Neue Umfrage

Regierung am Ende: Mehrheit der Deutschen für Neuwahlen

Politik
Symbolbild: magnific

Die Koalition aus Union und SPD ist unbeliebt wie nie. Und die Mehrheit der Deutschen scheint sich dieses Trauerspiel nicht mehr länger antun zu wollen und würde einen neuen Gang zu den Urnen befürworten. Lieber Neuwahlen, statt weiter Drama. Aber auch die Kritik an der Person des Kanzlers halten viele keineswegs für überzogen.

Ganze sechs von zehn Deutschen würden Neuwahlen befürworten. Dies ist schon fast ein Rekord, bedenkt man, dass die jetzige Regierung unter CDU-Kanzler Friedrich Merz - nach einigen Anlaufschwierigkeiten bei der Kanzlerwahl - erst seit einem Jahr im Amt ist. "Ich habe fertig" - das inzwischen legendäre Zitat des ehemaligen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni - würden die Bürger nun gern aus dem Munde von Merz hören. 59 Prozent sind für eine Neuwahl des Bundestages, so eine aktuelle Insa-Umfrage. Und nur 25 Prozent lehnen eine Neuwahl ab.

CDU-Wähler wohl zufrieden?

Dabei überwiegt der Wunsch nach Neuwahlen in den Wählerschichten fast aller Parteien. Besonders ausgeprägt bei AfD-Wählern mit 90 Prozent. Aber auch die Anhänger von BSW (69 Prozent), Linkspartei (63 Prozent) und FDP (57 Prozent) sind mehrheitlich für einen erneuten Urnengang. Selbst bei der Regierungspartei SPD sind 50 Prozent für und nur 34 Prozent gegen Wahlen. Bei den Grünen sind 44 Prozent dafür und 33 Prozent dagegen. Einzig bei den Wählern der Kanzlerpartei CDU/CSU scheint man mit der merzschen Politik noch nicht ganz gebrochen zu haben, immerhin lehnt eine knappe Mehrheit von 51 Prozent eine Neuwahl des Bundestages ab und nur 39 Prozent würden eine solche begrüßen. Die bloße Freude einen Kanzler stellen zu können, scheint die Leidensfähigkeit gegenüber der von Merz vollführten Wortbrüchen und einer eher linken Politik doch beträchtlich zu steigern.

Keine überzogene Kritik

Die Umfrage zeigt zudem, dass die Klage von Friedrich Merz, er sei mit überzogener Kritik konfrontiert nicht geteilt wird. "Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen", hatte der Kanzler höchstselbt in einem Spiegel-Interview bezüglich der an ihm geäußerten Kritik wehleidig erklärt. Ganz 64 Prozent der Befragte finden allerdings, dass die Kritik an Merz keineswegs überzogen sei, nur 22 Prozent äußerten Verständnis und hielten sie für überzogen. Und auch hier zeigt sich: Quer durch die Parteien von AfD über Grüne bis BSW, Linkspartei, FDP und SPD sehen zwischen 63 (SPD) und 85 Prozent (AfD) die Kritik als nicht überzogen an. Nur CDU-Wähler teilen mit 56 Prozent die Klage von Merz, aber selbst hier sind 34 Prozent der Überzeugung, der Kanzler müsse so etwas aushalten.

Unerfüllter Wunsch nach Neuwahl

Der mehrheitliche Wunsch nach einer Neuwahl wird aber wohl nicht so schnell in Erfüllung gehen. Nicht nur, dass Union und SPD angesichts der schwachen Umfragewerte versuchen werden, so lange wie möglich durchzuhalten - immerhin geht es um Mandate, Posten und Geld. Aber auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ließ schon durchklingen, dass er selbst im Falle eines Scheiterns der Koalition nicht sofort Neuwahlen ausrufen würde. Denn derzeit gäbe es im Bundestag immerhin "nach wie vor Mehrheiten in der politischen Mitte - und diese müssten dann eben genutzt werden". Was Steinmeier umtreibt ist die Sorge vor dem Willen der Wähler, die bei einer Neuwahl im Bundestag die AfD noch weiter stärken könnten - Der Status berichtete.

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