Deutsche Ausgaben steigen um 24 Prozent

Neues Rekordhoch bei Rüstungsausgaben: Deutschland weltweit auf 4. Platz

Politik
Bild:U.S. Army Photo by Spc. Adrian Greenwood, Public Domain, Wikimedia Commons

Zum elften Mal in Folge sind 2025 die Rüstungsausgaben weltweit gestiegen. Verglichen mit dem BIP ist es sogar der höchste Stand der Militärausgaben seit 2009. Und der Wachstumstrend bei der Aufrüstung dürfte sich weiter fortsetzen. Deutschland erreichte, wie schon 2024, hinter den USA, Russland und China den vierten Platz.

Ein riesiger Schuldenberg, neue Milliardenschulden, die euphemistisch als Sondervermögen bezeichnet werden, ein wackeliges Budget, massiv steigende Staatsausgaben in allen Bereichen und neue Diskussionen über neue Belastungen und Steuern für die Bürger, einschließlich Rentenkürzungen und Streichungen von Leistungen für ebendiese Steuerzahler - aber für die Rüstungsspirale ist weiterhin Geld da. So gab Deutschland 2025 nach Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) rund 114 Milliarden US-Dollar für Militär aus, ein Anstieg im Vergleich zu 2024 um ganze 24 Prozent. Deutschlands militärische Belastung überschritt damit zum ersten Mal seit 1990 die 2,0-Prozent-Schwelle und erreichte 2025 2,3 Prozent des BIP, so SIPRI. 

Massiver Anstieg in zwei Jahren

Rechnet man die Ausgabensteigerungen im Jahr 2024 hinzu, sind allein in den vergangenen zwei Jahren die deutschen Rüstungsausgaben massiv angestiegen. Denn auch im Jahr 2024 stiegen Deutschlands Militärausgaben um 28 Prozent auf 88,5 Milliarden US-Dollar, womit das Land zum größten Geldgeber in Mittel- und Westeuropa und zum viertgrößten weltweit wurde. Nur die USA, Russland und China hatten höhere Rüstungsausgaben.

Von den weltweit insgesamt 2.887 Milliarden US-Dollar, die in Militärausgaben flossen, machten die Ausgaben der drei großen Staaten 1.480 Milliarden US-Dollar oder 51 Prozent der weltweiten Gesamtsumme aus. In Summe stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben 2025 im Vergleich zu 2024 um 2,9 Prozent an. Zwar wurde die Bundeswehr in Deutschland über Jahrzehnte finanziell ausgehungert, jedoch sind die jetzigen massiven Hauruck-Rüstungsinvestitionen angesichts der Budgetkrise und des allgegenwärtigen Investitionsbedarfs in anderen Bereichen mehr als hinterfragenswert.

US-Ausgaben vorerst rückläufig

Überraschenderweise fielen die Ausgaben der USA, die regelmäßig auf Platz eins bei den Rüstungsausgaben liegen,  mit 954 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 um 7,5 Prozent unter den Ausgaben von 2024. Dies lag laut SIPRI aber in erster Linie an der Tatsache, dass die USA im vergangenen Jahr keine neue finanzielle Militärhilfe für die Ukraine bewilligt haben, die in den drei Jahren davor insgesamt 127 Milliarden US-Dollar ausmachte und das Budget nach oben trieb. "Der Rückgang der US-Militärausgaben im Jahr 2025 dürfte nur von kurzer Dauer sein", analysiert Nan Tian, Programmdirektor des SIPRI-Programms für Militärausgaben und Rüstungsproduktion. Denn "die vom US-Kongress für 2026 bewilligten Ausgaben sind auf über 1 Billion US-Dollar gestiegen, was einen erheblichen Anstieg gegenüber 2025 darstellt, und könnten 2027 weiter auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen, sollte der jüngste Haushaltsvorschlag von Präsident Trump angenommen werden", so Tian mit Blick auf die Zukunft.

China und Russland

China, auf dem zweiten Platz der Rangliste, erhöhte seine Militärausgaben um 7,4 Prozent auf 336 Milliarden US-Dollar, der 31. Anstieg in Folge. 2023 lagen die Ausgaben für das Militär im Reich der Mittel noch bei 296 Milliarden US-Dollar - Der Status berichtete. Auf dem dritten Platz lag wieder Russland, dessen Militärausgaben 2025 um 5,9 Prozent auf - im Verhältnis bescheiden anmutende - 190 Milliarden US-Dollar anstiegen, was einer militärischen Belastung von 7,5 Prozent des BIP entspricht. Die Ukraine kam auf den siebenten Platz und erhöhte im vergangenen Jahr ihre Rüstungsausgaben um 20 Prozent auf 84,1 Milliarden US-Dollar, rund 40 Prozent des ukrainischen BIP.

"Im Jahr 2025 erreichten die Militärausgaben als Anteil an den Staatsausgaben sowohl in Russland als auch in der Ukraine den höchsten jemals verzeichneten Stand", so Lorenzo Scarazzato, Forscher im SIPRI-Programm für Militärausgaben und Rüstungsproduktion. "Ihre Ausgaben dürften 2026 weiter steigen, wenn der Krieg andauert, da die Einnahmen aus Russlands Ölverkäufen zunehmen und die Ukraine einen großen Kredit von der Europäischen Union erwartet."

Europäische NATO-Staaten weit vor Russland

Betrachtet man die Ausgaben für das Militär bei den europäischen NATO-Staaten, so kommen diese, einschließlich Deutschland, auf insgesamt 559 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Laut SIPRI stiegen damit die Militärausgaben der betreffenden Staaten so stark wie seit 1953 nicht mehr - und sind fast drei Mal so hoch, wie die Ausgaben Russlands, welches sich bekanntlich im Konflikt mit der Ukraine befindet. Und, was im Aufrüstungswahn zu bedenken ist, bereits 2024 lagen die europäischen NATO-Staaten im Bereich der konventionellen Großwaffensysteme, wie Schiffe, Kampfflugzeuge, Kampfpanzer und Artillerie bereits quantitativ deutlich vor der Russischen Föderation.

Auch personell standen 2024 in den europäischen NATO-Staaten rund zwei Millionen Soldaten etwa 1,3 Millionen Soldaten im aktiven Dienst in Russland gegenüber. Daher forderte schon im vergangenen Jahr Alexander Neu im Status: "Allein vor dem Hintergrund der quantitativen Überlegenheit an Großwaffensystemen und aktiver Soldaten muss die Diskussion um eine massive Ausgabenerhöhung zur Aufrüstung entideologisiert werden."

+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++

Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!

Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende



Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten