Schutz vor Iran oder vor Kritikern?

Kritische Augen unerwünscht: US-Regierung verbietet Nahost-Satellitenbilder!

Politik
Bild: Freepik

Satellitenbilder aus dem Iran und dem Nahen Osten durch private Vertreiber, sollen nicht mehr veröffentlicht werden. Dazu intervenierte die US-Regierung etwa bei dem Anbieter Planet Labs, der bisher an zahlende Kunden Bilder aus dem Orbit vertrieb. Wollen die USA den Mantel des Schweigens über ihre Desaster im Nahen Osten decken und Berichterstattung unterbinden?

Wie "Reuters" während der Osterfeiertage berichtete, hat das in Kalifornien ansässige Satellitenunternehmen "Planet Labs" seinen Kunden mitgeteilt, dass vorerst aus dem Iran und dem Nahen Osten, der derzeit durch den Überfall der USA und Israels auf den Iran im Chaos versinkt, keine aktuellen hochauflösenden Satellitenbilder mehr liefern werde. Damit komme man, so das Unternehmen, einer Aufforderung der US-Regierung nach. In der Bekanntgabe des Unternehmens heißt es zudem, dass die US-Regierung nicht nur Planet Labs, sondern alle Anbieter von Satellitenbildern aufgefordert habe, Bilder der Konfliktregion auf unbestimmte Zeit zurückzuhalten.

Beschränkung und Einzelfallentscheidung

Auf Nachfrage von "Reuters" teilte das Pentagon mit, dass man sich nicht zu nachrichtendienstlichen Angelegenheiten äußere. Auch bei Planet Labs, welches Erdbeobachtungs-Satelliten betreibt, reagierte nicht auf eine Anfrage. In einer Email an Kunden hieß es, dass man zu einer "kontrollierten Bildverteilung" übergehen werde, die als sicherheitsunbedenklich eingestuft werde.

Andere Anbieter reagierten laut der Agentur auf Nachfragen nicht; erklärten, dass man von der US-Regierung bisher nicht kontaktiert worden sei; oder verwiesen darauf, dass man sich seit Jahren vorbehalte, "in Zeiten geopolitischer Konflikte verstärkte Zugangskontrollen einzuführen" und auch Einschränkungen vornehme, wem man Bilder verkaufe, in denen das US-Militär aktiv operiere.

Desaster zudecken oder Iran Aufklärung erschweren?

Dabei verkaufen "Planet Labs" und andere vergleichbare Unternehmen ihre Satellitenbilder normalerweise regelmäßig an Regierungen, Unternehmen und Medien, die diese zur Auswertung und Berichterstattung nutzen. Das jetzige Ansinnen der US-Regierung läßt Raum für Spekulationen. Zwar könnte der Iran solche Bilder wohl zur Aufklärung von potentiellen Zielen in der Region und zur Angriffsplanung nutzen, allerdings waren zuletzt schon Geheimdienstarbeiter davon überzeugt, dass Russland dem Iran neben neuer Drohnentechnik auch Aufklärungsdaten und Satellitenbilder zur Verfügung stellt - Der Status berichtete.

Von russischer Seite wurde nach entsprechenden Berichten derartige Unterstützung für Teheran aber dementiert. Die Satellitenbilder westlicher Unternehmen dürften dabei wohl kaum sehr viel besser als die russischer Militärsatelliten sein. Ein anderer Grund könnte allerdings sein, dass die US-Regierung eine Berichterstattung und Nachprüfung der eigenen Erfolgsmeldungen unterbinden will, um die eigenen Narrative weiter transportieren zu können. Und auch "Kollateralschäden" -etwa Treffer auf Kindergärten, Schulen, Kranken- oder Wohnhäuser - blieben so unerwähnt oder nicht nachprüfbar und könnten leicht als "iranische Propaganda" abgetan werden.

Keine großen Erfolge

Zuletzt berichtete etwa die "New York Times", dass sich das iranische Regime als widerstandsfähiger entpuppt, als man in den USA zunächst glaubte. Innerhalb nur kurzer Zeit würden Bunker und Raketenabschussanlagen nach Angriffen der US- oder israelischen Luftwaffe wieder repariert und seien wieder einsetzbar. Den, vom Pentagon in den ersten fünf Wochen seit dem Angriff gemeldeten 11.000 angegriffenen Zielen, könnte damit eine sehr viel kleiner Zahl von wirklichen und dauerhaften Erfolgen gegenüberstehen, die die Vergeltungsmöglichkeiten des Iran weit weniger einschränken als erwartet.

Dass der Iran alles andere als zahnlos ist, zeigte sich auch bei Abschüssen und Beschädigungen von US-israelischen Flugzeugen und der zuletzt medial begleiteten Rettungsaktion einen abgeschossenen US-Piloten. Zwar haben die Angreifer die Luftüberlegenheit aber nicht die absolute Lufthoheit. Zudem gehen Experten auch davon aus, dass der Iran noch über mehr Reserven an Raketen und Drohnen verfügt, als die Zahl der derzeit eher beschränkt durchgeführten Angriffe auf Israel oder die Golfstaaten vermuten lassen könnten. Und so könnte der Konflikt noch eine Weile dauern - mit allen Negativfolgen auch für Europa.

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