Iran und Kuba: USA bekommen durch Russland eigene Medizin zu schmecken
Im Iran läuft nicht alles so, wie es sich die Trump-Administration vorgestellt haben dürfte. Auch ein Grund für die Schlagkraft des Iran dürfte Unterstützung durch Russland sein. Zugleich nutzt Russland auch die Gunst der Stunde und stellt sich gegen das US-amerikanische Embargo gegen Kuba, das eine Energiekrise auslöste, indem es Tanker dorthin entsendete. Eine deutliche Warnung gegen Trumps Übernahmepläne der Insel.
Die Politik von US-Präsident Trump nach dem Angriff auf den Iran wird zunehmend noch erratischer und irrationaler. Nachdem Israel zuvor iranische Anlagen im Gasfeld South Pars/North Dome angegriffen hatte, kam es zu Vergeltungsangriffen des Iran gegen den Gaskomplex Ras Laffan in Katar. Trump, der nichts von dem israelischen Angriff gewusst haben will, schrieb auf Social Truth: "Israel hat aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten einen gewaltsamen Angriff auf eine wichtige Anlage im Iran, das sogenannte South-Pars-Gasfeld, verübt. Dabei wurde ein relativ kleiner Teil der Gesamtanlage getroffen. Die Vereinigten Staaten wussten nichts von diesem konkreten Angriff, und Katar war in keiner Weise daran beteiligt und hatte auch keine Ahnung, dass er stattfinden würde. Leider wusste der Iran dies nicht, ebenso wenig wie andere relevante Fakten bezüglich des Angriffs auf South Pars, und griff ungerechtfertigt und unfair einen Teil der LNG-Gasanlage Katars an." Weiter, so erklärte er, würden keine israelischen Angriffe mehr auf "dieses äußerst wichtige und wertvolle South-Pars-Feld erfolgen". Würde der Iran jedoch weiterhin Katar angreifen, so würde man "das gesamte South-Pars-Gasfeld mit einer Stärke und Kraft in die Luft sprengen werden, wie sie der Iran noch nie zuvor gesehen oder erlebt hat. Ich möchte ein solches Ausmaß an Gewalt und Zerstörung aufgrund der langfristigen Auswirkungen, die dies auf die Zukunft des Iran haben wird, nicht genehmigen, doch sollte Katars LNG-Anlage erneut angegriffen werden, werde ich nicht zögern, dies zu tun".
Russlands Hilfe für den Iran
Dass der Gaspreis nach den Angriffen und den Trumpschen Ankündigungen gleich wieder um mehr als 25 Prozent anstieg und die Sorge vor Engpässen weiter wächst, liegt in der Natur der Sache. Die USA und Israel, die im vergangenen Jahr noch ohne wesentliche Vergeltungsmaßnahmen den Iran bombardierten, dürften von den jetzigen Reaktion, die durchaus präzise erfolgen, tatsächlich überrascht sein. Auch wenn der US-Geheimdienst vor iranischen Vergeltungsmaßnahmen auch auf die benachbarten Golfstaaten warnte, ist die Qualität der iranischen Anworten neu. Dies dürfte auch an Russland liegen, wie das Wall Street Journal berichtet. Nicht zuletzt als Revange für die US-Unterstützung der Ukraine haben Teheran und Moskau die militärische Zusammenarbeit ausgeweitet.
Satelliteninformationen und Drohnen-Upgrades
So stellt Russland laut Geheimdienstmitarbeitern und einem Diplomatem aus dem Nahen Osten dem Iran Satellitenbilder zu Verfügung. Diese können detailliertere Informationen über die Einzelheiten und Bewegungen sowohl land- als auch seegestützter Ziele liefern, um die Zielerfassung vor dem Angriff sowie die Schadensbewertung nach einem Treffer zu erleichtern. Analysten zufolge ähnelt diese Unterstützung der nachrichtendienstlichen Hilfe, die die USA und ihre europäischen Verbündeten der Ukraine in den letzten Jahren geleistet haben - eine Kostprobe der eigenen Medizin sozusagen. Zudem stellt Russland auch seine verbesserte Drohnentechnologie - etwa Verbesserungen für die iranische Shahed-Drohne - zur Verfügung und berät den Iran auf taktischer Ebene, etwa bei Fragen, wie viele Drohnen bei Operationen eingesetzt werden sollten und aus welcher Höhe sie zuschlagen sollten. Dies soll, so Informanten gegenüber dem WSJ, dem Iran bei Angriffen auf US-Radarsysteme in der Region geholfen haben. Aufgrund dieser Unterstützung habe der Iran in diesem Krieg größere Erfolge bei der Bekämpfung militärischer Ziele der USA und der Golfstaaten erzielt als während des 12-tägigen Krieges im letzten Jahr. Die Angriffe des Iran, bei denen Drohnen eingesetzt werden, um das Radar vor einem Raketenangriff zu überlasten, ähneln daher laut Analysten stark der Taktik Russlands in der Ukraine.
Trumps eigene Kuba-Krise?
Zugleich nutzt der Kreml auch die Ablenkung der USA im Nahen Osten für eine andere Mission. So berichtete die Financial Times unter Berufung auf den Schiffsverfolgungsdienst Tankertrackers, dass zwei russische Tanker derzeit auf dem Weg nach Kuba sind, um das US-Embargo für Energielieferungen zu unterlaufen. Dies sind der unter Hongkonger Flagge fahrende Tanker Sea Horse, der vermutlich rund 27.000 Tonnen russisches Gas geladen hat und die unter russischer Flagge fahrende Anatoly Kolodkin, mit vermutlich rund 100.000 Tonnen Rohöl an Bord. Sollten die Schiffe in Kuba ankommen, wären dies die ersten Lieferungen von Öl und Gas seit mehr als drei Monaten, denn durch den US-Überfall auf Venezuela und die Verhaftung Maduros fiel Kubas wichtigster Lieferant für Öl aus. Für Trump, der zuletzt erklärte, "Kuba in irgendeiner Form zu übernehmen", eine weitere Bausstelle, mit der er so nicht gerechnet haben dürfte.
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