Energiekrise durch Energiewende...

Schöne neue 'grüne' Welt: Stromrationierung in den Niederlanden

Politik
Bild: Freepik

Die Niederlande kommen mit ihrer Energiewende zunehmend in Schwierigkeiten. Die Netzkapazitäten reichen nicht, um die Nachfrage zu befriedigen. Zudem warten tausende Unternehmen und andere Verbraucher auf einen Anschluss ans Stromnetz, doch dies kann dauern, teilweise bis in die 2030er Jahre hinein. Und um das Stromnetz nicht zu überlasten, muss auch Strom rationiert werden. Dies sollte eigentlich ein Warnsignal an andere Länder sein.

Great Reset, Energiewende, Green Deal, "grüne" Transformation - egal welche Bezeichnung man wählt, die dadurch entstehenden Probleme sind immer die gleichen und sie häufen sich zunehmend. Das Beispiel der Niederlande zeigt nun, was auf die anderen europäischen Staaten noch hinzukommt, wenn man dem De-Karbonisierungs- und Netto-Null-Emissionswahnsinn der EU weiter folgt. Denn in den Niederlanden ist die Umstellung auf CO2-neutral und somit eine Welle der Elektrifizierung - da gewinnt Lenins Ausspruch "Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des Landes" gleich eine ganz neue Aktualität - besonders weit vorangeschritten. Man setzte zunehmend auf "erneuerbare Energien" und stellte auch 2023 die Förderung auf ihrem riesigen Onshore-Gasfeld in Groningen ein. Und damit häufen sich auch die Probleme.

Keine Netzanschlüsse 

Und dies liegt nicht nur am "Winddiebstahl" durch Belgien. So würden nach Angaben des Verbandes der niederländischen Netzbetreiber 'Netbeheer Nederland', derzeit mehr als 11.900 Unternehmen auf einen Anschluss an das Stromnetz warten, berichtet die Financial Times. Neben den Unternehmen warten aber auch noch unzählige öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser und Feuerwachen sowie Tausende von neuen Häusern. Und obwohl man in neue Kabel und Umspannwerke investiert, werden neue Anschlüsse in einigen Gebieten des Landes erst Mitte der 2030er Jahre zur Verfügung stehen, so die Netzbetreiber. Diese langen Wartenzeiten seien schädlich, so niederländische Beamte und Unternehmen, denn sie könnten das Wirtschaftswachstum bremsen und auch dazu führen, dass Unternehmen ihre Investitionspläne überdenken und ihrer Wege ziehen. 

Strom-Rationierungen

Zudem sind die Netzbetreiber auch gezwungen, den Strom zu rationieren. Damit startete man bereits im vergangenen Jahr. Verbrauchern wird daher angeboten, Verträge abzuschließen, die besonders günstige Strompreise außerhalb der Spitzenzeiten der Netzbelastung bieten. Und für industrielle Großverbraucher gibt es von Netzbetreibern Verträge, die mit niedrigeren Tarifen, aber unter der Maßgabe, dass diese ihre Anschlüsse zu bestimmten Stoßzeiten überhaupt nicht nutzen dürfen. Wie derartige flexible Verträge ankommen, bleibt abzuwarten, wer es sich einrichten kann, wird sicher zuschlagen, denn die Niederlande haben die höchsten Stromkosten in Westeuropa. Der  Think-Tanks Ember schätzt den monatlichen Preise in diesem Jahr auf beispielsweise rund 30 Euro pro Megawattstunde höher als in Frankreich. Grund für das Debakel ist unter anderem, dass der Netzausbau mit der Energiewende nicht Schritt hält. Die niederländische Regierung schätzt den Investitionsbedarf für Kabel und neue Umspannwerke bis 2040 auf etwa 200 Milliarden Euro. Ein Teil davon soll durch den Verkauf des Tennet-Teils des deutschen Stromnetzes an private Investoren finanziert werden, was rund 20 Milliarden Euro bringen soll. Der Großteil der restlichen 180 Milliarden Euro soll durch die Abschreibung von Vermögenswerten gedeckt werden, wobei die Verbraucher die Kosten tragen müssen. Zudem sollen, um die Kosten decken zu können, auch die Strom-Tarife bis 2034 jedes Jahr real um durchschnittlich 4,3 bis 4,7 Prozent steigen.

Gleiche Probleme in anderen Ländern

Und die FT wird mit ihrer Analyse deutlich. Zwar seien derzeit die Engpässe in den Niederlanden besonders akut, aber Analysten sind der Meinung, dies sei nur ein Vorbote dessen, was in anderen EU-Ländern zu erwarten ist, wenn man an den ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele der EU festhält. Dass diese Warnung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt ein kurzer Blick nach Deutschland. Dort plant die Bundesnetzagentur ebenfalls, mittels Energieplanwirtschaft und Strompreisen Unternehmen dazu zu bewegen, nur bei Sonnenschein und Wind zu produzieren, um die Netze nicht zu überlasten. In Baden-Württemberg rief der Netzbetreiber TransnetBW schon die Menschen dazu auf, von 6 Uhr bis 14 Uhr möglichst keinen Strom zu verbrauchen, denn die Leitungen seien ausgelastet und die Netzstabilität müsse erhalten bleiben. Und auch Unternehmen stellten schon ihre Produktion aufgrund von Preisspitzen an der Strombörse komplett ein. Aber auch mit Netzanschlüssen hat man so seine Probleme. Im vergangenen Jahr teilten die Stadtwerke der brandenburgischen Stadt Oranienburg mit, dass es vorerst keine neuen Stromanschlüsse mehr geben würde. Das Problem: Das Netz ist durch immer mehr Wärmepumpen an seinen Kapazitätsgrenzen. Und weitere Infrastruktur muss in den kommenden Jahren erst gebaut werden.

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende


Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten