'Ömpel'-Sittenbild: Klausur zwischen Hofburg-Sitzkreis & Luxus-Spa
Hintergrund: Freepik; Hofburg-Treffen: Alexander van der Bellen/via X (Bildzitat); Schlosspark Mauerbach: © C.Stadler/Bwag, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Komposition: Der Status.
Am Dienstag sperrte sich die schwarz-rot-pinke Regierung im Luxus-Spa zur Klausur im Wienerwald ein, will am Mittwoch angeblich Ergebnisse im Ministerrat präsentieren. Begonnen hat der ausgedehnte Sitzkreis der ebenso teuren wie glücklosen Regierung mit einem Sitzkreis beim grünen Greis in der Hofburg. Der verkündete in sozialen Medien, dass ihm die Koalition ihre "Reform-Agenda" schon einmal vorgestellt habe. Der Rest des Landes fragt sich nun: Wird's diesmal was - oder wieder außer Spesen nix gewesen?
Ins Tun kommen, diesmal aber echt...
Erinnert ihr euch noch an die "2-1-0-Formel", mit der Kanzler Christian Stocker (ÖVP) Ende August an die Öffentlichkeit trat? Damals stand eine Regierungsklausur an. Man wollte ins Tun kommen, um die Inflation zu bekämpfen, dass Wachstum zurückzuholen und Reformen anzustoßen. Geworden ist daraus eine "5-4-3-0-Realität": 5% Defizit, 4% Inflation, 3. Rekord-Insolvenzjahr in Folge, 0% Wachstum. Und seit den Ankündigungen sind über 4 Monate ins Land gegangen, nach der Klausur ist vor der Klausur.
Das Beste, was man seitdem im Köcher hatte? Ein "Billigstrom-Gesetz", nachdem der Strompreis immer noch exorbitant hoch ist, gefolgt von sagenhaften 4 Euro Entlastung pro Haushalt und Monat. Aber diesmal, da will man wirklich das Land vom Kopf auf die Füße stellen. Also macht man für die aktuelle Klausur drei Schwerpunkte fest: Kampf gegen die Teuerung, Stärkung des Wirtschaftsstandorts und Migration. Also alles Themen, bei denen die Verlierer-"Ömpel" in ihrem ersten Jahr krachend scheiterte.
Schekern in der Hofburg als Auftakt
Man darf annehmen, dass sie die Bürger mit den gleichen Stehsätzen wie die letzten 10 Monate beim Schmäh halten will. Dafür braucht's dann eine Klausur im 4-Sterne-Superior-Hotel im Schlosspark in Mauerbach. Man gönnt sich ja sonst nix! Sollen's die "mieselsüchtigen" Österreicher den durchlauchten Herrschaften (und Damischen) halt vergällen, dass sie lieber im Luxus-Spa tagen statt etwa kritische Fragen der Opposition zum NGO-Fördersumpf in Ausschüssen zu beantworten! Nobel geht die Welt zugrunde!
Standesgemäß ließ man den Dreiparteien-Ausflug dabei in der ehedem kaiserlichen Hofburg einläuten. Dort fand man sich zur Audienz bei Alexander van der Bellen ein, dessen Bildbeleg zufolge war die Stimmung dabei heiter bis ausgelassen. Das Staatsoberhaupt faselte dabei irgendetwas von nötigen Reformen und der Hoffnung auf einen "guten Kompromiss zum größeren Wohle aller", sodass sich "schwierige Zeiten zum Guten ändern". Keine präsidiale Aufforderung also, zu liefern, sondern amikabler Tratsch.
Die Spitzen der Bundesregierung haben mir heute über die Reform-Agenda und insbesondere die Inhalte der Regierungsklausur berichtet, die heute beginnt.
— Alexander Van der Bellen (@vanderbellen) January 13, 2026
Und wir brauchen Reformen, das ist offensichtlich. Ich möchte daran erinnern, dass Österreich unser gemeinsames Projekt ist. 1⃣ pic.twitter.com/x3qYe2ZyaT
Teurer Ausflug vor PR-Show?
Im Laufe des Mittwochs dürfen sich die Österreicher dann auf die nächste PR-Show der Regierung freuen, die dann von Hofberichterstattern nah & fern in die Welt getragen werden. Denn zumindest mit der Inszenierung kennt man sich aus: Da werden drei Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan groß zelebriert, während man abertausende Migranten aus denselben Ländern ins Land wirkt. Oder man fliegt Notenblätter nach Übersee, wahlweise tut's freilich auch der demonstrative Morgenlauf beim Klimagipfel.
Eine parlamentarische Anfrage zur pompösen Klausur dieser "abgehobenen Polit-Kaste" kündigte indes FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz an: "Warum muss man in ein sündteures Luxushotel flüchten? [...] Hier geht es einzig & allein darum, es sich auf Kosten der Bürger gut gehen zu lassen. Diese Systemparteien leben in einer kompletten Parallelwelt und haben jeden Bezug zu den Sorgen & Nöten der Menschen verloren. Wir fordern die Regierung auf, endlich ihre Arbeit zu machen, anstatt im Luxus zu schwelgen."
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