Alle sollen mehr arbeiten außer Beamte

„Homeoffice“ am Strand: Fette Beamtengehälter im Mallorca-Aufenthalt

Politik
Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)

Die Deutschen sollen mehr leisten, länger arbeiten und auf Wohlstand verzichten. Gleichzeitig können Beamte mancher Ministerien sogar aus dem EU-Ausland tätig sein – intern ist bereits von einer „Mallorca-Regelung“ die Rede.

Ein Artikel aus unser Kooperation mit JouWatch

Lasche Bedingungen für Beamte

Kanzler Friedrich Merz lässt keine Gelegenheit verstreichen, die Deutschen daran zu erinnern, dass sie angeblich viel zu wenig arbeiten, „wir“ uns eine solche Einstellung nicht mehr leisten können und sich der Wohlstand nicht mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche erhalten lasse. In seiner Regierung nimmt man es mit einer solch rigiden Arbeitsauffassung jedoch nicht so genau. Äußerst großzügige Homeoffice-Regeln ermöglichen den überbezahlten Ministerialbürokraten einen sehr komfortablen Berufsalltag. Verteidigungsminister Boris Pistorius` will die Deutschen zwar bis 2029 „kriegstüchtig“ machen, in seinem Ministerium reist man sich dafür aber kein Bein aus. Eine Obergrenze für „mobiles Arbeiten“ gibt es nicht, man hält sich viel darauf zugute, dass es „vielfältige Modelle der Arbeitszeitgestaltung“ gibt.

Ziel sei es, „dienstliche und familiäre Anforderungen so weit wie möglich flexibel gestalten und in Einklang bringen zu können“, Mitarbeiter seien nicht „an einen fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz gebunden“, teilte das Ministerium gegenüber „Bild“ mit. Im Gesundheitsministerium von Nina Warken ist es sogar „im Einzelfall“ möglich, aus dem europäischen Ausland zu arbeiten. Intern wird dies ironisch als „Mallorca-Regelung“ bezeichnet. Mit Zustimmung des Chefs darf man auch im Justizministerium von Stephanie Hubig aus dem Ausland arbeiten. Dies wird bewilligt, „wenn besondere private Umstände vorliegen“.

“Mallorca-Regelung” bei “besonderen Umständen”

Bei Familienministerin Karin Prien dürfen Mitarbeiter aus dem EU-Ausland und der Schweiz arbeiten, sofern sie ihre Abwesenheit vorher ankündigen. Im Entwicklungshilfeministerium von Reem Alabali Radovan ist Arbeiten aus dem EU-Ausland und der Schweiz „kurzzeitig“ erlaubt. Im Auswärtigen Amt und im Innenministerium gelten 40- beziehungsweise 60-prozentige Regelungen für Homeoffice, im Umweltministerium kann man grundsätzlich komplett von zuhause arbeiten – und ausgerechnet im Kanzleramt von Friedrich Merz, dem das faule Volk gar nicht hart genug ranklotzen kann, ebenfalls! Allerdings werde diese Möglichkeit nur selten ausgenutzt, weil die Beamten dort meist nur wenige Jahre tätig sind und sich durch Präsenz am Arbeitsplatz bei der Bundesregierung profilieren wollen, hieß es gegenüber „Bild“. Dennoch ist davon auszugehen, dass viele zumindest teilweise von der mehr als großzügigen Regel Gebrauch machen werden.

Ohnehin bereits mehr als üppig besoldete Beamte, deren Bezüge auch noch ständig erhöht werden, erhalten also auch noch die Möglichkeit, ganz oder teilweise von zuhause oder sogar aus der Schweiz und dem EU-Ausland zu arbeiten. Inzwischen reist der Kanzler durch die Lande und gibt dem obersten Vorarbeiter der Republik. Auch dies zeigt den völligen Realitätsverlust im neofeudalen Berlin, wo eine um sich selbst kreisende Kaste sich das Leben so angenehm wie möglich macht, während sie dem Rest des Landes immer mehr Arbeit und immer höhere Belastungen abverlangt. (TPL)

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