Messerverbotszonen wirken: In Berlin wird jetzt mehr geschossen
Es sind Jubelmeldungen, wie sie nur der aktuellen Politik einfallen können. Denn laut der Polizeilichen Kriminalstatistik Berlin würden die Messerverbotszonen in der Stadt wirken. Einen weiteren Anstieg von Messerdelikten führt man auf die neue verpflichtende Erfassung zurück. Wie gut die Messerverbote wirken, zeigt sich auch darin, dass die Schusswaffendelikte massiv angestiegen sind.
"Berlin so sicher wie seit 10 Jahren nicht mehr", titelt etwa die Bild anlässlich der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2025 für Berlin. So seien die Straftaten insgesamt um 6,7 Prozent zurückgegangen. 2025 gab es in Berlin 502.743 in der PKS erfasste Straftaten, im Vergleich zu den 539.697 erfassten Straftaten im Jahr 2024 ein Rückgang um 36.306 Fälle. Ein Grund zum Aufatmen ist dies allerdings keineswegs. Denn während etwa Rauschgiftdelikte um 2.918 Fälle oder 20,6 Prozent auf 11.465 registrierte Straftaten zurückgingen, ebenso wie Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz/EU (15.074 Fälle, -9.729 Fälle, -39,2%) oder Raub insgesamt (4.823 Fälle, -298 Fälle, -5,8%) oder Kellereinbrüche (18.421 Fälle, -4.109 Fälle, -18,2%) etc., legten Mord und Totschlag (165 Fälle, +48 Fälle, +41,0%) oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (8.652 Fälle, +1.177 Fälle, +15,7%) weiter deutlich zu.
Messerverbotszonen angeblich wirksam
Laut SPD-Innensenatorin Iris Spanger seien auch die Messerverbotszonen eine voller Erfolg. "Im Jahr 2025 wurden in Berlin weniger Straftaten als im Vorjahr begangen. Mit unserer Berliner Strategie gegen Messerkriminalität haben wir deutliche Erfolge erzielt. Der Rückgang von Messerangriffen betrug beispielsweise im Bereich der drei eingerichteten Waffen- und Messerverbotszonen zwischen 25 und 45 Prozent", so Spanger. Dass die Polizei für 2025 in Berlin 3.599 Straftaten aus dem "Phänomenbereich Messerangriff" registrierte, 187 Fälle bzw. 5,5% mehr erfasste Delikte als noch im Jahr 2024, liege daran, dass seit Anfang 2025 die "„Art der Waffenverwendung" verpflichtend miterfasst wird.
"Bisher konnten nur Aussagen zu allen tatverdächtigen Personen, die an einem Messerangriff beteiligt waren, getroffen werden. Nunmehr werden lediglich die Personen betrachtet, die tatsächlich mit einem Messer gedroht bzw. dieses angewendet haben", so die Polizei, was dann dazu führt, dass bedingt durch die neue Erfassungsmethode der "Anteil von tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen deutlich unter den Werten der Vorjahre" liegt, weil die "entsprechenden Straftaten in diesen Altersklassen häufiger aus Gruppen heraus begangen werden". Eigentlich nur ein statistischer Kniff. Insgesamt wurden so für 2025 1.906 tatverdächtige Personen zu Messerangriffen ermittelt - 2024 waren noch 2.532 - die mit einem Messer gedroht oder dieses angewendet haben. Von den Tatverdächtigen waren 86,1 Prozent männlich und 56,4 Prozent hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit.
Massiver Anstieg bei Schusswaffengebrauch
Während man den Erfolg des Rückgangs von Messerdelikten in den Messer bzw. Waffenverbotszonen feiert - und darauf verweist, dass auch die Gesamtstatistik aufgrund der neuen Erfassungsmethoden ja nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar sei - scheinen Berlins Kriminelle ihren ganz eigenen Umgang mit den Verbotszonen zu finden. So wurden für 2025 von der Polizei 1.119 Fälle zur Schusswaffenverwendung "gedroht" und "geschossen" erfasst - ein veritabler Anstieg von 453 Fällen oder sage und schreibe 68 Prozent. In 604 Fällen wurde mit einer Waffe gedroht, in 515 Fällen wurde geschossen.
Natürlich, so heißt es, "dürfte zum Teil auch die seit 2025 verpflichtende Erfassung der 'Art der Waffenverwendung' für den Fallzahlenanstieg verantwortlich sein. Bei so vielen Verweisen auf die neue "verpflichtende Erfassung" fragt man sich unweigerlich, was die Jahre zuvor in den Statistiken bei Messer- oder Schusswaffenverwendung eigentlich erfasst wurde. Man wird ja kaum so weit gegangen sein, diese in der Statistik unter den Tisch fallen zu lassen.
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