Kein Beliebtheitspreis beim Kirtag

Pinke Kirtag-Posse: Pfiffe gegen NATO-Beate - Polterer mit FPÖ verwechselt

Politik
Bild: Bernhard Holub, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Diese Lektion lernt gerade NEOS-Chefin & Außenministerin Beate Meinl-Reisinger auf die harte Tour. Nachdem ihr Besuch beim Altausseer Kirtag ein gellendes Pfeifkonzert entgegenschallte, witterte sie darin eine "Störaktion der FPÖ". Nun stellt sich heraus: Was die unbeliebte Ministerin ob der Unmutsbekundungen für eine blaue Abordnung hielt, war offenbar nur eine Poltergruppe.

Außenministerin bei Kirtag ausgepfiffen

Beliebtheitspreise gewinnt die "Ömpel"-Regierung keine mehr, dafür reicht ein Blick in die Umfragen. Besonders oft im Zentrum der Kritik: NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Und mit dem Gegenwind aus dem Volk kann sie nur mäßig gut umgehen. Denn, als sie bei ihrem Auftritt am Altausseer Kirtag mit Buhrufen und Pfiffen konfrontiert war, keifte sie entnervt in die Menge: "Hört's auf!" Da war der Wunsch der Vater des Gedanken, denn in der Folge wurden die Unmutsbekundungen nur umso lauter.

Und kaum hatte sie sich von Volkes Pfiffen erholt, hatte sie auch schon den vermeintlichen Schuldigen ausgemacht, sprach von einer angeblichen "Störaktion einer Handvoll FPÖler". Die in Umfragen haushoch führende Partei, so die NEOS-Chefin, wolle nur "provozieren, polarisieren und spalten", was am Kirtag ihrer Ansicht nach unangebracht sei, weil man dort doch "einfach gemeinsam feiern" wolle. Mag ja sein, aber für viele Bürger ist das Festzelt auch aus diesem Grund ein Ort für eine Auszeit von dieser Regierung...

Immerhin trug die Ministerin diesmal ein heimisches Dirndl und keine Ukraine-Tracht...:

Blaue Hüte: Poltergruppe statt FPÖ

Doch nun kommt es noch dicker: Denn inzwischen meldete sich eine rund 50-köpfige Poltergruppe aus Oberösterreich bei mehreren Medien. Wie es aussieht, dürfte Meinl-Reisinger diese aufgrund ihrer (bis auf den Bräutigam) einheitlich blauen Hüte, welche die Poltergesellen nebst Krachlederner und T-Shirt trugen, irrtümlich dem politischen Mitbewerber zugeordnet haben. Wenn man schon kein Glück hat, kommt also auch noch Pech dazu... 

Entsprechend schaut die Posse nun entsprechend unrühmlich für die oberste pinke Regierungsvertreterin aus. Ob die Poltergruppe für die Pfiffe & Buhrufe verantwortlich zeichnet, darüber unterscheiden sich die Berichte. Besonders grotesk jedenfalls: Laut "unzensuriert" soll der Sohn eines Polterers sogar vorher ein Foto mit der Ministerin gemacht haben, ehe er von deren Sicherheitsleuten abgedrängt wurde. Der Vater ärgert sich aber über ihre Reaktion: "Billiger geht's nimmer von der Reisinger!"

Rücktritt von Meinl-Reisinger gefordert

Die Reaktion von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz folgte auf dem Fuß: "Es ist typisch für die überhebliche und selbstverliebte Art der Außenministerin. Sie kann es sich einfach nicht vorstellen, dass sie jemand nicht sympathisch findet und sie anhimmelt, sondern mit Pfiffen bedenkt." Angesichts der Umfragen sei "sehr wahrscheinlich, dass in einem vollbesetzten Bierzelt Menschen sind, die Beate Meinl-Reisinger nicht mögen". Diese Menschen hätten "in einer Demokratie auch das Recht, das entsprechend kundzutun".

Schnedlitz legt ihr den Rücktritt nahe, der Job als Außenministerin verlange schließlich Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick: "Persönliche Eitelkeit ist hier fehl am Platz. Aber genau das hat sich am Altausseer Kirtag abgespielt. Die Buhrufe war nicht die FPÖ, die negativen Kommentare auf Social Media waren nicht die Russen – die Wahrheit ist ganz einfach: Beate Meinl-Reisinger ist einfach eine Politikerin, die beim Volk ganz einfach unten durch ist."

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