Busverband warnt vor Existenzbedrohung

Hohe Dieselpreise: Der Öffentliche Nahverkehr unter massivem Druck

Politik
Bild: pixabay

Die wieder massiv gestiegenen Energiepreise sorgen nicht nur für Teuerungen in allen Bereichen, von Lebensmitteln bis Dienstleistungen, sondern bringen auch immer mehr Unternehmen an ihre Grenzen. Auch der Öffentliche Nahverkehr, auf den ja die Bürger wegen der hohen Spritpreise angeblich umsteigne sollen, gerät unter massiven wirtschaftlichen Druck.

CDU-Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder empfahl zuletzt noch, dass doch die Bürger gefälligst auf das Deutschlandticket umsteigen sollen. "Für weite Teile unseres Landes kann ich nur empfehlen, auf das Deutschlandticket umzusteigen – gerade in der jetzigen Situation", so der Minister - der natürlich mit einem aus Steuergeld finanzierten Dienstwagen samt Chauffeur unterwegs ist - angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise. Denn das Deutschlandticket sei mit 63 Euro "immer noch weitaus günstiger als reguläre Monatskarten – und das bei deutschlandweiter Einsatzmöglichkeit". Wenn es denn gerade für die Landbevölkerung eine sinnvolle Alternative wäre - viele kleinere Bahnstrecken wurden stillgelegt und der nächste Bahnhof meist einige Kilometer entfernt. Der Rat des Ministers erinnert an den, der einer gewissen Königin zugeschrieben wird: Sollen sie doch Kuchen statt Brot essen.

Öffentlicher Nahverkehr unter Druck

Dabei könnte auch der Weg zum nächstgelegenen Bahnhof bald ebenso ein Abenteuer werden, wie eine Fahrt mit der Bahn, bei der man bekanntlich auch nie weiß, wann man ankommt. So warnt der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e. V. (WBO), dass die hohen Spritkosten nun auch den Busbetriebenen Öffentlichen Nahverkehr massiv unter Druck setzen. "Seit der Eskalation des Nahost-Konflikts sind die Dieselpreise in nur wenigen Tagen auf ein Rekordniveau gestiegen – deutlich über den Spitzenwerten der Energiepreiskrise im Jahr 2022", so der Verband in einer Aussendung. Und die Folgen könnte für "die privaten Busunternehmen im Land, die ihre Verkehre eigenwirtschaftlich betreiben" das Ende bedeuten. "Der NahostKonflikt dauert an – mit gravierenden Folgen für die Busunternehmen. Diese können die explosionsartig gestiegenen Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen. Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der öffentlichen Mobilität im Land", erklärt der WBO.

Existenzbedrohend und Gefahr für Betrieb

Viele Unternehmen sähen sichj unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr in der Lage, den Betrieb ohne Unterstützung aufrechtzuerhalten. "Aufgabenträger müssen diese Verkehre in der nun bestehenden Krise finanziell stützen, es braucht eine kurzfristige, unbürokratische Energiepreishilfe – analog zur Abfederung von 2022, aber angepasst an die aktuelle Dynamik", erklärt WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg und appelliert weiter: "Jede Verzögerung verschärft die Lage und kann zu irreversiblen Ausfällen führen." Denn die gestiegenen Betriebskosten führen zu Liquiditätsengpässen und können nicht abgefedert werden, da sich die Betriebe über die Ticketeinnahmen finanzieren. Somit sind kurzfristige Preisanpassungen nicht wirklich möglich, was am Ende "das bestehende Verkehrsangebot – insbesondere im ländlichen Raum" gefährde. Somit könnte der Weg zum nächsten Bahnhof, um der Empfehlung des CDU-Verkehrsministers nachzukommen, noch schwieriger werden.

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