Pech für Sanktionen: Durch Iran-Krieg verdoppelte Russland seine Öl-Einnahmen
Symbolbilder: Freepik (3); Komposition: Der Status.
Der von den USA und Israel im Nahen Osten begonnene Krieg gegen den Iran hat nicht nur zu einer massiven Energiekrise geführt, sondern auch die Karten neu gemischt. Wie bereits angenommen wurde, ist Russland einer der Gewinner der Krise. Das Land konnte seine Einnahmen aus Ölexporten zuletzt nahezu verdoppeln. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Politik der Russlandsanktionen, die vor allem von der EU aufrechterhalten wird, völlig gescheitert ist. Denn auch andere Güter und Rohstoffe aus Russland werden wieder zunehmend attraktiver.
Des einen Leid ist des andern Freud'...
Die Folgen des Iran-Krieges trafen die USA wohl eher unerwartet. Die Vergeltungsschläge des Iran gegen seine Nachbarstaaten und die Sperrung der wichtigen Straße von Hormus dürfte den Iran in der Region zwar weiter isoliert haben, aber überraschten die Trump-Regierung und brachten sie in eine Zwickmühle. Zwar dürften US-Geheimdienste und Militärs eben vor diesen Folgen gewarnt haben, aber Trump und Netanjahu waren bereit All-in zur gehen und es zu riskieren - Der Status berichtete.
Was folgte, ist bekannt und dürfte die Weltwirtschaft noch einige Zeit beschäftigen. Und Russland nutzte die Situation aus, sich neue Märkte zu suchen. So hatte Russlands Präsident Wladimir Putin schon Anfang März gegenüber Journalisten anklingen lassen, dem Ausstieg aus russischem Gas der EU zuvorzukommen, die Lieferungen einzustellen und auf neue Märkte zu drängen, denn durch den Konflikt im Nahen Osten seien laut Putin neue Kunden entstanden, die bereit seien, dasselbe Erdgas zu höheren Preisen zu kaufen - Der Status berichtete.
Öleinnahmen verdoppelt
Dazu kam auch, dass sogar US-Präsident Donald Trump schließlich die die Sanktionen gegen russisches Öl aussetzte, zu groß waren die selbstverursachten Probleme durch den Iran-Krieg und die damit einhergehenden steigenden Preise für Öl und Gas. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte bezüglich dieser Maßnahme, dass dies der russischen Regierung "keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen" würde, wobei Analysten dem widersprachen - Der Status berichtete.
Nun hat "Reuters" Berechnungen vorgelegt, die zeigen, wie sehr Russland vom Iran-Krieg profitierte. So dürfte Russland auf der Grundlage vorläufiger Produktionsdaten und Ölpreise seine Mineralgewinnungssteuer auf die Ölförderung im April von 327 Milliarden Rubel im März auf rund 700 Milliarden Rubel (9 Milliarden US-Dollar) steigern - dies ist eine Verdoppelung der Einnahmen.
Preis für russisches Öl steigt trotz Obergrenze
Die Einnahmen liegen damit um etwa 10 Prozent über dem Vorjahresmonat. Und auch die Preisobergrenzen für russisches Öl durch die Sanktionen sind passe. Für Februar senkte die EU den Preis auf 47,6 Dollar pro Barrel. Dann kam Trump und sein Irankrieg. Bereits im März stieg der Preis für ein Barrel um 73 Prozent auf 77 US-Dollar pro Barrel – der höchste Stand seit Oktober 2023.
Am 2. April lag russisches Ural-Öl bei 116,05 US-Dollar pro Barrel - ein 13 Jahres-Hoch. Der Kreml erklärte laut "Reuters" zudem, dass es eine enorme Nachfrage nach russischer Energie aus einer Vielzahl unterschiedlicher Länder inmitten einer schweren globalen Energiekrise gebe, die die Grundlagen der Öl- und Gasmärkte erschüttere. Infolge der einstweiligen Waffenruhe sank der Preis zwar wieder auf knapp unter 100 Euro, aber die russischen Öl-Gewinne sind bereits gemacht.
Düngemittel, Aluminium, Getreide...
Aber nicht nur bei Energie ist Russland auf den Märkten wieder stärker vertreten. Schon vor dem Desaster im Nahen Osten legte Russland bei Düngemittelexporten deutlich zu und war No.-1-Exporteur. Doch nun ist durch den Iran-Krieg auch die Lage bei Düngemittel verschärft und Russlands Produkte sind wieder gefragter. Zugleich stieg auch die Nachfrage nach russischem Aluminium um 12 Prozent sowie die Preise für andere Metalle. Ebenso für Getreide und eben auch Düngemittel.
Viele Staaten, die zuvor aufgrund des Ukraine-Krieges einen Bogen um Russland machten, könnten nun diese Maßnahmen aus wirtschaftlichen Gründen gründlich überdenken. So etwa Japan, welches zuletzt durch seine Ukraine-Unterstützung nicht die besten Beziehungen zu Russland hatte, die Sanktionen mittrug und Importe aus Russland reduzierte. So erklärte ein Vertreter der japanischen Niederlassung des großen russischen Aluminiumherstellers Rusal, man erhalte zunehmend Anfragen von japanischen Unternehmen.
Und auch bei LNG versucht Russland derzeit mit kräftigen Rabatten auf den asiatischen Markt zu drängen und somit Sanktionen wirkungslos zu machen. Die Volkswirtschaften brauchen halt Rohstoffe und Russland hat sie...
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