Abgehoben auf Kosten der Steuerzahler

Selbstbedienungsladen: Achte Gehaltserhöhung für EU-Bonzen seit 2022

Politik
Bild: European Parliament, CC BY 4.0, Flickr

Schon wieder rollt für Bonzen und Beamte in Brüssel der Rubel: Die nächste Gehaltserhöhung steht aufgrund der Inflation vor der Tür, insgesamt die achte seit 2022. Innerhalb von drei Jahren stiegen so die Gehälter in Brüssel um sage und schreibe 22,8 Prozent an. Die Steuerzahler, die diesen Luxus zahlen müssen, können von derartigen Gehaltserhöhungen nur träumen.

Es ist schon praktisch, wenn sich das Salär automatisch erhöht. Die neuesten Gehaltserhöhungen beruhen auf Grundlage der Lebenserhaltungskosten in Brüssel und Luxemburg und der Kaufkraftentwicklung der EU-Bediensteten, die das EU-Statistikamt Eurostat berechnete. Aufgrund dieses Ergebnisses gibt es nun rückwirkend am 1. Juli ganze 3 Prozent mehr Gehalt. Zuletzt gab es im April Gehaltsanpassungen für die Bonzen in Brüssel. Denn 2024 hätten die EU-Gehälter um 8,5 Prozent erhöht werden müssen, man gab sich aber "bescheiden" und genehmigte sich lediglich 7,3 Prozent. Die fehlenden 1,2 Prozent wurden im April "nachgereicht" - Der Status berichtete.

1.000 Euro mehr für Pfizer-Uschi

Zu den großen Absahnern gehört aufgrund ihrer fürstlichen Gage die umstrittene EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie verdient nun mit der jüngsten rückwirkenden Erhöhung 1.000 Euro mehr im Monat und kommt somit auf etwa 35.800 Euro Grundgehalt. Aber auch die Kommissionsmitglieder müssen in Zukunft nicht am Hungertuch nagen. Bei ihnen macht die Erhöhung immernoch rund 850 Euro aus, womit das monatliche Einkommen auf 29.250 Euro steigt - steuerfreie Zulagen noch nicht eingerechnet. Für die niederen Ränge gibt es mindestens 110 Euro mehr, also dann 3.754 Euro im Monat. Aber auch die bereits in Pension befindlichen 30.500 ehemaligen EU-Beamten können sich über die Anhebung der Ruhestandsgelder freuen.

22,8 Prozent in rund drei Jahren

Insgesamt stiegen somit die Bezüge in Brüssel seit 2022 und ganze 22,8 Prozent. Erhöhungen, von denen die krisengeplagten Steuerzahler nur träumen können, obwohl sie den Brüsseler Luxus finanzieren müssen. Bei der Metaller-Lohnrunde in Österreich wurden zuletzt auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung Lohnsteigerungen im Kollektivvertrag von lediglich 1,41 Prozent beschlossen - weit unter der auf dem Durchschnitt der letzten 12 Monate basierenden, rollierenden Inflation von 2,8 Prozent - Der Status berichtete. Denn eine Anpassung an die Inflation würde diese weiter befeuern, versucht man den Bürgern einzureden. Dass die Inflation von Regierung und EU durch ihre Politik hausgemacht ist, versucht man zu verschweigen. Aber während die Bürger unter den Teuerungen leiden, sorgen die Verantwortlichen dafür, dass sie selbst keinerlei Abstriche machen müssen. Den Gürtel enger schnallen sollen andere.

Kritik an Brüssel

"Die erneute Erhöhung ist ohne Maß und Gespür. Der Automatismus der Gehaltserhöhungen muss weg", kritisiert etwa der Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes Michael Jäger die jüngsten Gehaltsanpassungen der Brüsseler Entourage in der BILD. Und auch von Seiten der FPÖ kommt harte Kritik: "Wenn EU-Beamte mitten in der Energiekrise und bei stagnierender Wirtschaft schon wieder mehr Geld bekommen, dann ist das ein klarer Fall von Realitätsverweigerung". Denn immerhin betragen die Mehrkosten für die steigenden Gehälter 365 Millionen Euro im Jahr, die von den europäischen Steuerzahlern aufgebracht werden müssen. Dabei gerät auch die automatische Anpassung immer stärker unter Beschuss. Die EU lebe in ihrer eigenen Welt – abgehoben, selbstbezogen und ohne jedes Gespür für die Lebensrealität der Menschen, heißt es. Das System habe sich völlig abgekoppelt, wenn Gehaltserhöhungen aufgrund der Lebenserhaltungskosten in Brüssel und Luxemburg durchgeführt würden, ohne die wirtschaftliche Entwicklung in den EU-Ländern zu berücksichtigen. 

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