EU-Dilettanten: Nach Russen-Gas-Aus jetzt Sorge über Abhängigkeit von USA
Der nächste Knieschuss in Brüssel. Nach dem sanktionspolitischen Amoklauf der vergangenen Jahre, der zu einem Importverbot von russischem Gas führte, sorgt sich nun der EU-Energiekommissar Dan Jorgensen, dass die Abhängigkeit von LNG aus den USA zu groß sei. Nun will man sich auf die Suche nach Alternativen machen.
Russen-Gas-Ausstieg ohne Weitblick
Es ist das reinste Kabarett, was sich in der EU abspielt. Erst vor wenigen Tagen stimmten 24 der 27 EU-Mitgliedstaaten in Brüssel für eine Verordnung, wodurch ab 1. November 2027 die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines komplett eingestellt werden soll. Langfristige Verträge sollen schrittweise bis zum Stichtag aufgelöst werden, für kurzfristige Importe gelten als Fristen bereits der 25. April 2026 für LNG und zum 17. Juni 2026 für Pipeline-Gas - Der Status berichtete.
Dass sich die Gasspeicher rasant leeren und die Gaspreise zuletzt aufgrund der Witterung kräftig stiegen, war nicht von Interesse. Stattdessen betonte die EU-Kommission, dass für die Versorgungssicherheit kein Risiko bestehe, am Markt gebe es genug Anbieter und auch die Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen, dass die Gaspreise steigen würden. Nun meldet sich jedoch plötzlich der EU-Energiekommissar zu Wort.
Von Abhängigkeit zu Abhängigkeit
Der EU-Energiebeauftragte Dan Jorgensen macht sich plötzlich Gedanken darüber, dass man zu abhängig von LNG-Lieferungen aus den USA sei. So berichtete "Politico", dass Jorgensen die Ereignisse der letzten Woche, etwa Trumps Forderungen bezüglich Grönland ein klarer Weckruf gewesen seien. "Wir leben in sehr turbulenten Zeiten", so Jorgensen bei einer Pressekonferenz in Brüssel.
"Was die Situation noch ernster und komplexer macht, ist das angespannte Verhältnis zu den USA und die Tatsache, dass wir einen amerikanischen Präsidenten haben, der den Einsatz von Gewalt gegen Grönland nicht ausschließt." Vor diesem Hintergrund warnt Jorgensen nun davor - ein wahrer Schnellmerker - vor neuen Abhängigkeiten durch die LNG-Importe aus den USA. "Wir risikieren, die eine Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen", so seine profunde Analyse.
Woher Gas beziehen?
Den Import von russischem Gas hatte Energiekommissar Jorgensen selbst für die Zeit nach einem Friedensschluss kategorisch ausgeschlossen. "Europa wird nie wieder auch nur ein einziges Molekül russischen Gases kaufen, sobald diese Entscheidung getroffen ist. Das sind keine befristeten Sanktionen, das gilt für immer", tönte der Däne im vergangenen Sommer. Zugleich machte er sich auch dafür stark, vermehrt LNG aus den USA zu importieren. Derzeit liefern die USA mehr als ein Viertel des Gases der EU, gegenüber nur 5% vor fünf Jahren. 2024 machte die US-Lieferungen rund 16,5% der europäischen Gasimporte und fast 45% der Flüssiggaslieferungen aus.
Und eigentlich wollte man die Mengen noch steigern, dies war Teil des Zoll-Deals, den EU-Kommissarin Ursula von der Leyen sich von Trump hatte diktieren lassen. Jorgensen will sich nun nach alternativen Lieferanten umsehen, um die Abängigkeit von den USA zu verringern. Darunter etwa Kanada, Katar und nordafrikanische Länder.
Streit mit Katar
Dies dürfte allerdings nicht einfach werden. Denn im vergangenen Jahr drohte Katar bereits der EU mit einem Lieferstopp. Grund war das Lieferkettengesetz aus Brüssel. Dieses verpflichtet Unternehmen ab einer gewissen Größe dazu, die Einhaltung von Umwelt- und Menschenrechtsstandards entlang ihrer Wertschöpfungskette zu überprüfen.
Katars Energieminister Saad Scharida Al-Kaabi kritisiert, dass Strafen laut Lieferkettengesetz für Milliardenverluste sorgen würden. Er drohte mit einem Stopp von Flüssiggas-Lieferungen in die EU: "Ich bluffe nicht." Bisher betrug der Anteil von Importen aus Katar rund 11 Prozent. Man darf also gespannt sein, wie die EU die fatalen Folgen ihrer eigenen Politik löst.
+++ Folgt uns auf Telegram: t.me/DerStatus & auf Twitter/X: @derStatus_at +++
Dir gefällt unsere Arbeit? Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende, damit wir weiterhin berichten können!
Kontoinhaber: JJMB Media GmbH
IBAN: AT03 1500 0043 9102 6418
BIC: OBKLAT2L
Verwendungszweck: Spende