Kein schneller Sieg im Iran: Laut CIA können Mullahs noch Monate durchhalten
Während das Weiße Haus und US-Präsident Donald Trump Siegesmeldungen verkünden und das Iran-Abenteuer als erfolgreich beendet erklären, kommen CIA-Analysten zu einem anderen Ergebnis. Laut ihnen könnte der Iran noch eine ganze Weile durchhalten. Und auch die Bestände an Raketen und Drohnen sind nach wie vor intakt.
Frieden durch Stärke, mit markigen Worten feierte das Weiße Haus Anfang April den Sieg gegen den Iran. Doch seitdem herrscht faktisch Stillstand in der Situation und Trump ist seinem Ansinnen, die Meerenge wieder zu öffnen, keinen Schritt näher gekommen. Die Straße von Hormus ist weiterhin gesperrt, durch den Iran und zugleich durch die US-Blockade für den Iran. Die US-Blockade soll den Iran eigentlich in die Knie zwingen - ähnlich wie die Russland-Sanktionen Moskau - und ihm finanzielle Mittel aus Öl- oder Gasverkäufen zu entziehen. Eher ein Mittel der Hilflosigkeit - Der Status berichtete. Ebenso urteilte das Council on Foreign Relations, ein US-amerikanischer Think Tank, der der US-Blockade nur eine kurze Dauer attestierte. "Der Ausgang dieser Pattsituation ist alles andere als sicher", so die Einschätzung des Autors Max Boot: "Mit ihren gegensätzlichen Blockaden befinden sich der Iran und die Vereinigten Staaten in einer Pattsituation mit hohem Einsatz, bei der es darum geht, welche Seite zuerst einknickt. Ich würde nicht gegen den Iran wetten."
Iran kann Monate durchhalten
Und es ist mehr als fraglich, dass der Iran schnell zusammenbricht und nachgibt, wie wohl im Weißen Haus gehofft wird. Denn selbst die US-Geheimdienste kommen zu dem Schluss, dass der Iran sich als resistenter erweist, als angenommen. So berichtet die Washington Post über eine vertrauliche CIA-Analyse, die dieser Tage den US-Regierungsvertretern vorgelegt wurde. Vier mit dem Bericht vertraute Personen berichten, dass die CIA davon ausgeht, dass der Iran die US-Seeblockade mindestens drei bis vier Monate durchhalten kann, bevor schwere wirtschaftliche Probleme spürbar werden.
Die US-Blockade umgehen
Ein Beamter geht sogar noch davon aus, dass auch die CIA das Mullahregime noch unterschätzt. Er vermutet, dass die Fähigkeit des Iran, anhaltende wirtschaftliche Not zu ertragen, weitaus größer ist. "Die Führung ist radikaler, entschlossener und zunehmend zuversichtlich geworden, dass sie den politischen Willen der USA überstehen und die Unterdrückung im Inland aufrechterhalten kann, um jeglichen Widerstand" im Iran zu unterdrücken, so der Beamte. Zudem könnte der Iran, der sein Öl nicht mehr per Schiff transportieren kann, den Landweg per Lkw- und Eisenbahnkonvois durch Zentralasien nutzen. Zwar kann dies das Volumen von Schifftransporten nicht ersetzen, würde aber für ein zusätzliches wirtschaftliches Polster sorgen und durch die hohen Öl- und Energiepreise ist auch bei geringeren Mengen der Gewinn hoch.
Raketen sind noch genug da
Zudem widerspricht der Bericht auch der Einschätzung der US-Regierung, dass der Iran nurmehr über 18 oder 19 Prozent seiner ursprünglichen Bestände an Raketen verfüge. Es wird geschätzt, dass der Iran vor Kriegsbeginn über rund 2.500 ballistische Raketen sowie Tausende weiterer unbemannter Drohnen verfügte, die auch zum Einsatz kamen. Laut CIA seien die Bestände aber lange nicht in einem kritischen Bereich. Vielmehr geht der Geheimdienst davon aus, dass der Iran etwa über 75 Prozent seiner Vorkriegsbestände an mobilen Abschussrampen und etwa 70 Prozent seiner Vorkriegsbestände an Raketen verfügt.
Auch die Luftangriffe der USA und Israels auf Depots und Militäreinrichtungen hätten nicht den erwarteten Erfolg gehabt. So erklärt ein Beamter gegenüber der Washington Post, dass es Hinweise gebe, dass es dem Iran gelungen sei, getroffene unterirdische Lagerstätten wieder in Betrieb zu nehmen und auch beschädigte Raketen zu reparieren. Auch sei die Produktion weitergelaufen und bei Kriegsbeginn in der Endphase der Produktion befindliche Raketen seien fertig montiert worden. Das Arsenal dürfte also ausreichend sein, um den Schiffverkehr in der Straße von Hormus noch eine Zeit zu stören und zu unterbinden. Die iranische Strategie, den Krieg für die USA so teuer wie möglich zu machen, könnte also aufgehen.
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