So 'spart' Außenministerium: 7.000 Kilometer für 3 Seychellen-Bilder
Flugzeug: Freepik; Seychellen: dronepicr, Wikimedia Commons, CC BY 2.0; Liko: Dean Calma / IAEA, Flickr, CC BY 4.0
Für ein kurzes Treffen mit dem Außenamts-Staatssekretär der Seychellen flog Hannah Liko, Sektionschefin im Meinl-Reisinger-Ressort, quasi um die Welt. Im 110.000-Seelen-Staat vor der afrikanischen Küste sollte sie u.a. für einen nicht-ständigen österreichischen Sitz im UN-Sicherheitsrat werben. Zur Sprache kamen dabei auch Hilfen, welche Österreich für kleine Inselstaaten leistet sowie die Situation der etwa 50 Seychellois, die in der Alpenrepublik leben. Aber Steuergeld kostet ja bekanntlich eh nichts...
7.000-Kilometer-Trip in die Steueroase
Die Seychellen gelten als Urlaubsparadies mit herrlichen Stränden und hellblauem Meer. Ganzjährig beträgt dort die Durchschnittstemperatur angenehme 25-30 Grad. Auf den 115 Inseln, deren Gesamtfläche mit 455 Quadratkilometer nur knapp größer als jene Wiens ist, leben spannende Tropentiere und rund 110.000 Menschen, mehr als zwei Drittel davon auf der Hauptinsel Mahé, wo auch die Hauptstadt Victoria liegt. Obwohl das Land erst 2008 pleite ging, hat es mittlerweile das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller afrikanischen Ländern und gilt als Steueroase, weshalb die Seychellen auch bis 2024 auf einer entsprechenden "schwarzen Liste" der EU auftauchten...
Vor einigen Wochen packte nun Hanna Liko, die Leiterin der Sektion II (politische Angelegenheiten) im Außenministerium von Beate Meinl-Reisinger (NEOS) die Gelegenheit beim Schppf und flog 7.000 Kilometer weit auf die Seychellen für ein einziges Treffen mit Außenamts-Staatssekretär Ian Madeleine. Laut "Fass ohne Boden", das zuerst über den ominösen Trip - dessen Kosten für die Allgemeinheit noch unbekannt sind - berichtete ging es darum, u.a. um eine Stimme für Österreich im UN-Sicherheitsrat zu werben sowie die Belange von rund 50 Seychellois in Österreich zu besprechen. Man merkt also schon: Eine Reise von großer staatlicher Bedeutug.
Ein Königreich für einen Handschlag...
Dies offenbare, so das Investigativmedium, ein ganz besonderes Sittenbild: "Während uns Österreichern Regierungsmitglieder raten, aufgrund der hohen Kosten die Heizung zurückzudrehen sowie „ein Jackerl anzuziehen“, und während der Finanzminister mit neuen Steuer-Ideen das gewaltige Budgetloch stopfen will, fliegt die „Vize-Außenministerin“ (so schreibt das wörtlich die Regierung der Seychellen) 7.000 Kilometer in ein Insel-Paradies. Botschafterin Hannah Liko liefert dann aber nur ein Handshake-Foto mit einem Staatssekretär der Seychellen – eine Videokonferenz wäre wohl günstiger gewesen."
Das Medium rechnet zudem vor, dass bei diesem Trip rund 9.000 Kilo an Kerosin verbraucht werden. Flugreisen auf die Seychellen würden je nach Buchungsklasse zwischen 750 und 2.800 Euro kosten. Und dies, obwohl die Außenwirkung im Inland eher bescheiden blieb, weil nicht einmal das Außenministerium selbst es für notwendig befunden hatte, auf der eigenen Homepage über die Reise der Sektionschefin zu berichten. Und auch in den Mainstream-Medien fand die Reise nicht statt - es ist also quasi außer Spesen und drei Händelschüttel-Fotos mit dem eigenen Pendant in einem kleinen Inselstaat am anderen Ende der Welt. Influencer würden diesen Trick lieben.
Einmal nur in offizieller Funktion für eine kleine Fotoserie ins Urlaubsparadies:
Teure Dienstreisen der Regierung
"Wie der Herr, so das Gescherr", sagt ein bekanntes Sprichwort - und die Vorgesetzten der Sektionschefs legen die Latte in punkto Reisefreudigkeit auf Steuerzahlers Rappen entsprechend hoch. So verflog die schwarz-rot-pinke Regierung im Vorjahr in nur 3 Monaten schlappe 1,12 Mio. Euro an Steuergeld. Besonders teuer kamen die Bürger dabei die teuren Trips just von NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Wenn sie nicht gerade in der Ukraine einen Orden abholt oder Steuermillionen in Kiew parkt, jettet sie zum Morgenlauf nach Kolumbien, schekert in München beim Dinner mit Soros oder tanzt im goldenen Kleid zur Museumseröffnung in Ägypten an.
Nobel geht die Welt zugrunde: Bei ihren Dienstreisen fliegt Meinl-Reisinger regelmäßig Business-Class, was ihr seitens der FPÖ eine Bezeichnung als "Jetset-Beate" einbrachte. Da ist's dann auch kein Wunder mehr, wenn sich die Regierung zur Klausr ins Luxus-Spa-Hotel einmietet, statt zeitgleich drängende, lästige Fragen zum NGO-Fördersumpf zu beantworten. Aber wie sagt der NEOS-Staatssekretär für Deregulierung, Sepp Schellhorn vulgo "Achter-Sepp", doch so schön: Die Österreicher hätten halt einen Hang zur "Mieselsucht". Und ganz allein ist sie mit den Eskapaden ja eh nicht, wie die berüchtige Babler-Reise zur Restitution von Notenblättern in New York zeigte.
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