Trump gesteht sein Scheitern: Energiepreise bleiben noch länger sehr hoch
Nach dem Scheitern der Gespräche mit dem Iran über die Beendigung des Krieges rückt Entspannung im Nahen Osten wieder in weite Ferne. Und US-Präsident Donald Trump muss zugeben, dass er mit seinem Überfall etwas in Gang gebracht hat, was er nicht zu steuern vermag. So erklärte er nun, dass die Energiepreise noch eine lange Zeit hoch bleiben dürften, auch bis zu den US-Zwischenwahlen im November. Und auch die US-Blockade gegen den Iran ist ein Zeichen der Hilflosigkeit.
Nach den gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran in Pakistan, will nun US-Präsident Donald Trump selbst für eine Blockade des wirtschaftlichen Nadelöhrs, der Staße von Hormus sorgen. Schon zu Beginn der Verhandlungen und des Waffenstillstands war klar, die Meerenge bleibt ein Druckmittel. Die Öffnung der Straße war eine der zentralen Forderungen Trumps, der Iran wollte hingegen weiter kontrollieren und gegebenenfalls Transitgebühren einheben - Der Status berichtete. Nun will Trump mit einer Gegenblockade antworten, Schiffe aus iranischen Häfen sollen von der US-Marine aufgehalten werden. Der Wirtschaftskrieg eskaliert also weiter. Und hat wie immer zwei Seiten. So erklärte etwa Österreichs Kurzzeit-Kanzler Sebastian Kurz gegenüber der Welt: "Es gelingt diesen Fundamentalisten, die gesamte Weltwirtschaft in Geiselhaft zu nehmen". Andererseits fügen Trump und sein Partner Netanjahu mit dem Überfall auf den Iran der Wirtschaft ebensolchen Schaden zu.
Energiepreise bleiben hoch
Am Sonntag gestand dann Trump auch faktisch das Scheitern seiner Politik ein. Die Öl- und Benzinpreise könnten bis zu den Zwischenwahlen im November hoch bleiben. Wie Reuters zitiert, erklärte der US-Präsident auf Fox News auf die Frage, ob die Kosten für Öl und Gas bis zum Herbst sinken würden: "Es könnte so sein, oder gleich bleiben, oder vielleicht ein bisschen höher, aber es sollte in etwa gleich bleiben". Zugleich machte er auf Truth Social deutlich: "Niemand, der eine illegale Mautgebühr zahlt, wird auf hoher See sicher passieren können." Damit ist mit der beiderseitigen Blockade die Meerenge vorerst weiter stillgelegt. Dadurch stürzten nach dem Wochenende die Börsenkurse wieder ab und die Preise für Öl und Gas stiegen.
Iran finanzielle Mittel entziehen
Dabei zielt die Strategie Trumps derzeit offenbar darauf, durch die eigene Blockade dem Iran finanzielle Mittel aus Öl- oder Gasverkäufen zu entziehen. Die Blockade der Meerenge und vermutlich auch iranischer Häfen dürfte wirksamer sein als die Sanktionen gegen Russland. Diese hatten die Einnahmen aus Rohstoffverkäufen für den Kreml nie verhindern konnten und nachdem sie von den USA zuletzt gelockert wurden, gar für neue Rekordeinnahmen gesorgt - Der Status berichtete. Allerdings trifft es nicht nur den Iran, denn Staaten die bisher iranischen Öl gekauft haben, neben China auch Japan, Indien, die Türkei und Indonesien werden ebenso von den neuesten US-Maßnahmen direkt hart getroffen. Neben allen anderen Ländern, die bisher aufgrund des US-iraelischen Angriffs ohnehin mit massiven Preissteigerungen konfrontiert sind.
Iran pleite oder Weltwirtschaft am Sand?
Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob die Trumpsche Strategie - von einer solchen war bisher ohnehin nicht viel zu merken - nicht nach hinten losgeht. Denn bei dem Kräftemessen ist unklar, wem zuerst die Puste ausgeht. Wird der finanzielle Druck auf den Iran so hoch, dass er nachgibt, oder kollabieren zuerst die Märkte und die "Weltwirtschaft" sorgt dafür, dass die USA und Israel einlenken? Immerhin könnte sich China, neben anderen betroffenen Staaten, genötigt fühlen, stärker zu intervenieren - und das Letzte, was die USA jetzt brauchen ist eine Verschärfung des Konflikts mit dem Reich der Mitte. Der lachende Dritte ist aber ohnehin Russland. Je länger der Konflikt im Nahen Osten dauert, umso besser die Absatzlage für russische Rohstoffe, wenn immer mehr Staaten den Sinn und Nutzen der Russland-Sanktionen in Frage stellen und gegen eine sichere Versorgung mit benötigten Öl- und Gaslieferungen abwägen.
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