Heimaturlaub und Asylanträge

Syrer bleiben in Deutschland: Kaum freiwillige Rückreisen in Heimat

Politik
Symbolbild: Freepik

Als Assad seine Macht in Syrien verlor, war die Freude im Westen groß. Die Politik hatte auch nichts eiligeres zu tun, als gleich Millionenbeträge an die neuen Machthaber zu überweisen. Aber die wenigsten Syrer, die sich in Deutschland befinden, verspüren Lust in ihre Heimat zurückzukehren. Trotz Rückkehrprogrammen bleibt die Zahl freiwilliger Ausreisen überschaubar.

Freiwilligkeit statt Abschiebung kein Erfolg

In Deutschland bietet sich ein ähnliches Bild wie in Österreich. "Syrien braucht jetzt seine Mitbürger! Der Sturz des Assad-Regimes verändert die Gesamtsituation. Damit rückt für Tausende Syrerinnen und Syrer eine sicherere Heimat und die Möglichkeit zur Rückkehr in greifbare Nähe", tönte der damalige ÖVP-Kanzler Karl Nehammer noch im Dezember. Doch bis April 2025 kehrten nur 0,22 Prozent der in Österreich verweilenden Syrer in ihre Heimat zurück - Der Status berichtete.

Ein Grund, dass es mit dem Zurückschicken nicht so klappt, dürfte auch an der EU liegen. Österreichs Ex-Finanzminister Magnus Brunner, der zum EU-Migrationskommissar aufstieg, erklärte noch im März, dass Syrien noch zu unsicher sei und Anschiebungen daher kaum möglich. Sicher genug um Steuergeld europäischer Bürger hinzuschicken ist es jedoch offenbar schon... - Der Status berichtete.

Gerade einmal 1.208 Rückreise-Anträge

Wie die Beantwortung einer Anfrage der AfD an die deutsche Bundesregierung zeigt, sieht es in Deutschland ähnlich aus. Mit Stichtag 31. Mai 2025 wurden gerade einmal 1.208 Anträge für 2.075 Personen auf freiwillige Rückreise nach Syrien beim  Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt. Ausgereist waren den Zahlen zufolge nur 804 Personen. Da ist der Schnitt - mit ein paar Wochen mehr - noch schlechter als in Österreich.

Denn bei nach offiziellen Angaben in Deutschland lebenden vollalimentierten 960.000 syrische Staatsangehörigen, bedeutet dies eine freiwillige Ausreisequote von nur 0,08 Prozent. Allerdings macht die Bundesregierung darauf aufmerksam, dass es sich hierbei nur um Zahlen von Syrern handelt, die beim Migrationsamt einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für die Ausreise gestellt haben. 2024 seien gemäß diesem Verfahren 87 freiwillige Ausreisen bezahlt worden, bis zum 31. Mai dieses Jahres waren es 141.

Zahl der Asyl-Syrer deutlich höher

Im Gegensatz dazu liegt die Zahl der Syrer, die weiterhin um Asyl in Deutschland ansuchen, deutlich über den Rückkehrzahlen. Denn für den gleichen Zeitraum seit Jahresbeginn erfasst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ganze 13.431 neue Asylanträge von Syrern - 1.500 Prozent mehr, als freiwillig ausreisen.

Zugleich stieg auch die Zahl der Heimaturlaube von syrischen Migranten. Bis Stichtag Ende Mai wurden der Bundesregierung 924 Urlaubsreisen von Syrern in ihre Heimat bekannt - die Dunkelziffer ist wohl noch etwas höher. Für 2024 gab die Regierung insgesamt 1.112 Heimaturlaube syrischer Migranten an. Die Zahl ist also gestiegen. Entgegen den ursprünglichen Plänen der Reste-Ampel-Regierung, syrischen Staatsbürgern nach dem Machtwechsel kurze Heimaturlaube zu gewähren, rückte die neue Regierung ab.

Daher prüfe man bei den bekanntgewordenen Fällen nun einen Widerruf des Schutzstatus. Solange jedoch keine Abschiebungen vorgenommen werden, dürfte dies nicht viel ändern. Nach Ende ihres Urlaubs und der Rückkehr nach Deutschland dürfte der deutsche Steuerzahler weiterhin für die aufkommen, Aufenthaltstitel hin oder her...

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten