichtete

Konzernumbau geplant?

Die Sorgen des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), dass der Stellenabbau in der Branche noch massiver ausffällt, dürften also zutreffen. Erst im Mai hatte der Verband gewarnt, dass bis 2035 bis zu  225.000 Arbeitsplätzen verloren gehen könnten, noch 35.000 Arbeitsplätze mehr, als bis dato angenommen. Und bereits Ende 2023 hatte VW-Markenchef Thomas Schäfer erklärt, dass der Konzern nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Daher dürfte es wohl nicht mit Werksschließungen und Stellenabbau getan sein. Geprüft werden angeblich auch Änderungen in der Konzernstruktur. Teile, wie die Kernmarke Volkswagen und Komponentensparten könnten herausgelöst und zu eigenständigen Gesellschaften werden. Aber auch eine Öffnung einzelner Standorte für andere Industrien, etwa Rüstungshersteller, werden seit längerem diskutiert.

Katar blockiert

In diesem Bereich läuft aber auch nicht alles rund. So war etwa geplant, dass im VW-Werk in Osnabrück künftig Teile für das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" gefertigt werden sollen. Dazu verhandelte der Konzern mit dem israelischen Staatskonzern Rafael Advanced Defence Systems. Mit dem Schritt sollten alle 2.300 Arbeitsplätze in dem, von der Schließung bedrohten Werk in Niedersachsen, gerettet werden - Der Status berichtete. Doch nun hakt es auch bei der Umstellung auf die Kriegswirtschaft. Denn die Übergabe des Osnabrücker VW-Werks an Rafael wird derzeit vom katarischen Staatsfond Qatar Investment Authority (QIA) - dem drittgößten Anteilseigner bei VW - blockiert, wie Reuters berichtete. Katar, welches keine direkten diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält, hat wohl Bedenken wegen des Deal mit einem israelischen Rüstungsunternehmen angemeldet. Dies könnte nämlich die Regierung in die Bredouille bringen, unterstützt doch die katarische Bevölkerung mehrheitlich die palästinensische Seite im Nahost-Konflikt. 

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