Ermahnung wie unter Biden...

USA pfeifen Ukraine zurück: Bei Angriffen gefälligst US-Interessen beachten

Politik
Bild: Sunliftan, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Common

Wieder haben die USA die Ukraine gerügt und darauf hingewiesen, dass Kiew bei seinen Angriffen auf die russische Infrastruktur keine US-Interessen schädigen soll. Denn ein Angriff auf den Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk habe die wirtschaftlichen Interessen der USA beeinträchtigt. Auch sonst zeigen sie die USA eher neutral und kühl gegenüber der Ukraine.

Die Trump-Regierung hat die Ukraine offiziell davor gewarnt, Ziele in Russland anzugreifen, die US-Wirtschaftsinteressen beeinträchtigen könnten, so die ukrainische Botschafterin in Washington Olga Stefanischina bei einer Rede am Dienstag, die die offizielle Demarche des US-Außenministeriums entgegennahm, gegenüber Reuters. Weiter wollte sie jedoch, nach Angaben von Reuters, nicht darauf eingehen und erklärte nur, die Ukraine habe die Mitteilung zur Kenntnis genommen. Der betreffende Vorfall liegt schon eine Weile zurück. Im November 2025 hatte die Ukraine einen Drohnen-Anschlag auf den den Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer verübt. Am 29. November 2025 hatte Stefanischnina die Demarche erhalten.

Kasachische und US-amerikanische Interessen

Bei dem Angriff auf den Hafen, einen der größten Öl-Exporthäfen Russlands, hatte Kiew zwei Tanker, die angeblich zur russischen Schattenflotte gehören beschädigt. Zugleich wurde aber auch ein Terminal des kasachischen Caspian Pipeline Consortium, das teilweise Chevron und Exxon gehört, getroffen. Dies führte zur Mitteilung des US-Außenministeriums, da durch den Angriff  amerikanische und kasachische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt worden seien.

"Diese Kontaktaufnahme stand nicht im Zusammenhang damit, die Ukraine zu ermutigen, von Angriffen auf russische Militär- und Energieinfrastruktur abzusehen. Sie stand im Zusammenhang mit der Tatsache, dass amerikanische Wirtschaftsinteressen dort beeinträchtigt wurden", so die Botschafterin. Zuletzt hatte sich Trump auch im Sommer 2025, nach dem der ukrainischen Attacke auf die Ölpumpstation Nikolskoje der Druschba-Pipeline, durch die die Versorgung mehrere Tage lahmgelegt wurde, demonstrativ hinter Ungarn gestellt, welches durch den Angriff betroffen war - Der Status berichtete.

Nicht das erste Mal

Eine derartige Mahnung von Seiten der USA kommt nicht zum ersten Mal. Bereits im März 2024, damals noch unter US-Präsident Joe Biden, als die Ukraine ihre Drohnenangriffe gegen Russland ausweitete und nach eigenen Angaben auch sieben Ölraffinerien in Russland getroffen hatte, wurde Kiew zurückgepfiffen. Die Biden-Administration setzte sich mit Kiew in Verbindung, um weitere Angriffe auf russische Ölraffinerien, Terminals, Depots und Lagereinrichtungen zu unterbinden. Denn dies, so hieß es damals, könne dramatische Erhöhungen des Ölpreises auf den Weltmärkten zur Folge haben - und auch Vergeltungsmaßnahmen. Zudem, so in dem Bericht, ging auch die Sorge um,  dass bei den Drohnenangriffen, die die russische Ölinfrastruktur auch viele hunderte Kilometer im Landesinneren zum Ziel haben, auch Strukturen getroffen werden, die von Firmen wie ExxonMobil und Chevron verwendet werden - Der Status berichtete.

Abgekühltes Verhältnis

Aber auch abseits von wirtschaftlichen Interessen ist das Verhältnis zwischen Washington und Kiew merklich abgekühlt. So berichtet die Financial Times unter anderem, über die zurückhaltende Reaktion der USA anlässlich des vierten Jahrestages des Ukraine-Krieges. Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa gemeinsam mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs zum Jahrestag nach Kiew tingelten, hielten sich die USA zurück. Laut einer vollständigen Liste der hochrangigen Besucher der ukrainischen Präsidialverwaltung, die der FT vorlag, schickten die USA weder eine Delegation noch einen hochrangigen US-Beamten in die Ukraine. Und auch bei einer, von Kiew initiierten UN-Resolution  zur Unterstützung eines dauerhaften Friedens in der Ukraine, die mit 107 Ja-Stimmen gegen 12 Nein-Stimmen angenommen wurde, gehörten die USA zu den 51 weiteren Staaten, die sich enthielten.

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