Der nächste unglaubwürdige Schwenk

'Miss Ukraine' will mit Putin reden: Nato-Beates plötzlicher Kurswechsel

Politik
Bild: © BMEIA/ Michael Gruber, CC BY 4.0, Flickr

Ungewohnte Töne in einem Interview. Österreichs Neos-Außenminister Beate Meinl-Reisinger ist plötzlich gesprächsbereit. Und zwar nicht mit irgendwem, sondern ausgerechnet mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Damit vollzieht nun die Außenministerin einen ähnlichen Schwenk, wie vor wenigen Wochen ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker.

"Europa sollte das derzeitige Gesprächsvakuum nutzen und sagen, wir übernehmen das jetzt – vielleicht auch gemeinsam mit anderen weltpolitischen Akteuren, wie zum Beispiel Indien", so Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger angesichts der stagnierenden Friedensverhandlungen beim Ukraine-Konflikt in einem Interview in den Oberösterreichischen Nachrichten. Indien nannte sie dabei als Beispiel für einen jener Staaten, der "seine eigenen Gesprächskanäle zu Russland hat". Denn die EU und auch das eigentlich neutrale Österreich haben diese in den vergangenen Jahren mehr oder weniger durch ihre eigene Politik verloren.

Auch mit Putin reden, statt ihn verhaften

Natürlich, so Meinl-Reisinger, brauche es dafür ein europäisches Verhandlungsteam, welches Kontakt mit dem Kreml herstellt und auch mit Putin redet. "Man muss gewillt sein, auch mit Putin zu reden", so die Außenministerin, die darauf verweist, dass es nur ein Land gebe, welches den Krieg beenden könne: "Das ist Russland. Wobei man beim Erwartungsmanagement wohl realistisch sein muss." Denn, so Meinl-Reisinger weiter: "Bisher zeigt sich Putin nicht bereit zu echten Friedensgesprächen."

Für Nato-Beate ungewohnte Töne. Noch im April 2025 hatte sie bei einem Pro-und-Contra-Spezial bei Puls24 erklärt, dass man Putin verhaften lassen würde, sollte er seinen Fuß nach Österreich setzen. Selbst, wenn er zu Verhandlungen, deren Austragungsort etwa Wien wäre, anreisen würde. "Wir würden ihn verhaften. Das ist so", tönte Nato-Beate, die beim Globalisten-Spektakel in Alpbach 2025 noch als "Miss Ukraine" posierte

Nun selbst Volksverräter und Putin-Versteher?

Für die FPÖ, die von Anfang an auf diplomatische Lösungen und Verhandlungen beim Ukraine-Krieg setzte, hatte Nato-Beate in der Vergangenheit nur Beschimpfungen übrig. "Putin-Gehilfen von rechtsradikaler Seite", "Volksverräter" oder "nützliche Idioten" des Kreml gehörten dabei zum eher undiplomatischen Wortschatz der Neos-Chefin, wenn man Selbstmord-Sanktionen oder EU-Kriegstreiberei nicht bedingungslos mittragen wollte. Der Lohn war schließlich ein Ukraine-Orden für Nato-Beate.

Wohl aber auch dafür, dass man in den vergangenen Jahren bei regelmäßigen Besuchen und auch zu anderen Gelegenheiten ordentlich österreichisches Steuergeld in die Ukraine schaffte. Laut Außenministerium waren es seit Beginn des Krieges 2022 bis Ende 2025 mehr als 138 Millionen Euro allein an humanitärer Hilfe für die Ukraine. Wenn man alles zusammenrechnet, einschließlich Anteilen bei EU-Hilfen etc., erreichte Österreich schon im April 2025 die Summe von rund 3 Milliarden Euro.

Stocker hat es vorgemacht

Entweder sind es nun die fatalen Umfragewerte für die Ömpel oder wird einfach das Steuergeld knapp? Jedenfalls kommen die Aussagen der Außenministerin nicht von ungefähr. Denn Mitte Februar vollführte schon ÖVP-Kanzler Christian Stocker einen Schwenk und forderte auf einmal Gesprächskanäle mit Putin - Der Status berichtete. Damals waren auch zeitnah Umfragen erschienen, die zeigten, dass 58 Prozent der Bürger die zusätzlichen Ukraine-Hilfen ablehnten und auch bei den Neos-Wählern gab es keine Mehrheit für die ständigen Geldgeschenke Richtung Kiew - Der Status berichtete. An den grundelnden Umfragen der Regierungskoalition änderte aber auch der Stocker-Schwenk wenig. Und auch Meinl-Reisingers neue diplomatische Fassade dürfte kaum irgendwelche Erfolge bringen. 

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