Spritpreise und Mangellage: OMV-Chef fordert Steuersenkungen
Bild: fxquadro, Freepik
Während die Verliererkoalition sich nicht einigen kann und die massiven Preissteigerungen bei Gas und Sprit weiter beobachtet, kommt scharfe Kritik an dem Versagen von OMV-Chef Alfred Stern. Dieser fordert endlich Steuersenkungen, um die Preise an den Zapfsäulen zu senken. Eine Maßnahme, die die FPÖ schon seit über einer Woche fordert.
Gegen die hohen Treibstoffpreise gibt es laut OMV-Chef Alfred Stern nur eine einzige Lösung. Eine Senkung der Preise an den Zapfsäulen sei derzeit nur durch eine Steuersenkung erreichbar, so der OMV-Chef im Ö1-"Journal zu Gast" am Samstag. Eingriffe in den Markt von Seiten des Staates lehnt er hingegen ab, dies würde eher zu einer Mangellage führen und damit die Versorgungssicherheit gefährden. Denn die hohen Preise würden mit der Verknappung des Angebots durch den Iran-Krieg zusammenhängen. Laut Stern fehlen derzeit am Weltmarkt rund 20 Prozent des Öls sowie 10 Prozent der Treibstoffe. Dadurch sei die OMV gezwungen, an den Rohstoffbörse in Rotterdam akutelle und wettbewerbsfähige Preise zu zahlen, um die Versorgung sicherzustellen. "Irgendjemand auf dieser Welt, der nicht bereit ist, die hohen Preise zu bezahlen, die wir in Europa und in Österreich bezahlen, der wird zu Fuß gehen", so der OMV-Chef.
Der Staat verdient, nicht die OMV
Dass sich der Konzern eine goldene Nase durch die aktuellen Preissteigerungen verdienen würde, wies der Chef des Konzerns ebenso zurück. Denn den Großteil des Preises an den Tankstellen würden Steuern und Abgaben ausmachen. Schon FPÖ-Chef Herbert Kickl hatte SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler zuletzt belehrt: "Lektion eins, Herr Vizekanzler - von 1,50 Euro pro Liter kassiert der rote Finanzminister zwischen 80 und 86 Cent – also mehr als die Hälfte. Je teurer der Treibstoff, desto mehr kassiert der Staat" - Der Status berichtete.
Babler sagt, ich soll die hohen Spritpreise erklären.
— Herbert Kickl (@herbert_kickl) March 7, 2026
➡️ Lektion eins, Herr Vizekanzler: Von 1,50 Euro pro Liter kassiert der rote Finanzminister zwischen 80 und 86 Cent – also mehr als die Hälfte. Je teurer der Treibstoff, desto mehr kassiert der Staat. Genau da ist sofort… pic.twitter.com/Sy1NtQmSgh
Und auch OMV-Chef Stern rechnet vor, dass von einem angenommenen Spritpreis von 1,70 Euro pro Liter Superbenzin rund 90 Cent auf Steuern und Abgaben entfallen. Von den übrigen 80 Cent müssten 55 Cent die reinen Kosten für das Öl abdecken, der OMV bleiben damit lediglich 25 Cent, um das Rohöl weltweit zu beschaffen. Der große Gewinner sei da nicht die OMV, sondern der Finanzminister. Laut Stern hatten 2025 sämtliche OMV-Raffinerien ein operatives Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro, der Finanzminister konnte stattdessen ganze 2,6 Milliarden Euro an Steuern für Treibstoffe einnehmen.
Steuern senken
Der einzige Weg seien Steuersenkungen. Denn Markteingriffe würden zu Engpässen führen. "Wir können entweder ein billiges Produkt haben, das dann nicht verfügbar ist, oder wir können das bezahlen, um die Versorgungssicherheit herzustellen", so Stern. Etwas, wozu sich die Regierung nicht durchringen konnte. Auch wenn ÖVP-Kanzler Christian Stocker zuletzt die FPÖ-Forderung nach Steuersenkungen aufgriff, eine Einigung blieb aus, weil SPÖ-Vizekanzler Babler nach kroatischem Vorbild einen Spritpreisdeckel, bei dem die Gewinnmargen bei Spritpreisen gedeckelt werden, wollte.
Schließlich suchte Stocker nach Ausreden und erklärte die Untätigkeit der Regierung damit, dass man keine Schnellschüsse machen wolle: "Wir dürfen die Versorgungssicherheit nicht gefährden. Niemand hat etwa was davon, wenn der Preis gedeckelt ist, an den Zapfsäulen aber kein Treibstoff erhältlich ist." Eine Steuersenkung wiederum sei schlecht für die budgetseitigen Einnahmen - Der Status berichtete hier und hier.
Handeln statt weiter beobachten
Das Interview mit dem OMV-Chef sah auch der freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker als erneuten Weckruf für die untätige Ömpel-Regierung. Die die schwarz-rot-pinke Regierung solle endlich handeln und die Steuern auf Treibstoffe senken, so Hafenecker, aber stattdessen will man anscheinend weiterhin bis zum Ende des ersten Quartals abwarten, bis die von ÖVP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer beim Institut für Höhere Studien (IHS) in Auftrag gegebene Kurzstudie zur Situation am Treibstoffmarkt erste Ergebnisse liefert.
"Jetzt muss mit Prüfaufträgen, Studien und den unprofessionellen Scharmützeln zwischen SPÖ-Finanzminister und ÖVP-Wirtschaftsminister endlich Schluss sein. Die Menschen erwarten sich konkrete Maßnahmen und keine weiteren Ausreden – jetzt muss rasch gehandelt werden“, kritisierte Christian Hafenecker und erinnert an die Vorschläge der FPÖ: "Wir Freiheitliche haben unser effektives Treibstoffpreis-Entlastungspaket längst auf den Tisch gelegt. Es umfasst die Abschaffung der CO2-Steuer sowie eine deutliche Senkung der Mineralölsteuer und der Mehrwertsteuer auf Treibstoffe. Mit diesen Maßnahmen wäre den Menschen schnell und spürbar geholfen. Gleichzeitig würde verhindert, dass die massiv gestiegenen Spritpreise die ohnehin schon hohe Teuerung weiter anheizen und damit die Belastungen für Haushalte und Betriebe noch weiter verschärfen."
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