Sozialisten-PR-Sepukku mit Anlauf

Skurriler SPÖ-Schmäh: Wer Genderwahn kritisiert, ist 'besessen'

Politik
Symbolbilder: Freepik (4); Lindner: Junius1991b, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Kickl: (C) Alois Endl; Komposition: Der Status.

Die SPÖ gab beim Parlamentsdienst eine Analyse in Auftrag, mit deren Auswertung sie nun der FPÖ vorwirft, vom Genderthema "besessen" zu sein. Ganz nach dem Prinzip: Wer Missstände kritisiert, statt sie als vermeintliche Normalität zu akzeptieren, kämpfe gegen imaginierte Windmühlen. Ob solche Manöver den Sturzflug aller drei "Ömpel"-Parteien in bundesweiten Umfragen stoppen kann, ist freilich mehr als zweifelhaft.

Linker Kulturkampf duldet keinen Widerspruch

Für den polit-medialen Komplex sind Gendern, Trans-Agenda & Co. zur absoluten Normalität geworden. An den Universitäten herrscht ein Gender-Zwang oft schon für einfache Proseminar-Arbeiten, in etlichen Bundesländern wurden Gesetzestexte still und heimlich mit Genderstern & Co. versehen. Die Systemparteien zelebrieren ihre Mitgliedschaft in einer parlamentarischen "LGBTIQ-Intergroup". Und zwischendurch darf der Steuerzahler dann einmal für Dragqueens in den Social-Media-Accounts von Ministerien aufkommen, wenn diese nicht gerade auf Einladung der Grünen im Hohen Haus vor Kleinkindern aus woken Büchern vorlesen.

Doch problematisiert soll nun offenbar nicht die schleichende Etablierung einer "woken" Agenda werden, sondern die Kritik daran. Und so gab SPÖ-Mandatar Mario Lindner, der erst am Dienstag anlässlich des "Trans* Day of Visibility" gegen einen angeblichen "rechten Kulturkampf" antrommelte, beim Parlamentsdienst eine Erhebung dazu in Auftrag, welche Parteien denn nun am Häufigsten von "Gender", "Woke" und "Trans" sprechen. Das wenig überraschende Ergebnis: Mit absoluter Mehrheit kamen die häufigsten Wortmeldungen dazu von der FPÖ, die sich als einzige Partei gegen diese Agenda stellt. 

Wer Genderwahn kritisiert, ist "besessen"?

Denn gleich 802-mal kritisierte die FPÖ den entsprechenden Zeitgeist der übrigen Fraktionen, der sich freilich von der Empfindung des Souveräns völlig unterscheidet - laut Umfragen ist eine satte Mehrheit der Bürger nämlich der Ansicht, dass beim "Gendern" übertrieben wird. Doch anstatt ins Volk zu lauschen, versteigt sich der SPÖ-Politiker zu einer völlig absurden Deutung: "Die einzige Partei, die wirklich ständig vom Gendern, Trans- und Woke-sein spricht, ist die FPÖ selbst. Fünf- bis sechsmal pro Woche, fast doppelt so oft wie alle anderen Parteien zusammen. Das grenzt an Besessenheit."

Und die Mainstream-Medien übernehmen das Framing volley - von der "Krone" bis zur ORF-"Zeit im Bild". Dabei ließen sich ähnlich Erhebungen für praktisch alle Fraktionen und politischen Richtungen postulieren - und zwar in allen Ländern. So dürften die US-Demokraten weitaus häufiger über Schusswaffen sprechen als republikanische Abgeordnete. Der Begriff des "Klassenkampfs" findet sich in politischen Aussendungen schwarzer Vorfeldverbände relativ häufig, während die SPÖ ihn darin kaum benutzt. Im benachbarten Deutschland dürfte anzunehmen sein, dass die Grünen öfter über Atomkraft und CDU & AfD öfter über Windkraft sprechen, als umgekehrt. 

Wen will die SPÖ damit abholen?

Angesichts der Unbeliebtheit der Gender-Agenda stellt sich freilich die Frage, bei wem die Sozialdemokratie mit der Feststellung punkten will, dass die Blauen sich gegen das Überhandnehmen der "Wokeness" einsetzt. Beim Eisenbieger, der bei der letzten Wahl nach 40 Jahren als roter Gewerkschafter zum ersten Mal die FPÖ wählte? Bei der Friseurin, die sich die Toilette im Einkaufszentrum mit 2 Meter großen "Penisfrauen" teilen muss? Vielleicht doch beim türkischstämmigen Handy-Reparateur, der zwar politisch (noch) nicht die Fronten gewechselt hat, aber prinzipiell alles, was vom traditionellen muslimischen Familienbild abweicht, für "haram" hält?

Nicht, dass die Genossen mit ihrer Orientierungslosigkeit beim Thema alleine wären. So schaffte einst eine "unheilige Allianz" von SPÖ, ÖVP & Grünen die zwei biologischen Geschlechter in einer Dienstrechtsnovelle über die Hintertür ab, zugunsten eines schwammigen Gender-Begriffs nach Gefühl. Nach heftiger Kritik gelobte die ÖVP einst, sich nach der Wahl um eine Reparatur zu kümmern - seither sind anderthalb Jahre vergangen, ohne dass eine solche stattfand. In der Zwischenzeit trudeln ÖVP (18%) & SPÖ (19%) in Umfragen immer weiter nach unten, während die FPÖ (36%) fast doppelt so stark ist wie beide gemeinsam... 

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