Kriegstreiberei aus Übersee

Ex-US-General fordert: Deutsche 'Führungsrolle' im Krieg mit Russland

Politik
Bild: U.S. Army Europe, Public Domain, Flickr (beschnitten)

Kritik an Trumps Friedenskurs kommt nicht nur von Seiten der EU. Auch der ehemalige US-General und kommandierende General der US-Armee in Europa, Ben Hodges, bezeichnet die Politik-Wende des neuen US-Präsidenten als "katastrophal". Zugleich verlangt er, dass Europa und vor allem Deutschland eine stärkere Führungsrolle übernehmen müssen, sollten sich die USA aus dem Ukraine-Konflikt zurückziehen.

Amerika & die Interessen in Osteuropa

Für die europäischen Falken und Kriegsbefürworter dürften die Worte des Ex-US-Generals und ehemaligen Kommandanten der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, so etwas wie Labsal und eine Bestätigung für den eigenen politschen Kurs sein. Denn Hodges bezeichnet den Kurs von US-Präsident Trump in Bezug auf die Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt als falsch.

"Wenn der Präsident also sagt: ‚Nicht unsere Soldaten, nicht unser Krieg‘, dann zeugt das für mich von einem sehr oberflächlichen Verständnis und einer sehr oberflächlichen Sorge um die tatsächlichen Interessen Amerikas", zitiert das Springerblatt Bild den US-General. Denn laut Hodges hätten die USA wichtige strategische Interessen, die es mit der Unterstützung der Ukraine zu schützen gelte. Keinesfalls sei die Unterstützung für Kiew eine Form von "Wohltätigkeit".

Deutsche Führungsrolle für Ukraine-Unterstützung

Dabei spart Hodges nicht nur mit Kritik an der Trumpschen Politik: "Nach all dem lautstarken Gerede, man könne das Problem in 24 Stunden lösen, wird die Glaubwürdigkeit dieses Präsidenten und dieser Regierung durch dieses Versagen meiner Meinung nach schwer beschädigt sein." Auch ein mögliches Abwenden von Europa und der Ukraine-Unterstützung sieht er als "katastrophaler Fehler".

Dass Hodges an der Trump-Administration kein gutes Haar lässt, ist dabei kein Wunder. Bei der Präsidentenwahl 2020 trat der Ex-General als Unterstützer von Joe Biden auf und bei der letzten Wahl 2024 befüwortete er die Wahl von Kamala Harris - als erklärter Anhänger der demokratischen Partei keine Überraschung.

Gemäß dem politischen Programm der vergangenen Biden-Administration spricht sich Hodges demenstprechend dafür aus, den Krieg mit allen Mitteln fortzuführen. Und wenn sich die USA aus dem Konflikt zurückziehen, müsste halt Europa übernehmen, wobei der Ex-General Deutschland dabei in einer Führungsrolle sieht.

Wir schaffen das...

Gegenüber der "Bild" zeigt er sich überzeugt, dass Europa dies auch schaffen könnte: "Wenn man die Volkswirtschaften aller europäischen EU-Länder plus Großbritannien und Kanada zusammenzählt, stellt das alles in den Schatten, was Russland an Industrie und Wirtschaft hat. Es geht also um den politischen Willen und das Selbstvertrauen, um die Ukraine zu unterstützen", so Hodges der weiter fortfährt.

Dabei übersieht er die wirtschaftlichen Probleme und Budgetlöcher geflissentlich: "Deutschland muss hier als größte und mächtigste Volkswirtschaft natürlich die Führung übernehmen. Und ich denke, andere europäische Länder warten ab, ob Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen kann." Denn so ist er sich weiter sicher, die Ukraine werden weiterkämpfen, egal es amerikanische Unterstützung gäbe oder nicht.

Scharfmacher aus dem Kalten Krieg?

Dabei dürfte Hodges, der seine Militärkarriere Ende der 1970er bzw. Anfang der 1980er Jahre begann, eindeutig ein Kind des Kalten Krieges - und der Ära Reagan - sein, dessen Hauptziel nach vor Russland ist. Im Herbst 2022 erklärte er etwa im "Daily Telegraph", dass dass Russland den Krieg gegen die Ukraine klar verlieren würde und daraufhin der Zerfall der Russischen Föderation folgen werde. 

Ebenso attestierte er gegenüber Times Radio im Augrust 2022 einen baldigen Zusammenbruch der russischen Armee. "Die Russen sind erschöpft. Ihr logistisches System ist erschöpft. Sie können nichts anderes tun, als weiterhin Artillerie auf zivile Ziele abzufeuern. Und selbst das hat nachgelassen", so Hodges über die Schwächen der russischen Streitkräfte.

Im Dezember des gleichen Jahres erklärte er, dass die Ukraine ihre "starke Position" nicht aufgeben dürfe, um Gespräche mit Russland zu führen. Zu Gesprächen von Putin mit Scholz oder anderen westlichen Politikern erklärte Hodges, dass dies nur eine gute Idee sei, wenn diese Gespräche im Zusammenhang mit dem absoluten Rückzug Russlands aus der Ukraine, einschließlich der Krim und der Wiederherstellung der Souveränität des ukrainischen Territoriums stünde.

Wider besseren Wissens

Dabei weiß Hodges aber auch, dass Europa alles andere als in der Lage ist, die Unterstützung der Ukraine zu übernehmen. So äußerte er sich etwa im Frühjahr diesen Jahres zu den Problemen der militärisch zu nutzenden Infrastruktur wie der Deutschen Bahn, etwa beim Transport von NATO-Truppen von West nach Ost. "DB Cargo ist beispielsweise eine der wichtigsten Organisationen, auf die wir angewiesen sind, aber die Kapazität von DB Cargo beträgt nicht einmal ein Viertel dessen, was nötig wäre, um Panzerbrigaden gleichzeitig zu bewegen", so Hodges.

Dazu kämen noch Transporte von Munition, Nachschub und ähnlichen, welcher die knappen Kapazitäten weiter an ihre Grenzen bringen würde - Der Status berichtete. Aber Hodges als US-Amerikaner kann es auch egal sein, wenn die europäische Bevölkerung gemäß NATO-Forderungen "Opfer in Kauf nehmen" soll, wie etwa Einschnitte in ihren Renten-, Gesundheits- und Sicherheitssystemen, nur damit die Ukraine weiter unterstützt und eine vermeintliche "Kriegstüchtigkeit" hergestellt werden kann, um auf zuruf eines US-Ex-Generals eine "Führungsrolle" in der "Wir schaffen das"-Ukraine-Politik zu übernehmen.

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