Epstein-Spur nach Österreich: Doch Behörden schauen noch weg
Hintergrund: Freepik (2); Epstein: U.S. Virgin Islands, Department of Justice, Wikimedia Commons (public domain); Komposition: Der Status.
Die durch die Publikation der "Epstein Files" nicht mehr zu leugnenden Verbindungen des berüchtigten Sexualstraftäters zu mächtigen Persönlichkeiten in aller Welt sorgen seit Wochen für Aufregung. Doch während es in anderen Ländern bereits Ermittlungen samt politischer Rücktritte gibt, sind die Behörden in Österreich damit noch säumig. Und das, obwohl mehrfach ominöse Verbindungen in unser Land ruch- und sogar belegbar sind. Die FPÖ fordert nun ein rasches Tätigwerden im Epstein-Komplex
Rücktritte in mehreren Ländern Europas
Die "Epstein Files" sorgen global für hohe Wellen, Ermittlungen und aufsehenerregende Rücktritte in mehreren europäischen Ländern - Der Status berichtete. In Großbritannien kam es zu mehreren Rücktritten aus dem Umfeld von Labour-Premier & WEF-Jünger Keir Starmer im Zusammenhang mit der Bestellung eines Epstein-Vertrauten zum Botschafter in Washington sowie sogar zur Festnahme von Ex-Prinz Andrew infolge seiner eigenen Verstrickung ins Epstein-Netz samt Vorwürfen sexuellen Missbrauchs.
Auch andernorts gab's personelle Konsequenzen: In der Slowakei stolperte ein Regierungsbreater über die Causa, in Norwegen - wo ebenfalls auch Mitglieder des Königshauses impliziert sind - eine Botschafterin. In Frankreich wiederum musste ein Ex-Kulturminister seinen Hut als Vorsitzender eines Kulturinstituts. Und in Österreich? Dort wähnt man sich in der Insel der Seligen, es gibt keine Rücktritte, nicht einmal ernsthafte Ermittlungen. Dabei sind die Spuren von Epstein in unser Land mannigfaltiger Natur.
Diverse Epstein-Spuren nach Österreich
Schon länger ist öffentlich, dass Epstein einst einen gefälschten österreichischen Passes besaß. Doch in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sorgte ÖVP-Innenminister Gerhard Karner nicht für Aufklärung - im Gegenteil. Dort sind Sätze zu lesen wie: "Die Erhebungen konnten die Existenz des gegenständlichen österreichischen Reisepasses bislang nicht bestätigen, weshalb auch keine entsprechenden Erkenntnisse vorliegen." Auch sonst führe man keine Statistiken zu Scheinpässen. Nun versuchen stattdessen die Grünen ihr Glück bei NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, deren Antwort ist ausständig.
Es blieb nicht der einzige Österreich-Konnex: So soll Epstein u.a. Geld auf österreichischen Konten geparkt haben. Vor 15 Jahren interessierte sich der US-Milliardär zudem für das Palais Sturany am Wiener Schottenring. Zudem hatte Epstein ein - nicht wahrgenommenes Angebot - für VIP-Karten beim "Life Ball". Medien berichteten sogar über Mail-Kontakt zu "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand, diese dementiert. Ein anonymer Absender schickte Epstein zudem ein Mail aus dem Winterurlaub in Montafon, in dem von "sehr gehorsamen" Minderjährige die Rede war. Und der große Elefant im Raum: Hatte Epstein etwa auch Kontakte in die Spitzenpolitik?
FPÖ fordert umfassende Ermittlungen
Nun kritisiert FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz das beredte öffentliche Schweigen: "Es kann nicht sein, dass es weltweit zu Festnahmen und Rücktritten kommt, während in Österreich im Zusammenhang mit den Epstein-Files beinahe aktiv und demonstrativ weggeschaut wird." Dabei gehe es um schwere Verbrechen, womöglich organisierte Kriminalität und sogar um mutmaßliche Verbindungen im Umfeld von Ministerien, anderer offizielle & privater Institutionen bis hinein in die heimsiche Politik. Während in anderen Ländern die Ermittlungen auf Hochtouren liefen und bereits Handschellen klicken, würden sich die zuständigen Ministerien & Behörden hierzulande "totstellen".
Schnedlitz verwies auf die Einrichtung einer Sondereinheit in Frankreich, welche die massiven Datenmengen gezielt auf Straftaten mit Frankreich-Bezug prüfen. Dort ermittle man wegen möglicher Finanzdelikte wie Korruption oder Geldwäsche, aber auch wegen Sexualdelikten. Auch in Österreich wäre dies seiner Ansicht nach das "Gebot der Stunde"; doch obwohl die Verbindungen nach Österreich medial bekannt seien, sichte man nicht einmal vorhandene Akten. Die Behörden würden "beide Augen verschließen", während die Epstein-Machenschaften, auch durch journalistische Kleinarbeit, derweilen in aller Munde sind.
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