'Meloni hat ihr Volk verraten': Scheinrechtes Scheitern in Italien
Die vermeintliche patriotische Wende in Italien wurde unter Giorgia Meloni offenbar zum Rohrkrepierer. Diesen Eindruck gewinnt man nicht nur durch die Verwässerung des Profils der Mitte-Rechts-Regierung, sondern auch durch den Mangel an realpolitisch eingeschlagenen Pflöcken zur tatsächlichen Verbesserung der Situation einheimischer Italiener. Was eine dem konservativen Lager zuzurechnende italienische Journalistin dazu veranlasste, ein schockierendes Resümee zu deren bisherigen Regierungsbilanz zu veröffentlichen.
Weichgespülter Kurs gefällt Eliten
"Melonisierung" ist bei deutschsprachigen Kommentatoren im patriotischen Lager längst zum Semi-Schimpfwort für eine weichgespülte Rechte geworden, die man auch einmal an die Macht lässt, solange sie bei den großen Themenkomplexen nicht allzu viel Kontra geben. Es begann bei den unverbrüchlichen Schwüren gegenüber Kiew und ging beim Werben für hunderttausende Arbeitsmigranten als Billiglöhner weiter. Zudem wurden unzähligen einheimischen Italienern die Sozialleistungen gekürzt.
Und dort endet es nicht: Man sah sie schekernd mit "Flinten-Uschi", während sie für Orbán nur eine Sauertopf-Miene übrig hatte. Wichtige Handelsbeziehungen kappte sie, um Washington zu gefallen. Mainstream-Medien sahen sie zeitweise sogar auf "Merkel-Kurs", in den USA striff sie einen Preis als "Weltbürgerin" ein und posierte mit WEF-Gründer Klaus Schwab. Über ihre Einflüsterer beim "Aspen Institute", einer globalistisch ausgerichteten Translatlantiker-NGO, klärte Der Status bereits im Detail auf.
"Meloni hat ihr Volk verraten"
In Umfragen zeichnet sich der handzahme Kurs noch nicht so ab, die Italiener sind leidgeprüft und wollen ihr zumindest das Bemühen nicht absprechen. Doch wirklich Zählbares hat für die Bürger des Landes noch nicht allzu viel rausgeschaut - und mittlerweile reicht's auch konservativen Stimmen vom Stiefel. So etwa der Journalistin Alessandra Bocchi, Gründerin des kulturell-philosophischen "Alata Magazins", die zuvor u.a. für den "Spectator" und das "Wall Street Journal" schrieb.
Sie zieht auf X ein bitteres Resümee: "Ich lebe in Mailand, der Stadt in Italien mit dem größten Wohlstand - und 3 Jahre nach ihrer Wahl hat Meloni nichts sinnvolles zustande gebracht außer einem (großartigen) Gesetz zur chemischen Kastration von Vergewaltigern und Pädophilen. [...] Meloni scheitert, und ich habe es satt, so zu tun, als wäre es anders. Sie zeigt sich am hohen politischen Parkett charmant, aber ansonsten hat sie ihr Volk verraten und verkauft. Sie muss ihren Kurs wechseln."
I live in Milan, the most prosperous city in Italy. I can say that after almost three years from being elected @GiorgiaMeloni has achieved nothing except introducing a law to castrate rapists and pedophiles (great). As for the rest:
— Alessandra Bocchi (@alessabocchi) July 7, 2025
- illegal immigrants are everywhere, and…
Lebenssituation unter Meloni schlechter
In ihrem Beitrag listet Bocchi eine ganze Liste von untragbaren Zuständen auf: "Illegale Migranten sind überall und zahlreicher. Das Verbrechen hat zugenommen. Die Vorstädte sind vermüllt und sehen post-apokalyptisch aus. Es gibt jetzt bauliche Mittel gegen Obdachlose auf Bordsteigen. Historische Pflasterstraßen werden durch Asphaltwüsten ersetzt. [...] Die Preise explodieren und die Leute können sich die Lebensmittel kaum leisten. Alteingesessene Geschäfte schließen und werden durch Konzernketten ersetzt."
Und weiter: "Die Löhne sind niedrig und stagnieren und bleiben bei durchschnittlich 24.000 Euro pro Jahr, während die Miete für eine Garconniere drei Viertel eines Durschnitts-Einkommens ausmacht. In der Folge leben die meisten Millenials und Gen Z immer noch bei ihren Eltern oder sind von ihnen abhängig. Und aus diesem Grund denkt kaum jemand daran, Kinder zu bekommen. Die Menschen sind wütend."
Solide Theorie scheitert an mauer Praxis
Am eigentlich theoretischen Fundament dürfte es dabei nicht einmal scheitern, wie der sozialpatriotische Politikwissenschaftler und Publizist Benedikt Kaiser bei der Lektüre ihrer Autobiographie feststellte. Erst vor wenigen Tagen schrieb er hierzu, dass sie in diesem Buch "all jene politischen Standpunkte theoretisch formidabel formuliert, von denen sie in der Praxis das Gegenteil tut".
Zu einem nicht unbedeutsamen Teil könnte dies freilich auch daran liegen, dass die italienische Rechte vornehmlich auf Populismus aufbaut und sich nie sonderlich um den Aufbau eines dynamischen Vorfeldes scherte, das die Einhaltung politischer Versprechen als Korrektiv im eigenen Lager einfordern kann...
Für eine 8,5-Stunden-Strecke 21 Std. benötigen? Geht nur mit der Deutschen Bahn. Da hilft nur das lange Einzeldate mit Giorgia. (— Die übrigens im Buch all jene politischen Standpunkte theoretisch formidabel formuliert, von denen sie in der Praxis das Gegenteil tut.) pic.twitter.com/gmWNvd8nLs
— Benedikt Kaiser (@benedikt_kaiser) July 3, 2025
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