Ungarn empört: Ukraine attackiert Pipeline und gefährdet Versorgungssicherheit
Bild: Freepik
Ungarn sieht die Unterstützung der EU für die Ukraine schon lange skeptisch. So will man sich in Budapest nicht in den Konflikt hineinziehen lassen und auch den eigenen Bürgern nur wegen der Ukraine keine massiv steigenden Energiepreise zumuten. Doch nun hat Kiew abermals die Druschba-Pipeline, die nach Ungarn und in die Slowakei führt, angegriffen. Für Budapest ein Angriff auf die Energiesicherheit.
Wenn es um den Selbsterhalt des Kiewer Regimes geht, ist man auch bereit über sprichwörtliche Leichen zu gehen. Dabei nimmt die Ukraine - als faktisch größter EU-Netto-Empfänger - keine Rücksicht auf die "westlichen Verbündeten", ob sie nun vorbehaltlos hinter Kiew stehen oder nicht. Etwa, als Kiew die Transitverträge durch Durchleitung russischen Gases nach Europa aufkündigte bzw. nicht verlängerte. In Kiew scheint man genug Gelder der europäischen Steuerzahler zu bekommen, um auf die Transitgebühren verzichten zu können. Und ob in Europa die Energiepreise weiter steigen, scheint der Junta in Kiew egal. Nun eskaliert der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine abermals, nachdem Kiew eine russische Pipeline angriff, die das östliche EU-Land mit Öl versorgt.
Angriff auf Energiesicherheit
Dabei will Kiew die Ölpumpstation Nikolskoje im zentralrussischen Gebiet Tambow, die 320 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, angegriffen haben. Die Pumpstation gehört zur Druschba-Pipeline, die Ungarn und die Slowakei mit Öl versorgt. Seit dem in der Nacht von Sonntag auf Montag erfolgten sei das Durchpumpen von Erdöl eingestellt worden, heißt es. Für den ungarischen Außenminister Péter Szijjártó ist dieser Angriffs Kiews ein Anschlag auf die ungarische Energiesicherheit. So schreibt er auf X: "Die Ukraine hat erneut die Ölpipeline nach Ungarn angegriffen und damit die Lieferungen unterbrochen. Dieser jüngste Angriff auf unsere Energiesicherheit ist empörend und inakzeptabel! ... Seit dreieinhalb Jahren versuchen Brüssel und Kiew, Ungarn in den Krieg in der Ukraine hineinzuziehen. Diese wiederholten ukrainischen Angriffe auf unsere Energieversorgung dienen demselben Zweck. Lassen Sie mich klar sagen: Dies ist nicht unser Krieg. Wir haben nichts damit zu tun, und solange wir das Sagen haben, wird Ungarn sich daraus heraushalten."
Ukraine has once again attacked the oil pipeline leading to Hungary, cutting off supplies. This latest strike against our energy security is outrageous and unacceptable!
— Péter Szijjártó (@FM_Szijjarto) August 18, 2025
Russian Deputy Energy Minister Pavel Sorokin informed me that experts are working to restore the transformer…
Zudem macht Szijjarto auch deutlich, dass Ungarns Geduld mit dem Gebaren Kiews endlich ist und man sich nicht alles bieten lassen wird, so wie etwa Deutschland mit dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipeline. "Abschließend noch eine Erinnerung an die ukrainischen Entscheidungsträger: Strom aus Ungarn spielt eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung Ihres Landes...", richtet er Kiew aus.
Schlagabtausch zwischen Ministern
Allerdings ist das Thema damit noch nicht erledigt. Was folgte war ein Schlagabtausch zwischen Szijjarto und seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha. Dieser richtete dem Ungarn auf X aus: "Peter, es ist Russland, nicht die Ukraine, das diesen Krieg begonnen hat und sich weigert, ihn zu beenden. Ungarn wird seit Jahren gesagt, dass Moskau ein unzuverlässiger Partner ist. Trotzdem hat Ungarn alles getan, um seine Abhängigkeit von Russland aufrechtzuerhalten. Selbst nachdem der Krieg in vollem Umfang begonnen hatte. Sie können Ihre Beschwerden – und Drohungen – jetzt an Ihre Freunde in Moskau schicken."
Daraufhin schien Szijjártó endgültig der Kragen zu platzen. Mehr als deutlich, aber dennoch diplomatisch, machte er Sybiha klar, in wessen Interessen er handelt. Und dies sind die ungarischen. So schrieb er: "Nachdem ich den ukrainischen Angriff aufgedeckt hatte, der die Ölversorgung Ungarns unterbrochen hat, hat mich der ukrainische Außenminister @andrii_sybiha scharf kritisiert und gesagt, ich solle mich bei Russland beschweren.Peter, it is Russia, not Ukraine, who began this war and refuses to end it. Hungary has been told for years that Moscow is an unreliable partner. Despite this, Hungary has made every effort to maintain its reliance on Russia. Even after the full-scale war began. You can now send… https://t.co/yvMq8slTG0
— Andrii Sybiha 🇺🇦 (@andrii_sybiha) August 18, 2025
Er scheint die Fakten übersehen zu haben.
Fakt 1: Russland liefert seit Jahrzehnten Öl über die Druschba-Pipeline nach Ungarn. Dies liegt im Interesse Ungarns.
Fakt 2: Die Ukraine greift diese Pipeline an, und aufgrund dieser ukrainischen Angriffe wird die Ölversorgung Ungarns wiederholt unterbrochen. Dies ist gegen die Interessen Ungarns.
Als ungarischer Außenminister ist mein Auftrag klar: Die Interessen Ungarns stehen an erster Stelle. Punkt.
Und vergessen wir nicht: Ein erheblicher Teil der Elektrizität der Ukraine stammt aus Ungarn..."
After I exposed the Ukrainian attack which cut off Hungary’s oil supply, Ukraine’s FM @andrii_sybiha lashed out at me, saying I should complain to Russia.
— Péter Szijjártó (@FM_Szijjarto) August 18, 2025
He seems to have missed the facts.
Fact 1: Russia has supplied oil to Hungary for decades via the Druzhba pipeline. This is…
Nicht der erste Angriff
Dabei ziehen sich Anschläge auf die Interessen der Verbündeten wie ein roter Faden durch das Verhalten der ukrainischen Machthaber, angefangen mit der Nord-Stream-Pipeline. Schon im Juli 2024 hatte Kiew zudem versucht Ungarn zu erpressen und die Durchleitung von russischem Erdöl für Ungarn, aber auch die Slowakei, eingestellt - Der Status berichtete. Aber auch die Einstellung des Transits für russisches Gas war ein Schritt, der Europa vor ziemliche Probleme stellt, was Kiew jedoch egal ist - Der Status berichtete. Anfang diesen Jahres kam es zudem zu einem vermutlich von der Ukraine durchgeführten Drohnenangriff auf die Turk-Pipeline, die für die Gasversorgung von Ungarn und Mitteleuropas unerlässlich ist - Der Status berichtete. Ebenso gab es auch wiederholt Angriffe der Ukraine auf russische Öl-Raffinierien. Aber dies wurde dann selbst den USA zu bunt, die ebenfalls an einem niedrigen Ölpreis interessiert sind, so daß schließlich der damalige US-Präsident Joe Biden Kiew an die Leine legte und weitere Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur im Interesse Washingtons verbot - Der Status berichtete.
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