CSU-Wähler wandern zur AfD

Vergessener Wahl-Erfolg: Bayrische AfD verdreifacht sich auf kommunaler Ebene

Politik
Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)

Im Schatten der BaWü-Landtagswahl zeichnet sich ein politischer Wandel in Bayern ab. Die CSU bleibt zwar stärkste Kraft, doch ihr Ergebnis sinkt weiter. Gleichzeitig verzeichnet die AfD massive Zugewinne und etabliert sich zunehmend in den kommunalen Parlamenten.

Triumph in Bayern

Die Ergebnisse der bayerischen Kommunalwahl am 8. März 2026 sendet ein klares Signal. Die CSU bleibt zwar mit Abstand stärkste politische Kraft in den Städten, Gemeinden und Landkreisen, doch ihr Ergebnis markiert einen historischen Tiefpunkt. Mit 32,5 Prozent der Stimmen bei den Gremienwahlen verlor die Christsoziale Union im Vergleich zu 2020 rund zwei Prozentpunkte und rutschte auf ihren schwächsten Wert seit 1952. Markus Söder betonte zwar in ersten Reaktionen die „klare Nummer eins“ in 91 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten zu sein, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Die bisher unangefochtene Dominanz der CSU im kommunalen Raum bröckelt sichtbar.

Die AfD feiert gleichzeitig jedoch, den mit Abstand größten Zuwachs aller etablierten Parteien. Von 4,7 Prozent im Jahr 2020 schnellte sie auf 12,2 Prozent empor, ein Plus von 7,5 Prozentpunkten und somit fast eine Verdreifachung. Erstmals trat die Partei flächendeckend mit eigenen Listen an und schaffte in vielen Regionen den Sprung zur zweit- oder drittstärksten Kraft hinter der CSU, in einzelnen Gemeinderäten schaffte sie sogar Platz eins. Zwar blieb der erhoffte Einzug in Stichwahlen um Landrats- oder Oberbürgermeisterämter aus, doch der Einflussgewinn in den kommunalen Parlamenten ist durchaus ein in Bayern nie so dagewesener Triumph.

CSU am Ende

Die Verluste der CSU korrespondieren dabei, wie erwartet, mit den Gewinnen der AfD. In zahlreichen Landkreisen und Gemeinden, in denen die Christsozialen früher uneinholbar waren, wanderte ein relevanter Teil der Wählerschaft zur AfD. Zwar klingt das Ergebnis nicht besonders bahnbrechend. Aber es zeigt, wie das Jahrzehnte dagewesene Vertrauen in die CSU schwindet und zur AfD wandert. Besonders Bayern ist für die AfD ein sehr hartes Pflaster, da sich die CSU nur zu gern als rechte und konservative Kraft ausgibt, um dann politisch nicht danach zu handeln. 

Nun mag man einwenden, dass die AfD in der Landtagswahl mit rund 14 Prozent besser abschnitt als in der Kommunalwahl. Die Kommunalwahl ist für die AfD allerdings ein noch schwereres Pflaster als die Landtagswahl, da die AfD oft kaum Einfluss in den Kommunen hat und von vielen Bürgern als weggeworfene Stimme begriffen wird. Das Gegenteil ist der Fall und auch eine schwache AfD kann im Kreistag viel bewirken, das ist allerdings vielen Wählern nicht bewusst. Sie wählen lieber die als sichere Wette wahrgenommene CSU. Der Erfolg in Bayern ist also bedeutsam und der Anfang vom Ende der politischen Dominanz der CSU auf kommunaler Ebene.

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