Ein Bauchfleck nach dem andern...

Schlappe für Habeck: Norwegen kippt Plan für Wasserstoff-Pipeline nach Deutschland

Politik
Bild: Kasa Fue, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Energiewende und damit die Pläne des grünen deutschen Wirtschafts- und Klimaministers Robert Habeck werden von einer neuen Schlappe heimgesucht. Der norwegische Energiekonzern Equinor hat den Plänen einer Wasserstoff-Pipeline nach Deutschland endgültig eine Absage erteilt. Zu teuer und nicht realisierbar, so die Begründung des Konzerns. Es ist nicht das erste Debakel für Habecks Energiepläne.

Verfrühter Jubel über "verlässlichen Partner"

Noch im April diesen Jahres war der grüne Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck sichtlich Feuer und Flamme und ausgesprochen zuversichtlich. "Norwegen ist ein langjähriger und verlässlicher Partner Deutschlands im Klimaschutz", so Habeck quietschvergnügt, als er die "Roadmap" für zukünftige Wasserstoffimporte aus dem skandinavischen Land vorstellte.

In Zusammenarbeit mit seinem Kollegen, dem norwegischen Energieminister Terje Aasland habe man deutliche Fortschritte gemacht, um bis 2030 die notwendige Infrastruktur zu schaffen. "Ich freue mich, dass die deutsch-norwegischen Wasserstoff-Task Force seit ihrer Gründung vor weniger als sieben Monaten erhebliche Fortschritte erzielt hat", frohlockte Habeck gegenüber Medien. Aber bekanntlich soll man den Tag nicht vor dem Abend loben, und das gilt doppelt bei der "Erfolgsbilanz" der Ampel.

Norwegen zieht sich aus Projekt zurück

Denn nun kam die schmerzliche Landung auf dem Boden der Realität, nur kurz vor der für die Grünen ebenfalls schmerzhaften Landtagswahl in Brandenburg. Der norwegische Energiekonzern Equinor begründete das Aus für das Prjekt mit hohen Kosten und unzureichender Nachfrage, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Eigentlich sollte das Projekt die deutsche Energieversorgung sicherstellen und auch die Produktion von "grünem Stahl" voranbringen. Veranschlagt waren dafür rund 10 Milliarden Euro, allein 3 Milliarden für den Bau der Pipeline. Dass der norwegische Energiekonzern Equinor einen Rückzieher macht, dürfte allerdings nicht ganz von ungefähr kommen.

Grüner vs. blauer Wasserstoff

Die Pläne sahen dabei vor, dass Equinor mit dem deutschen Energiekonzern RWE zusammenarbeitet und in Norwegen sogannnten blauen Wasserstoff produziert und nach Deutschland liefert. "Blauer" Wasserstoff wird dabei auf herkömmliche Weise aus Erdgas produziert, dass entstehende CO2 wird allerdings dauerhaft gespeichert. Dies dürfte auch den Ausschlag dafür gegeben haben, dass Projekt auf Eis zu legen. Denn die Grünen und Habeck setzen eigentlich auf "grünen" Wasserstoff.

Gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters" erklärte Equinor-Sprecher Magnus Frantzen Eidsvold, dass man mit dem Projekt auch die Wasserstoffproduktion in Norwegen ad acta lege. Zudem fügte er hinzu: "Wir sind nicht in der Lage, diese Art von Investitionen zu tätigen, wenn wir nicht über langfristige Vereinbarungen und die entsprechenden Märkte verfügen."

Denn offenbar gab es keine ausreichend langfristige Zusagen von europäischen Abnehmern für den Import von "blauen" Wasserstoff. Dabei würden allein für eine deutsche Stahlindustrie, die allein mit Wasserstoff produzieren soll, rund  2,2 Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr benötigt. Ein weiteres Problem wäre auch die bis dato fehlende Infrastruktur.

Habecks Pannenserie

Dass Aus für das Projekt mit Norwegen reiht sich dabei nahtlos ein in eine Serie von Pleiten, die die Habeckschen und grünen Luftschlösser in der Vergangenheit immer wieder zum Einsturz brachten. Erst im Sommer war es Schweden, welches einer gemeinsamen Stromtrasse zwischen Deutschland und dem Süden des Landes eine Abfuhr erteilte. Der deutsche Strommarkt würde nicht effizient genug funktionieren und man befürchtete steigende Strompreise in Schweden, weshalb die Regierung die Pläne beerdigte - Der Status berichtete.

Beerdigt wurde aber auch schon zuvor - Ende 2023 - das  das Prestigeprojekt "Westküste 100". Hier sollte eigentlich in Hemmingstedt mit Windkraft Wasserstoff produziert werden. Beginn des Projekts war noch 2020 unter CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmeier. Doch das Konsortium aus Raffinerie Heide, Orsted Deutschland und Hynamics Deutschland, welches sich zur H2 Westküste GmbH zusammengeschlossen hatte, schätzte letztlich die Bau-Kosten und wirtschaftlichen Risiken - trotz staatlicher Förderungen - als zu hoch ein, weshalb man das Projekt einstampfte.

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